Bachelorarbeit, 2017
76 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Erweiterter Forschungsstand
2.1. Historiographische Quellen
2.2. Historiographische Forschungsliteratur
2.3. Der Wert von Schlachtfeldern als historische Quelle
2.4. Schlachtfeldarchäologischer Forschungsstand
2.5. Ausgrabungen Lützen
3. Historischer Rahmen
3.1. Gustav II. Adolf und die Schweden
3.2. Albrecht Wallenstein
3.3. Bis zur Schlacht bei Lützen
4. Heerwesen und Taktik des 17. Jahrhunderts
4.1. Handfeuerwaffen
4.2. Infanterie
4.2.1. Pikeniere
4.2.2. Musketiere
4.3. Kavallerie
4.4. Artillerie
5. Wesentliche Strömungen
5.1. Spanisch-mediterrane Schule
5.2. Die kaiserlich-/ lingistische Armee
5.3. Oranische Heeresreform
5.4. Die Armee Gustav Adolfs
6. Die Schlacht bei Lützen
6.1. Beschreibung Schlachtfeld
6.2. Archäologische Funde
6.3. Anmarsch , Aufstellung
6.4. Spielen mit Stücken
6.5. Kavallerie gegen Kavallerie
6.6. Infanterie gegen Kavallerie
6.7. Infanterie gegen Infanterie
7. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Schlacht bei Lützen im Dreißigjährigen Krieg, um durch die Verknüpfung von traditioneller Historiographie mit den modernen Erkenntnissen der Schlachtfeldarchäologie ein tieferes Verständnis für das militärische Heerwesen und die tatsächlichen Kampfweisen des 17. Jahrhunderts zu gewinnen.
2.4. Schlachtfeldarchäologischer Forschungsstand
Schlachtfeldarchäologie ist ein noch junger Forschungszweig in Deutschland und zählte hingegen schon seit den 1980er Jahren zu den etablierten Wissenschaftsbereichen in den Vereinigten Staaten und Großbritannien. 1984 waren die Forschungen durch Douglas D. Scott am Little Bighorn maßgebend und durch bahnbrechende Erkenntnisse beschert. Fortsetzend beschäftigten sie die Großbritannier, Schweden und Franzosen intensiver mit der Thematik. Aus den schlechten Erfahrungen, die aus den Weltkriegen gezogen wurden, war es nicht sehr populär, sich mit Schlachten und Schlachtfelder in Deutschland zu beschäftigen. „Vielmehr blieb dieses Feld den Heimatforschern, Militärsammlern und Raubgräbern überlassen“.
Achim Rost sieht in der Beschäftigung mit Plätzen wo militärische Konflikte ausgetragen wurden keinesfalls einen neuen Forschungszweig der Archäologie. Jedoch sieht er den Einsatz und die Weiterentwicklung von Metalldetektoren als Maßgebend für die neuere Forschung. Damit können überhaupt erst großflächig Schlachtfelder systematisch prospektiert werden. Thomas Brock markiert den Begin der Kriegsarchäologie, wie er es bezeichnet, mit den Sensationsfunden, 2006 aus dem Tal der Tollense und Lützen, 2007 bei Wittstock und 2008 bei Alerheim und am Harzhorn. Sie sorgten nicht nur für einen medialen Fokus, sondern seit dem widmete sich die deutsche Wissenschaft vermehrt diesem Thema, was anhand von Tagungen, Büchern und Publikationen seit 2008 zu bemerken ist. Dabei unterscheidet er die Erforschung von Kriegsstätten, wie dem Schlachtfeld bei Lützen zu der Erforschung von Relikten, welches auch in Deutschland schon seit dem 18. Jahrhundert vorgenommen wird.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Schlacht bei Lützen ein und thematisiert den Mangel an detaillierten militärgeschichtlichen Darstellungen in der deutschen Literatur.
2. Erweiterter Forschungsstand: Hier werden die Quellenlage, historiographische Forschung und die Möglichkeiten der modernen Schlachtfeldarchäologie kritisch beleuchtet.
3. Historischer Rahmen: Das Kapitel erläutert die politischen Hintergründe des Dreißigjährigen Krieges sowie die Rolle und Motivation der Akteure Gustav II. Adolf und Albrecht Wallenstein.
4. Heerwesen und Taktik des 17. Jahrhunderts: Es erfolgt eine Analyse der militärischen Umwälzungen, insbesondere hinsichtlich Infanterie-, Kavallerie- und Artillerietaktiken in der frühen Neuzeit.
5. Wesentliche Strömungen: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene militärische Strömungen wie die spanische Schule und die oranische Heeresreform als Grundlagen für das schwedische System.
6. Die Schlacht bei Lützen: Die empirische Kernanalyse der Schlacht, die archäologische Funde und taktische Abläufe wie Aufstellung und konkrete Kampfverläufe kombiniert.
7. Schluss: Fazit zur Bedeutung der Schlacht und zum Erkenntniswert, den die archäologische Untersuchung von Schlachtfeldern für das militärgeschichtliche Verständnis liefert.
Schlacht bei Lützen, Dreißigjähriger Krieg, Schlachtfeldarchäologie, Gustav II. Adolf, Albrecht Wallenstein, Militärgeschichte, Infanterie, Kavallerie, Artillerie, Taktik, Oranische Heeresreform, Frühneuzeitliche Kriegsführung, Munition, Metallfunde, Historische Quellenanalyse.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der militärhistorischen Rekonstruktion der Schlacht bei Lützen unter Einbeziehung archäologischer Erkenntnisse.
Die Arbeit deckt die historische Ausgangslage, die Entwicklung des Heerwesens, taktische Strömungen der Zeit und die spezifische Auswertung des Schlachtfeldes von Lützen ab.
Ziel ist es zu ergründen, welchen konkreten Forschungsgewinn die Schlachtfeldarchäologie für das Verständnis der Kampfweisen und des Heerwesens im 17. Jahrhundert liefert.
Es wird ein interdisziplinärer Ansatz gewählt, der schriftliche Quellen und historiographische Literatur mit archäologischen Daten (Systematische Prospektion, Fundkartierung) abgleicht.
Der Hauptteil behandelt das Heerwesen, taktische Reformen, die Aufstellung der Armeen sowie die detaillierte archäologische Spurensuche auf dem Lützener Schlachtfeld.
Die wichtigsten Schlagworte sind Schlacht bei Lützen, Dreißigjähriger Krieg, Schlachtfeldarchäologie, Waffentechnik, Taktik und militärische Revolution.
Sie dient als objektives Korrektiv zur oft subjektiven oder lückenhaften schriftlichen Überlieferung, indem sie materielle Spuren des Kampfes im Boden direkt auswertet.
Sie wurden primär für Aufklärungsaufgaben, das Stören feindlicher Truppen und als mobile Verteidigungseinheiten eingesetzt.
Die schwedische Armee übernahm und perfektionierte deren Grundsätze, wie die Verwendung kleinerer, beweglicherer Formationen und die strikte Anwendung von Drill und Disziplin.
Die Analyse der Bleigussreste und Geschosse half dabei, Kampfzonen, Rückzugsgefechte und die Verwendung spezifischer Waffentypen (Musketen vs. Pistolen) lokal einzugrenzen.
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