Bachelorarbeit, 2017
74 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Erweiterter Forschungsstand
2.1. Historiographische Quellen
2.2. Historiographische Forschungsliteratur
2.3. Der Wert von Schlachtfeldern als historische Quelle
2.4. Schlachtfeldarchäologischer Forschungsstand
2.5. Ausgrabungen Lützen
3. Historischer Rahmen
3.1. Gustav II. Adolf und die Schweden
3.2. Albrecht Wallenstein
3.3. Bis zur Schlacht bei Lützen
4. Heerwesen und Taktik des 17. Jahrhunderts
4.1. Handfeuerwaffen
4.2. Infanterie
4.2.1. Pikeniere
4.2.2. Musketiere
4.3. Kavallerie
4.4. Artillerie
5. Wesentliche Strömungen
5.1. Spanisch-mediterrane Schule
5.2. Die kaiserlich-/ lingistische Armee
5.3. Oranische Heeresreform
5.4. Die Armee Gustav Adolfs
6. Die Schlacht bei Lützen
6.1. Beschreibung Schlachtfeld
6.2. Archäologische Funde
6.3. Anmarsch , Aufstellung
6.4. Spielen mit Stücken
6.5. Kavallerie gegen Kavallerie
6.6. Infanterie gegen Kavallerie
6.7. Infanterie gegen Infanterie
7. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht das militärgeschichtliche Potenzial der Schlachtfeldarchäologie am Beispiel der Schlacht bei Lützen (1632). Dabei wird die zentrale Forschungsfrage gestellt, welchen spezifischen Erkenntnisgewinn diese moderne archäologische Methode im Vergleich zu traditionellen schriftlichen und bildlichen Quellen liefert, um das tatsächliche Heerwesen und die Kampfweisen des 17. Jahrhunderts zu rekonstruieren.
1. Einleitung
„Lützen ist eine kleine Stadt in Sachsen-Anhalt, deren Name in Schweden wohl bekannter ist als in Deutschland“, schrieb Maik Reichel, ehemaliger Bürgermeister und Museumsleiter der Stadt Lützen. Nach julianischem Kalender, der von Schweden zum Teil bis in das 18. Jahrhundert verwendet wurde, fand am 06. November 1632, nord-östlich angelehnt an Lützen und der nach Leipzig führenden Via Regia, eine bedeutende Schlacht des dreißigjährigen Krieges statt.
Sie ist weniger aus militärischer Sicht für die lebhafte Erinnerungskultur bedeutend. Inger Schuberth sieht auch nicht darin die Bedeutung Lützens, dass sich die beiden herausragenden Persönlichkeiten des dreißigjährigen Krieges, Gustav II. Adolf König von Schweden und Retter der Protestanten und Albrecht von Wallenstein Generalissimus der kaiserlichen Truppen, zum ersten Mal in einer offenen Feldschlacht gegenüberstanden. Sie sieht in dem Tod des lutherischen König Schwedens in dem protestantischen Kernland die Bedeutung, die der Schlacht beizumessen ist. Wohingegen Lützen kaum in Deutschland bekannt ist, ist es aus der schwedischen Erinnerungskultur nicht wegzudenken. Verwunderlich ist es nicht, dass die ereignisorientierte schwedische Geschichtswissenschaft, sich den Todesumständen dieser Ikone verschrieben hatte.
Für die Erforschung des Militärwesens im 17. Jahrhundert und dementsprechend einer Schlacht im dreißigjährigen Krieg, wie Michael Kaiser feststellte, sind ältere Arbeiten weiterhin von Bedeutung und erfordern ihren Einbezug. Jedoch erstrecken sich diese Arbeiten oft auf einzelne Teilbereiche. Besonders die zufriedenstellende Darstellung von Kampfesweisen lässt viele Fragen offen oder wird überhaupt nicht thematisiert. Brent Nosworthy schrieb einleitend in seinem Buch „The Anatomy of Victory“: „It is ironic that the area of combat wich many readers find the most interesting is rarely covered in more than sketchy narrative“.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Schlacht bei Lützen ein und thematisiert das Forschungsdesiderat hinsichtlich der militärischen Abläufe des Dreißigjährigen Krieges.
2. Erweiterter Forschungsstand: Hier werden die Quellenlage und die Rolle der Schlachtfeldarchäologie als notwendiges Korrektiv zu subjektiven historischen Berichten diskutiert.
3. Historischer Rahmen: Dieses Kapitel erläutert die politische Ausgangslage, die Akteure Gustav II. Adolf und Wallenstein sowie die unmittelbaren Ereignisse, die zur Schlacht führten.
4. Heerwesen und Taktik des 17. Jahrhunderts: Es erfolgt eine Analyse des militärischen Wandels, insbesondere der Einführung von Handfeuerwaffen, Infanterietaktiken und der Rolle der Kavallerie.
5. Wesentliche Strömungen: Hier werden verschiedene militärische Schulen und Reformen, wie die spanische, niederländische und schwedische Art der Kriegsführung, gegenübergestellt.
6. Die Schlacht bei Lützen: Das Kernkapitel befasst sich mit der konkreten Rekonstruktion des Schlachtgeschehens, von der Beschreibung des Geländes bis hin zu den spezifischen taktischen Manövern der Waffengattungen.
7. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die Schlacht keine strategische Entscheidung brachte, betont aber den Wert der Schlachtfeldarchäologie für ein tieferes Verständnis der Epoche.
Schlacht bei Lützen, Dreißigjähriger Krieg, Schlachtfeldarchäologie, Gustav II. Adolf, Albrecht von Wallenstein, Militärgeschichte, Infanterietaktik, Handfeuerwaffen, Schwedische Brigade, Tercios, Heeresreform, Kriegsführung 17. Jahrhundert, Archäologische Prospektion, Militärtechnik, Taktische Rekonstruktion.
Die Arbeit analysiert die Schlacht bei Lützen (1632) unter besonderer Berücksichtigung der Möglichkeiten, die moderne archäologische Forschungsmethoden bieten, um das taktische Geschehen und das Heerwesen dieser Zeit zu rekonstruieren.
Die zentralen Felder sind die Schlachtfeldarchäologie, die militärische Taktik des 17. Jahrhunderts, die Entwicklung von Waffentechnologien und die politische sowie militärische Rolle von Gustav II. Adolf und Wallenstein.
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen überlieferten schriftlichen Quellen und dem tatsächlichen, archäologisch nachweisbaren Schlachtgeschehen zu beleuchten und so ein präziseres Bild der Kampfweisen zu gewinnen.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine historiographische Analyse sowie die Auswertung von Ergebnissen der Schlachtfeldarchäologie, inklusive Metallfund-Analysen, Prospektionen und der Untersuchung von Kampfzonen.
Im Hauptteil werden der historische Kontext, die Entwicklung des Heerwesens, die verschiedenen militärischen Strömungen (spanisch vs. niederländisch/schwedisch) sowie die konkrete, detaillierte Rekonstruktion der Schlacht bei Lützen inklusive der Formationen behandelt.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Schlachtfeldarchäologie, Dreißigjähriger Krieg, Lützen, Infanterietaktik, Artillerie und militärische Reformen geprägt.
Die schwedische Brigade wird als taktische Formation beschrieben, die im Vergleich zu älteren Systemen eine größere Beweglichkeit und verbesserte Feuerkraft bot, um in den komplexen Schlachten des 17. Jahrhunderts bestehen zu können.
Während die kaiserlichen Truppen anfangs noch stärker an traditionellen, massiveren Tercios festhielten, setzten die Schweden auf flexiblere Brigaden, eine stärkere Integration der Artillerie und eine ausgeprägte Exerzierkunst.
Das Lützener Schlachtfeld gilt als das größte systematisch untersuchte Schlachtfeld weltweit; die archäologischen Funde ermöglichen hier eine Objektivierung historischer Ereignisse, die durch Quellen allein oft nicht eindeutig belegbar sind.
Diese Einheiten wurden von den Kaiserlichen primär für Aufklärungszwecke, zur Störung der feindlichen Linien und als mobile Verteidigung eingesetzt, da sie flexibel und fernab starrer Formationen agieren konnten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

