Bachelorarbeit, 2017
74 Seiten, Note: 2,8
1 Einleitung: Die Frankophonie in Nordamerika – Einordnung des « français acadien »
2 Herangehensweise und Forschungsstand
3 Geschichtlicher Hintergrund
3.1 Einleitung
3.2 Die Entdeckung und Namensgebung
3.3 Die Gründung Akadiens: Anfänge in der Nouvelle-France
3.4 Auseinandersetzungen zwischen den Briten und Franzosen – Probleme bei der Besiedlung
3.5 Akadien im Besitz der Engländer
3.6 Das dunkle Kapitel Akadiens: « Le Grand Dérangement »
3.7 Gründe für die Auswanderung und das Leben im „Paradies“
3.8 Akadien zwischen Renaissance und Moderne
3.9 Zur Herkunft des « français acadien » und der Kolonisten
4 Varietätenlinguistik: Das historische Akadien, das «français acadien» und die Akadier der Gegenwart
4.1 Einleitung
4.2 Aktuelle geographische und sprachliche Situation: Provinzen, Sprecherzahlen und der Status des Französischen
4.3 Über das « français acadien »
4.4 Gründe für die Unterschiede der französischen Varietäten in Kanada
4.5 Die Akadier in der heutigen Zeit
4.6 Probleme bei der Erhaltung der Varietät und stattfindende Entwicklungen
4.7 Assimilation der Akadier an die anglophone Umgebung
5 Lexikologie: Die Wortschatzanalyse des Akadischen zwischen Tradition und Innovation
5.1 Kurzes Zwischenfazit und Einleitung in die Wortschatzanalyse
5.2 Bereits getroffene Zukunftsaussichten verschiedener Autoren für das « français acadien »
5.3 Allgemeine Besonderheiten: Kontrastiver Vergleich zum Standardfranzösischen
5.3.1 Phonologie – Analyse der Phoneme und der phonologischen Oppositionen und der lautlichen Besonderheiten im « français acadien »
5.3.2 Morphologie
5.3.3 Syntax
5.4 Erhaltung sprachlicher Besonderheiten in der Acadie
5.4.1 Neuschottland
5.4.2 Neubraunschweig
5.4.3 Magdalenen-Inseln und Neufundland
5.5 Wortschatzanalyse nach G. Massignon
5.5.1 Einführung
5.5.2 Beispiele für Konservatismus und Anpassung
5.5.3 Wortkategorien des täglichen Lebens
5.5.4 Regionalismen
5.5.5 „Akadianismen“ – Exempel einer Wortgruppe unbekannten Ursprungs
5.5.6 Wörter aus der Zeit der Kolonialisierung
5.5.7 Wortneubildungen – Beispiele für Derivate
5.5.8 Polyvalenz
5.5.9 Neologismen
5.5.10 Anglizismen
5.6 Eigenständige Wortschatzanalyse zwischen Tradition und Innovation
5.6.1 Einführung
5.6.2 Analyse eines akadischen Glossars und Diktionärs
5.6.3 Wortbeispiele aus einem Internetvideo und Vergleich zum akadischen Glossar und Diktionär
5.6.4 Analyse eines aktuelleren Korpus aus der Provinz Neubraunschweig
5.6.5 « Le Chiac » – eine besondere Sprachkontaktvarietät
6 Fazit und Schlusswort
7 Literatur- und Quellenverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wortschatz des « français acadien » in Nordamerika im Spannungsfeld zwischen traditionellen, archaischen Sprachstrukturen und modernen, durch Sprachkontakt geprägten Innovationen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich diese spezifische Varietät trotz des starken Drucks durch das Englische und das Standardfranzösische sowie eine bewegte Kolonialgeschichte bis in die Gegenwart behaupten konnte.
3.6 Das dunkle Kapitel Akadiens: « Le Grand Dérangement »
In einem akadischen Lied mit dem Titel « L’Acadie n’a pas de frontières » heißt es in der ersten Zeile des Liedtextes: « On nous a un jour déportés [...] ».28
Um die vierzig Jahre hielt ein harmonisches Leben unter englischer Herrschaft an. Doch als England im Jahre 1755 beschloss, aus Nova Scotia eine rein britische Kolonie zu machen und die katholischen Akadier durch Zivilisten des Vereinigten Königreichs zu ersetzen, wurde das dunkelste Kapitel akadischer Geschichte eingeleitet, nämlich die Zeit der Massenvertreibung (« Le Grand Dérangement »). Die leitende Hand war dabei der Gouverneur Charles Lorenz, der im akadischen Volk, obwohl es einen Eid geschworen hat, eine Reihe von Rebellen und Unruhestiftern sah. Die Vertreibung galt somit als eine frühe Form der ethnischen Säuberung.29
Was sich einst die Akadier nach langer Zeit aufgebaut hatten, wurde im Handschlag zerstört, um ihnen alle Hoffnung auf eine Rückkehr zunichte zu machen.30 So wurden die Akadier auf Schiffe verfrachtet, um von den Engländern nach einem bestimmten System in andere Kolonien deportiert zu werden. Laut den Angaben von Ertler handelte es sich insgesamt um 12.660 Akadier, die nach Frankreich zurückgebracht oder an weitere Regionen „abgegeben“ wurden.
1 Einleitung: Die Frankophonie in Nordamerika – Einordnung des « français acadien »: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und definiert den Begriff der Frankophonie sowie die historische und sprachliche Einordnung des « français acadien » in Nordamerika.
2 Herangehensweise und Forschungsstand: Hier werden die methodische Vorgehensweise, die Zielsetzung der Arbeit sowie der aktuelle Stand der Forschung zur akadischen Sprache und Geschichte dargelegt.
3 Geschichtlicher Hintergrund: Dieses Kapitel beleuchtet die Entdeckung Akadiens, die kolonialen Konflikte zwischen Frankreich und England sowie die traumatische Zeit der Vertreibung und ihre Auswirkungen auf das kulturelle Bewusstsein.
4 Varietätenlinguistik: Das historische Akadien, das «français acadien» und die Akadier der Gegenwart: Hier steht die soziolinguistische Situation der Akadier, ihre heutige geographische Verteilung sowie der Status ihrer Sprache in verschiedenen kanadischen Provinzen im Fokus.
5 Lexikologie: Die Wortschatzanalyse des Akadischen zwischen Tradition und Innovation: Das Hauptkapitel widmet sich der detaillierten Analyse des Wortschatzes, unterteilt in allgemeine Besonderheiten, historische Einflüsse, Massignons Analysen sowie eigenständige Untersuchungen von Korpora.
6 Fazit und Schlusswort: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die Beständigkeit des « français acadien » zusammen und diskutiert dessen Zukunftschancen.
7 Literatur- und Quellenverzeichnis: Ein umfassendes Verzeichnis der in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Fachliteratur, Medienquellen und Internetressourcen.
Akadien, français acadien, Sprachwandel, Nordamerika, Sprachkontakt, Anglizismen, Archaismen, Varietätenlinguistik, Wortschatzanalyse, Grand Dérangement, frankophone Identität, soziale Integration, Mehrsprachigkeit, französische Dialekte.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der akadischen französischen Sprache, dem « français acadien », und analysiert deren Wortschatz vor dem Hintergrund historischer, sozialer und sprachwissenschaftlicher Faktoren.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Akadier, die linguistische Beschreibung ihrer Sprache (Phonologie, Morphologie, Syntax), den Einfluss des Englischen und die Spannungsfelder zwischen traditionellem Erbe und notwendiger sprachlicher Innovation.
Die Arbeit möchte untersuchen, ob sich das « français acadien » trotz des Einflusses des Englischen und des Standardfranzösischen als eigenständige Varietät in der Zukunft erhalten kann.
Die Autorin kombiniert eine landeskundliche historische Analyse mit einer sprachtheoretischen Korpusanalyse, wobei sie Fachliteratur mit aktuellen Beispielen aus Interviews, Internetvideos und Liedtexten kontrastiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine varietätenlinguistische Einordnung des historischen und aktuellen Akadiens sowie eine detaillierte lexikologische Wortschatzanalyse, die den Erhalt archaischer Strukturen und das Aufkommen von Neologismen aufzeigt.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Akadien, « français acadien », Sprachwandel, Anglizismen, Archaismen, Identität und Sprachkontakt.
Die Massenvertreibung fungiert als zentraler Gründungstmythos, der das kollektive Bewusstsein der Akadier prägte und somit maßgeblich zur Identitätsbildung und dem Bedürfnis nach dem Erhalt der eigenen Sprache beitrug.
« Le Chiac » ist eine durch intensiven Sprachkontakt entstandene, stark anglisierte Varietät, die besonders unter der jungen Generation in städtischen Zentren wie Moncton verbreitet ist und die innovative Seite der sprachlichen Entwicklung repräsentiert.
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