Masterarbeit, 2017
84 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Motivation
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Forschungsfragen
1.4 Methodische Vorgehensweise
1.5 Struktur der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Fachkräftemangel
2.2 Sozialkapitaltheorie
2.2.1 Die Sozialkapitaltheorie nach Pierre Bourdieu
2.2.2 Die Sozialkapitaltheorie nach James Samuel Coleman
2.2.3 Sozialkapital als Wert externer Unternehmensbeziehungen
2.3 Das interorganisationale Unternehmensnetzwerk
3. Der Fachkräftemangel im südwestfälischen Mittelstand
3.1 Problematik
3.1.1 Der Trendbegriff und dessen Ursachen
3.1.2 Die Relevanz für den Mittelstand
3.1.3 Die Fachkräftesituation in Südwestfalen
3.2 Lösungsansätze und Strategien
3.2.1 Strategie 1: Strategisches Regionalmarketing
3.2.1.1 Metropole vs. Provinz
3.2.1.2 Potenziale der Region
3.2.2 Strategie 2: Steigerung der Arbeitgeberattraktivität
3.2.2.1 Der Arbeitsmarkt wird zum Arbeitnehmermarkt
3.2.2.2 Familien- und gesundheitsfreundliche Personalpolitik
3.2.2.3 Individuelle Karriereplanung für Fachkräfte
3.2.2.4 Wertschätzung und Vertrauen als Teil der Unternehmenskultur
3.2.2.5 Eine gute Arbeitgebermarke auch kommunizieren
3.2.3 Strategie 3: Optimierung der Nachwuchsrekrutierung
3.2.3.1 Betriebsinterne Ausbildung ermöglichen
3.2.3.2 Potenzial der regionalen Hochschulen nutzen
3.2.4 Strategie 4: Strategische Personalentwicklung
3.2.4.1 Kompetenz- und Wissensmanagement systematisch umsetzen
3.2.4.2 Individuelle Mitarbeiterförderung
3.2.4.3 Inanspruchnahme von Fördermöglichkeiten
3.2.5 Strategie 5: Erschließung von Fachkräftepotenzialen
3.2.5.1 Ältere Menschen besser in Unternehmen integrieren
3.2.5.2 Stärkere Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen und Müttern
3.2.5.3 Nutzung des Potenzials ausländischer Fachkräfte und Migranten
3.2.5.4 Berücksichtigung von An- und Ungelernten sowie Quereinsteigern
3.2.6 Zwischenfazit
3.3 Anwendungsmöglichkeiten im interorganisationalen Netzwerk
3.3.1 Rahmenbedingungen
3.3.2 Stärken des Netzwerks
3.3.2.1 Eine transparente Wissensressource
3.3.2.2 Erfahrungsaustausch und Ideengenerierung
3.3.3.3 Eine gemeinsame Informations- und Kommunikationplattform
3.3.3.4 Entstehung einer Regionalmarke zur gemeinsamen Fachkräfteakquise
3.3.3 Schwächen des Netzwerks
3.3.3.1 Installation eines Netzwerkkoordinators
3.3.3.2 Bereitstellung infrastruktureller Ressourcen
3.3.3.3 Kooperation erfordert Vertrauen
3.3.3.4 Trittbrettfahrerproblem
3.3.4 Chancen des Netzwerks
3.3.4.1 Caring Companies
3.3.4.2 Marktdynamik erfordert Kooperationslösungen
3.3.4.3 Wirtschafts- und Innovationsstärke nutzen
3.3.5 Risiken des Netzwerks
3.3.5.1 Steigender Problemdruck
3.3.5.2 Finanzielle Abhängigkeiten
4. Ergebnisse
4.1 Zusammenfassung
4.2 Limitationen
4.3 Implikationen für die Forschung und Praxis
4.4 Ausblick
Die Arbeit untersucht, ob ein regionales und branchenübergreifendes Unternehmensnetzwerk als wirksame Strategie gegen den Fachkräftemangel im südwestfälischen Mittelstand fungieren kann. Ziel ist es, durch die Verknüpfung bestehender Lösungsansätze mit der Sozialkapitaltheorie aufzuzeigen, wie durch kooperative Netzwerkarbeit ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil bei der Fachkräftesicherung erzielt werden kann.
3.1.1 Der Trendbegriff und dessen Ursachen
Unsere heutige Gesellschaft unterliegt ständigem Wandel. Die sich stark verändernde Bevölkerungsstruktur, welche sich einerseits in der Verknappung des Angebots an jungen Fachkräften, andererseits auf die zunehmende Alterung der Betriebsbelegschaften begründet, wird, setzt man dies in Verbindung mit anderen Trendwörtern wie beispielsweise Globalisierung, Industrie 4.0 oder Digitalisierung, die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften weiter steigern. Der Trendbegriff „Fachkräftemangel“ beschreibt diese Entwicklung und prognostiziert, dass aufgrund der deutlich erhöhten Renteneintritte in den nächsten Jahren, auch mit einem zunehmenden Verlust von Kompetenzträgern zu rechnen ist. Wenn man den eher pessimistisch berechneten Prognosen von Experten glaubt, verliert Deutschland 6,5 Millionen Fachkräfte bis 2030 aus der Regelbeschäftigung heraus in die Rente.
Dies entspräche beispielsweise der Hälfte der Bevölkerung Baden-Württembergs. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung rechnet weiter und kommt zu dem Ergebnis, dass selbst bei 200.000 Zuwanderern pro Jahr 2060 die Zahl der Männer und Frauen im erwerbsfähigen Alter um rund 6,9 Millionen niedriger liegen würde als heute. Warum der Fachkräftemangel demnach zu einem der größten Themen unserer Zeit geworden ist, zeigt auch eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey & Company. Deren zufolge werden bis 2020 rund zwei Millionen Akademiker/innen auf dem bundesdeutschen Arbeitsmarkt fehlen. Eine jahrelange Knappheit an Akademikern hat zudem zu einer gegenteiligen Entwicklung geführt. Indem man seitens der Poltik immer mehr jungen Menschen den Zugang zu einem Studium ermöglichte, entstand ein wahrer Akademisierungswahn, mit der Folge, dass ein Fachkräftemangel in anderen, nichtakademischen Berufsfeldern entstand.
Somit gehört die Angst vor Arbeitslosigkeit der Vergangenheit an. Die Gewinner dieser Nachfrageüberschusssituation sind Studierte und Hochqualifizierte. Andere Wissenschaftler betonen hingegen, dass die Demografieentwicklung nicht als alleinige Ursache bezüglich der Fachkräfteproblematik herangezogen werden darf, sondern hier eine ganzheitliche Problembetrachtung notwendig ist. Als weitere Ursachen werden beispielsweise konjunkturelle Schwankungen, das Image eines Arbeitgebers, einer Branche oder einer ganzen Region sowie fehlende Personalpläne in den Unternehmen genannt. Aufgrund dieser mangelnden Kompetenzen auf Seiten der Unternehmen bezeichnen manche den Fachkräftemangel auch als Mythos, der lediglich als eine Ausrede für untätige Personaler gesehen werden könne.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Problematik des Fachkräftemangels dar, definiert die Forschungsfragen sowie die qualitative Literaturarbeit als methodische Vorgehensweise.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Definitionen von Fachkräften, Fachkräftemangel sowie die Sozialkapitaltheorien nach Bourdieu und Coleman als Basis für Unternehmensnetzwerke.
3. Der Fachkräftemangel im südwestfälischen Mittelstand: Dieser Teil analysiert die spezifischen Ursachen und Folgen des Fachkräftemangels in Südwestfalen und präsentiert fünf verschiedene Strategien zu dessen Bekämpfung sowie die Potenziale und Risiken eines Netzwerks.
4. Ergebnisse: Das letzte Kapitel fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen, reflektiert die Limitationen der Arbeit und leitet Implikationen für die Praxis ab.
Fachkräftemangel, Südwestfalen, Mittelstand, Sozialkapitaltheorie, Unternehmensnetzwerk, Fachkräftesicherung, Demografischer Wandel, Personalmanagement, Arbeitgeberattraktivität, Employer Branding, Wissensmanagement, Fachkräftepotenziale, SWOT-Analyse, Kompetenzmanagement, regionale Entwicklung
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik des Fachkräftemangels im südwestfälischen Mittelstand und untersucht, wie regionale Unternehmensnetzwerke als kooperative Strategie zur Sicherung von Fachkräften beitragen können.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Sozialkapitals, die Auswirkungen des demografischen Wandels auf regionale KMU sowie verschiedene Handlungsstrategien im Personalmanagement wie Employer Branding und Nachwuchsrekrutierung.
Die zentrale Frage ist, ob ein regionales und branchenübergreifendes Unternehmensnetzwerk von involvierten Akteuren eine konsequente Umsetzung der Maßnahmen zur Fachkräftesicherung mittel- bis langfristig gewährleisten kann.
Die Arbeit nutzt eine qualitative methodische Vorgehensweise in Form einer Literaturarbeit, die durch ein deduktives Denkverfahren geprägt ist. Zur Untersuchung der Netzwerkpotenziale wird zudem eine SWOT-Analyse angewandt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Problemanalyse des Fachkräftemangels, die Darstellung von fünf spezifischen Lösungsstrategien für den Mittelstand und eine detaillierte SWOT-Analyse zur Anwendung im interorganisationalen Netzwerk.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Fachkräftesicherung, Sozialkapital, Unternehmensnetzwerk, Arbeitgeberattraktivität, Demografischer Wandel und regionale Wirtschaftsstruktur Südwestfalen charakterisieren.
Die Sozialkapitaltheorien von Bourdieu und Coleman bilden das theoretische Fundament, um zu erklären, wie vertrauensvolle Beziehungen zwischen Unternehmen einen Mehrwert an Wissen und Ressourcen generieren, der die Kooperation zur Fachkräftesicherung unterstützt.
Der Netzwerkkoordinator wird als essenziell für die Moderation und Vertretung des Netzwerks nach außen betrachtet, wenngleich dessen Installation mit signifikanten Kosten- und Ressourcenaufwand verbunden ist.
Das Regionalmarketing wird als entscheidender Hebel identifiziert, um Südwestfalen im Wettbewerb mit Metropolregionen zu profilieren und durch eine starke gemeinsame Arbeitgebermarke "Südwestfalen – Alles Echt" Fachkräfte aktiv an die Region zu binden.
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