Bachelorarbeit, 2017
40 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Finanzkrise
3 Die Neue Institutionenökonomik als Regulierungsansatz
3.1 Regulierung als Prinzipal-Agent-Problem
3.2 Compliance
4 Korrektur- und Anpassungsmechanismen im Bankensystem
4.1 Regulierende Instanzen
4.2 Die Rolle der Banken in einer Volkswirtschaft
4.3 Mangelnde Effizienz des bisherigen Regulierungs- undCompliancesystems
4.4 Aktuell gültige Regulierungsmechanismen
4.4.1 Maßnahmen zur Stabilisierung des Bankensektors
4.4.2 Maßnahmen zum Schutz der Anleger
4.4.3 Anzeige- und Meldepflichten
4.5 Compliance-Funktion
5 Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit deutscher Genossenschaftsbanken
5.1 Geschäftsmodell genossenschaftlicher Banken
5.2 Rolle der Genossenschaftsbanken in der Finanzkrise
5.3 Analyse der Auswirkungen von Regulierung und Compliance
6 Zusammenfassung und Ausblick
Diese Arbeit analysiert die Auswirkungen der regulatorischen Maßnahmen, die nach der Finanzkrise von 2008 eingeführt wurden, auf die Geschäftstätigkeit deutscher Genossenschaftsbanken unter Anwendung der Theorie der Neuen Institutionenökonomik.
3.1 Regulierung als Prinzipal-Agent-Problem
Einen wichtigen Unterpunkt innerhalb der NIÖ stellt die Regulierung als Prinzipal-Agent-Problem dar. In der klassischen Regulierungstheorie werden die Informationsasymmetrien zwischen Regulierer und reguliertem Unternehmen oft vernachlässigt oder spielen eine untergeordnete Rolle. Der Prinzipal-Agent-Ansatz wird im analytischen Teil der Arbeit wieder aufgegriffen und in einen praktischen Bezug gesetzt.
„We define an agency relationship as a contract under which one or more persons (the principal(s)) engage another person (the agent) to perform some service on their behalf...“
Da zwischen dem Prinzipal und dem Agenten Informationsasymmetrien vorliegen und opportunistisches Verhalten vorausgesetzt wird, entstehen bei einer solchen Beziehung Agency-Kosten. Diese setzten sich aus Monitoring Costs, Bonding Costs und dem Residual Loss zusammen. Die Monitoring Costs hat der Prinzipal zu tragen. Sie entstehen bei der Verringerung des Informationsnachteils. Die Bonding Costs entstehen dem Agenten bei der Verringerung der Informationsasymmetrie. Da durch die vorhandenen Informationsunterschiede vom wohlfahrtsoptimalen Zustand abgewichen wird, entsteht ein Wohlfahrtsverlust. Dieser wird als Residual Loss bezeichnet.
In Bezug auf den Regulierer und das regulierte Unternehmen nimmt der Regulierer als Prinzipal die Rolle des Auftraggebers ein. Das regulierte Unternehmen hingegen ist der Agent. Das regulierte Unternehmen hat gegenüber dem Regulierer einen Informationsvorteil, da es seine eigene Kostenstruktur besser einschätzen kann als dieser. Gleiches gilt für das Nachfrageverhalten seiner Kunden.
1 Einleitung: Vorstellung des Ziels, die regulatorischen Auswirkungen der Finanzkrise auf deutsche Genossenschaftsbanken zu untersuchen und methodisch in die Neue Institutionenökonomik einzuordnen.
2 Finanzkrise: Detaillierte Betrachtung der Entstehung und Eskalation der US-Immobilienkrise sowie deren weltweite Kettenreaktion auf das Finanzsystem.
3 Die Neue Institutionenökonomik als Regulierungsansatz: Theoretische Herleitung von Regulierung als Überwachungs- und Durchsetzungssystem, basierend auf dem Prinzipal-Agent-Modell und Compliance-Strukturen.
4 Korrektur- und Anpassungsmechanismen im Bankensystem: Übersicht der Regulierungsinstanzen und der Maßnahmenpakete von Basel II und III zur Stabilisierung des Sektors, des Anlegerschutzes und der Meldepflichten.
5 Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit deutscher Genossenschaftsbanken: Analyse der spezifischen Folgen für das genossenschaftliche Geschäftsmodell, insbesondere bezüglich der Kostenbelastung im Meldewesen und Compliance-Bereich.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Resümee, dass die Regulierungsmaßnahmen überwiegend belastend wirken, und Ausblick auf die Hoffnungen der Institute auf differenziertere, verhältnismäßigere Anforderungen.
Bankenregulierung, Finanzkrise, Genossenschaftsbanken, Neue Institutionenökonomik, Compliance, Prinzipal-Agent-Problem, Basel III, MaRisk, Eigenkapitalvorschriften, Meldewesen, Verbraucherschutz, Bankenaufsicht, SSM, Risikoanalyse, Wohlfahrtsverlust
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen der nach der Finanzkrise 2008 eingeführten regulatorischen Maßnahmen auf die Geschäftspraxis deutscher Genossenschaftsbanken.
Die zentralen Felder umfassen die Neue Institutionenökonomik als Theoriegrundlage, regulatorische Anforderungen wie Basel II/III und die spezifische Situation der genossenschaftlichen Bankengruppe.
Das Ziel ist es, zu analysieren und zu bewerten, inwieweit die neuen Regulierungen und Compliance-Anforderungen das Geschäftsmodell der Genossenschaftsbanken positiv oder negativ beeinflussen.
Die Arbeit nutzt die Theorie der Neuen Institutionenökonomik (NIÖ), um Regulierung als Prinzipal-Agent-Problem zu analysieren, sowie eine betriebswirtschaftliche Auswertung von Berichten und Studien.
Der Hauptteil deckt Regulierungsinstanzen, spezifische Maßnahmen zur Bankenstabilität, Anlegerschutz, Meldepflichten sowie eine detaillierte Analyse der Auswirkungen auf Genossenschaftsbanken ab.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bankenregulierung, Compliance, Genossenschaftsbanken, Finanzkrise und Prinzipal-Agent-Theorie charakterisiert.
Da ihre Bilanzsummen oft geringer sind, stellen die hohen Fixkosten für Compliance-Personal und IT-Systeme eine überproportionale finanzielle Belastung im Vergleich zu Großbanken dar.
Neben dem Schutz der Reputation ermöglicht sie durch die systematische Speicherung von Kundendaten (wie Einkommensverhältnisse) eine gezieltere Erarbeitung von finanziellen Lösungsmöglichkeiten für Kunden.
Sie reagieren durch Rationalisierungsmaßnahmen, Straffung interner Abläufe, Organisationsanpassungen und einen verstärkten Fokus auf Cross-Selling, um die sinkende Rentabilität im Kreditgeschäft auszugleichen.
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