Masterarbeit, 2017
103 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Grundlagen der aktuellen Flüchtlingsbewegungen
2.1 Statistiken für die EU, Deutschland und Frankreich
3. Annäherung an den Begriff Metapher
3.1 Theorien der Metaphern
3.1.1 Metaphernverständnis der antiken Rhetorik – Substitutions- und Vergleichstheorie
3.1.2 Metaphernverständnis in der modernen Semantik – Interaktionstheorie
3.1.3 Metaphernverständnis der Textlinguistik – Kontext- und Konterdeterminationstheorie
3.1.4 Metaphernverständnis der kognitiven Linguistik – Kognitiv - konzeptuelle Theorie
3.2 Funktionen von Metaphern
3.2.1 Metaphorik in der Pressesprache
4. Methodik
4.1 Methode der Korpusanalyse
4.1.1 Metaphernrekonstruktion und Kategorisierung
4.1.2 Auswertung und Deutung des Metaphereinsatzes
4.1.3 Metaphern im Sprachvergleich
4.2 Wahl des Analysekorpus
5. Analyse - Metaphorik in der deutschen und französischen Berichterstattung über Geflüchtete
5.1 Makroanalyse – Quantitative Auswertung
5.2 Mikroanalyse – Qualitative Auswertung
5.2.1 KAMPF – Metaphorik
5.2.2 PERSONIFIKATION – Metaphorik
5.2.3 BEHÄLTER – Metaphorik
5.2.4 BAUWESEN – Metaphorik
5.2.5 WASSER – Metaphorik
6. Fazit
Die Arbeit untersucht metaphorische Konzepte in der deutschen und französischen Presseberichterstattung über Geflüchtete, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der sprachlichen Konstruktion der Migrationsrealität zu identifizieren und die Rolle von Medien bei der Meinungsbildung zu analysieren.
3.1.2 Metaphernverständnis in der modernen Semantik – Interaktionstheorie
Als Gründungsvater der Interaktionstheorie gilt der Literaturkritiker und Rhetoriker Ivor Armstrong Richards, der den Grundstein der Theorie im Jahre 1936 legte. Dieser wurde vom amerikanischen Philosophen Max Black grundlegend weiter entwickelt. Die Vertreter der Interaktionstheorie sehen die Metapher nicht mehr als Abweichung vom Normalsprachgebrauch, sondern als ein Produkt des vergleichend-begriffsbildenden Denkens. Somit gehen sie über den bis dato auf die rhetorisch-ornamentale Funktion reduzierten Metaphernbegriff, wie er im Vorkapitel dargestellt wurde, hinaus. Sie nehmen an, dass bei einer metaphorischen Äußerung zwei Vorstellungen zusammen aktiv sind, die miteinander interagieren: „when we use a metaphor we have two thoughts of different things active together and supported by a single word, or a phrase, whose meaning is a interaction“ Somit wird hier eine Metapher als eine „DoppelEinheit“ auf Satzebene betrachtet. Richards führt zwei Termini ein, um diese beiden Einheiten, d.h. die gleichzeitig aktiven Vorstellungen, zu unterscheiden: Tenor und Vehikel. Dieses Konstrukt lässt sich am besten an Blacks berühmten Beispiel „Man is a wolf.“ demonstrieren.
Die Bedeutung wird durch die Interaktion und die Konstruktion eines “Implikationszusammenhangs” zwischen diesen beiden Einheiten der metaphorischen Aussage generiert. Das Besondere in diesem Kontext ist die Schaffung neuer Ähnlichkeiten zwischen Tenor und Vehikel durch ihre Interaktion, die diese vor dieser Verbindung noch nicht besaßen. Dadurch können neue Erkenntnisse und Wahrnehmungen resultieren.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Zunahme globaler Fluchtbewegungen im Jahr 2015 und die darauf folgenden gesellschaftlichen Kontroversen, wobei sie das Ziel formuliert, Metaphern im Geflüchtetendiskurs kontrastiv zwischen Deutschland und Frankreich zu analysieren.
2. Grundlagen der aktuellen Flüchtlingsbewegungen: Dieses Kapitel liefert den politischen Kontext und statistische Daten zu Flucht und Asyl in der EU, Deutschland und Frankreich, um die Grundlage für die spätere Metaphernanalyse zu schaffen.
3. Annäherung an den Begriff Metapher: Es erfolgt eine theoretische Einordnung der Metapher durch die Vorstellung antiker, moderner semantischer, textlinguistischer und kognitiv-konzeptueller Theorien sowie eine Diskussion über deren Funktionen.
4. Methodik: Hier wird das methodische Vorgehen zur Korpusanalyse, bestehend aus Metaphernidentifikation, Rekonstruktion, Kategorisierung und Interpretation, detailliert beschrieben und begründet.
5. Analyse - Metaphorik in der deutschen und französischen Berichterstattung über Geflüchtete: Der Hauptteil präsentiert die quantitative Makroanalyse und die qualitative Mikroanalyse spezifischer Bildfelder (Kampf, Personifikation, Behälter, Bauwesen, Wasser) in den untersuchten Medien.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, wonach die Metaphernverwendung in beiden Ländern stark durch politische Diskurse geprägt ist und primär eine affektive, statt eine sachliche oder erklärende Funktion erfüllt.
Metaphernanalyse, Geflüchtete, Presseberichterstattung, Deutschland, Frankreich, kognitive Linguistik, interkultureller Vergleich, Kampfmetaphorik, Behältermetapher, Migrationsdiskurs, Asylpolitik, Bildfeldgemeinschaft, Framing, politische Kommunikation.
Die Arbeit analysiert die sprachliche Gestaltung des Migrationsdiskurses in deutschen und französischen Leitmedien durch den Vergleich von Metaphern.
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung der Metaphernforschung, die statistischen Grundlagen der Flüchtlingsbewegungen sowie die kontrastive Analyse von Bildfeldern wie Kampf, Wasser und Bauwesen.
Das Ziel ist zu klären, welche Metaphern im Geflüchtetendiskurs genutzt werden und welche Unterschiede oder Gemeinsamkeiten sich im Sprachgebrauch zwischen Deutschland und Frankreich zeigen.
Es wird eine systematische, korpusbasierte Metaphernanalyse durchgeführt, die Ansätze der kognitiven Linguistik (Lakoff/Johnson) und der textlinguistischen Forschung (Weinrich) fusioniert.
Im Hauptteil erfolgt eine quantitative Auswertung des Korpus sowie eine tiefgehende qualitative Mikroanalyse dominanter Bildfelder und deren Wirkung auf die Wahrnehmung von Geflüchteten.
Metaphernanalyse, Migrationsdiskurs, kognitive Linguistik, politische Kommunikation, interkultureller Vergleich, Framing.
Die Analyse zeigt, dass Medien weniger eigene kreative Metaphern erfinden, sondern primär die von Politikern vorgegebenen Sprachbilder repetieren und somit verstärken.
Die stärkere Nutzung von Wasser-Metaphern im französischen Korpus deutet auf einen Fokus der Berichterstattung hin, der Fluchtbewegungen stärker als unaufhaltbare, naturgewaltartige Phänomene konstruiert.
Kampf-Metaphern dienen weniger der Erklärung komplexer Sachverhalte, sondern fungieren als affektive Mittel, die eine atmosphärische Bedrohungssituation konstruieren und politische Aktionen legitimieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

