Bachelorarbeit, 2017
36 Seiten
1 Einleitung
2 Macht- und Gewaltkonzepte
3 Sozialer Raum und seine Beschaffenheit
3.1 Gewalt im Geschlechterverhältnis
3.2 Gewalt gegen Kinder
4 Gewalthandeln und Gewalterleben in Birgit Vanderbekes Ich freue mich, dass ich geboren bin
5 Kinder als Opfer von häuslichen Gewaltstrukturen
5.1 Körperliche Gewalt
5.2 (Non)Verbale Gewalt
6 (Familien)Haus als Gewaltort
7 Motivation und Rechtfertigung von Gewalthandlungen
8 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht das Phänomen der häuslichen Gewalt in Birgit Vanderbekes Roman Ich freue mich, dass ich geboren bin. Im Fokus steht die interdisziplinäre Analyse von Macht-, Gewalt- und Raumkonzepten, um die brutalen Beziehungskonstruktionen innerhalb der Familie sowie die Auswirkungen auf die Identitätsentwicklung des namenlosen siebenjährigen Kindes als Gewaltopfer aufzuzeigen.
4 Gewalthandeln und Gewalterleben in Birgit Vanderbekes Ich freue mich, dass ich geboren bin
Der Roman Ich freue mich, dass ich geboren bin von Birgit Vanderbeke entstand im Jahr 2016. Vanderbeke arbeitet in ihrem Roman ein Stück eigener Geschichte auf.
Den zeitlichen Rahmen der Erzählung bildet die Nachkriegszeit, genauer gemeint ist das Jahr 1963. Die Folgen des Krieges und die Teilung Deutschlands umgeben die ganze Handlung und sind in jeder Situation spürbar. Im Mittelpunkt des Textes steht ein namenloses, kleines Mädchen und zugleich die Ich-Erzählerin, aus deren Perspektive ihre doppelte Flucht erzählt wird. Zum einen flüchtet sie zusammen mit ihren Eltern aus dem Osten nach Westdeutschland, in das sogenannte Land der Verheißung und zum anderen erlebt sie die innere Flucht vor der in der Familie existierenden emotionalen Kälte.
Die Mutter, eine Lehrerin, verliert ihren Verlobten im Krieg und um keine alte Jungfer zu bleiben, heiratet sie einen ca. zehn Jahre jüngeren Mann, mit dem sie schwanger wird.
Der junge Vater entscheidet sich mit schwerem Herzen, sein Ost-Berliner Studentenleben und seine Besuche mit Freundinnen in den West-Kinos aufzugeben und sich mit der Vaterrolle zu konfrontieren. Die Eltern, vor allem die Mutter, deren Träume und Wünsche von großem Belang sind, erhoffen sich ein besseres Leben im goldenen Westen. Doch die neue erträumte Dreizimmerwohnung, gewünschte Teakholzmöbeln oder das lang ersehnte Auto Opel Kapitän können das Glück nicht mitbringen, wenn das Familienleben und somit die Ehe zerrüttet ist.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das interdisziplinäre Thema der häuslichen Gewalt ein und erläutert die Relevanz der Analyse des Romans von Birgit Vanderbeke unter Berücksichtigung von Macht, Gewalt, Geschlecht und Raum.
2 Macht- und Gewaltkonzepte: Das Kapitel vergleicht soziologische Theorien von Foucault, Luhmann und Galtung, um die Übergängigkeit sowie die Repressivität von Macht- und Gewaltbeziehungen theoretisch einzuordnen.
3 Sozialer Raum und seine Beschaffenheit: Hier werden raumsoziologische Konzepte, insbesondere nach Martina Löw, herangezogen, um den familiären Raum als ein durch Machtverhältnisse geprägtes Interaktionsfeld zu definieren.
4 Gewalthandeln und Gewalterleben in Birgit Vanderbekes Ich freue mich, dass ich geboren bin: Dieses Kapitel bettet den Roman in seinen historischen Kontext der Nachkriegszeit ein und analysiert die verzweifelte familiäre Situation der Ich-Erzählerin.
5 Kinder als Opfer von häuslichen Gewaltstrukturen: Die Untersuchung konzentriert sich auf die spezifischen Traumatisierungen des siebenjährigen Mädchens, das sowohl physisch durch den Vater als auch verbal durch die Mutter misshandelt wird.
6 (Familien)Haus als Gewaltort: Dieses Kapitel verdeutlicht, wie das Zuhause statt eines Schutzraumes als Ort der Angst und Unsicherheit fungiert, in dem die Fassade einer perfekten Familie aufrechterhalten wird.
7 Motivation und Rechtfertigung von Gewalthandlungen: Hier wird untersucht, wie Täter ihre Übergriffe durch Externalisierung oder als angebliche Erziehungsmethode legitimieren und warum Außenstehende den Gewaltkreislauf oft nicht unterbrechen.
8 Zusammenfassung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die zerstörerische Wirkung pathologischer Familienstrukturen auf die kindliche Entwicklung.
Häusliche Gewalt, Birgit Vanderbeke, Machtverhältnisse, Kindesmisshandlung, Raumsoziologie, Familienstruktur, Gewaltforschung, psychische Gewalt, körperliche Gewalt, Identitätsentwicklung, Rollenstereotype, Stigma-Management, Interdisziplinarität, Nachkriegszeit, Traumata.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Analyse von häuslicher Gewalt im Roman Ich freue mich, dass ich geboren bin von Birgit Vanderbeke.
Zentrale Themen sind Machtdynamiken, Gewalt gegen Kinder, geschlechtsspezifische Rollenbilder und die Bedeutung des Raumes (Haus/Familie) bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Gewalt.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Gewaltpraktiken in der Familie inszeniert werden und welche psychischen sowie physischen Auswirkungen diese Erfahrungen auf das betroffene Kind haben.
Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz und stützt sich auf soziologische sowie gewaltforschungstheoretische Konzepte von Autoren wie Foucault, Luhmann, Bourdieu und Galtung.
Der Hauptteil analysiert die Gewaltformen (physisch, (non)verbal), die Rolle des sozialen Raumes, die Rechtfertigungsstrategien der Täter und die Auswirkungen der häuslichen Gewalt auf die Protagonistin.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem häusliche Gewalt, Macht, Kindesmisshandlung, Raumsoziologie und Familienstrukturen.
Während der Vater primär physische Gewalt ausübt, zeichnet sich die Mutter durch psychische Gewalt und die Anstiftung des Vaters zu weiteren Misshandlungen aus.
Das Haus verliert seine Funktion als Ort der Geborgenheit und wird aufgrund der dort herrschenden Angst und Gewalt zu einem Ort des Terrors und Gefängnis für das Kind.
Die Ärztin fungiert als Beispiel für das Versagen von Institutionen, die Gewaltspuren zwar bemerken, aber aufgrund der Rechtfertigungsstrategien der Mutter keine intervenierenden Maßnahmen einleiten.
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