Bachelorarbeit, 2017
40 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Begriffsklärung „(Religiöser) Fundamentalismus“
3. Voraussetzung für die Entstehung eines Fundamentalismus
3.1 Die psychische Voraussetzung: Existentielle Krisen
3.2 Die funktionelle Voraussetzung: Fundamentalistische Akteure
3.3 Die soziale Voraussetzung: Gesellschaft der Moderne
4. Christlicher Fundamentalismus
4.1 Ein typisch römisch-katholischer Fundamentalismus
4.2 Ein typisch protestantisch-charismatischer Fundamentalismus
5. Fazit: Entstehung und Spielarten des christlichen Fundamentalismus
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Erscheinungsformen des religiösen Fundamentalismus, wobei der Fokus insbesondere auf dem christlichen Fundamentalismus liegt. Das Ziel ist es, die psychologischen, funktionalen und gesellschaftlichen Voraussetzungen zu identifizieren, die Individuen für fundamentalistische Ideologien empfänglich machen, und dabei die Unterschiede zwischen katholischen und protestantischen Ausprägungen aufzuzeigen.
3.1 Die psychische Voraussetzung: Existentielle Krisen
Darf man dem Politologen Thomas Meyer glauben, so treffen immer drei Faktoren aufeinander bei der Entstehung eines Fundamentalismus: „[...] das Zusammentreffen existentieller Krisen, die Disposition eines großen Teils der Gesellschaft und die Wirksamkeit fundamentalistischer Akteure.“
Zu einem Ausweg aus den zuerst benannten existentiellen Krisen wird dann der Fundamentalismus. Er soll ersetzen, was in der Jugend am dringlichsten vermisst wurde, so beispielsweise in der Familie. Demnach sollen durch ihn jegliche Ungewissheiten und Verunsicherungen überwunden werden und an deren Stelle Sicherheit, Orientierung und Identitätsstiftung treten. Um ein derart hohes Verunsicherungspotential und eine solch planlose Suche nach der eigenen Identität zu entwickeln, kommt man bei dem Versuch der Ergründung jener psychologischen Auffälligkeiten zwangsläufig zu dem Heranwachsen und der Entwicklung eines Individuums zurück.
So fällt einem wohl vor allem bei dem Terminus Krise anhieb das Stufenmodell von Erik Erikson ein, welches darauf basiert, dass jede Lebensphase durch eine Krise gekennzeichnet ist. Auch Freuds Entwicklungstheorie kann hier von Nutzen sein. Um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen, werden demnach im Folgenden lediglich diese beiden Entwicklungsmodelle als Erklärungsmöglichkeit für psychische Beweggründe des Hingezogenfühlens zu einer fundamentalistischen Gruppierung angeführt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Themas Fundamentalismus angesichts globaler Konflikte und definiert das Ziel der Arbeit, die Hintergründe dieser Ideologie zu ergründen.
2. Begriffsklärung „(Religiöser) Fundamentalismus“: Dieses Kapitel erarbeitet eine Arbeitsdefinition des Fundamentalismus, wobei Merkmale wie Intransigenz, Dualismus, Reduktionismus und Diskursunfähigkeit hervorgehoben werden.
3. Voraussetzung für die Entstehung eines Fundamentalismus: Hier werden drei Säulen der Entstehung analysiert: die psychische Disposition (Krisen), die Rolle von Akteuren (Führung) und die gesellschaftliche Moderne.
4. Christlicher Fundamentalismus: Dieses Kapitel differenziert zwischen dem römisch-katholischen Fundamentalismus, der sich stark an Hierarchie und Tradition orientiert, und dem protestantisch-charismatischen Fundamentalismus, der den Fokus auf den Bibelabsolutismus und individuelle Gotteserfahrungen legt.
5. Fazit: Entstehung und Spielarten des christlichen Fundamentalismus: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und resümiert, wie sowohl psychische Verunsicherung als auch gesellschaftlicher Druck zur Radikalisierung beitragen.
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Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und den spezifischen Erscheinungsformen des Fundamentalismus im christlichen Kontext.
Zentrale Themen sind die psychologischen Ursachen, die Bedeutung charismatischer Anführer und der Einfluss der modernen Gesellschaft auf fundamentalistisches Denken.
Das Ziel ist die Erforschung der Faktoren, die Menschen dazu bewegen, sich fundamentalistischen Ideologien anzuschließen, und die Analyse der Unterschiede zwischen verschiedenen christlichen Spielarten.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse unter Einbeziehung psychologischer Entwicklungsmodelle (Erikson, Freud) sowie die Untersuchung von Literatur zu den Themen Fundamentalismus und Religionssoziologie.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung psychischer, funktionaler und gesellschaftlicher Entstehungsvoraussetzungen sowie eine konkrete Gegenüberstellung katholischer und protestantischer Ausprägungen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Fundamentalismus, Radikalisierung, Identität, Bibelabsolutismus und moderne Gesellschaft geprägt.
Der katholische Fundamentalismus orientiert sich stärker an kirchlicher Hierarchie und Tradition, während der protestantische Fundamentalismus primär auf einen strikten Bibelabsolutismus und subjektive charismatische Erlebnisse setzt.
Existentielle Krisen gelten als ein zentraler Auslöser; sie erzeugen Verunsicherung, die durch die rigiden Strukturen und die scheinbare Sicherheit des Fundamentalismus kompensiert werden soll.
Die Moderne bringt Pluralität, Orientierungslosigkeit und den Verlust traditioneller Werte mit sich, was bei verunsicherten Individuen das Bedürfnis nach eindeutigen, schwarz-weißen Weltsichten verstärkt.
Sie dienen als Identifikationsfiguren, die den verunsicherten Anhängern Stabilität vermitteln, ihre Ideologie rhetorisch simplifizieren und eine exklusive „Wahrheit“ garantieren.
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