Bachelorarbeit, 2017
94 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Begriffsabgrenzung
1.2 Problemstellung
1.3 Aufbau und Gang der Arbeit
2 Begriffsdefinitionen und Grundlagen
2.1 Prinzipal-Agent-Theorie
2.2 Der Vertrag innerhalb der Prinzipal-Agent-Beziehung
2.3 Informationsasymmetrien als Problemursache
2.3.1 Hidden Action
2.3.2 Hidden Information
2.3.3 Hidden Characteristics
2.3.4 Hidden Intention
2.4 Probleme in Verbindung mit der Typologie der Informationsasymmetrie
2.4.1 Adverse Selection
2.4.2 Moral Hazard
2.4.3 Hold-up
2.5 Überblick ausgewählter Lösungsansätze der Prinzipal-Agent-Probleme
2.5.1 Screening
2.5.2 Signaling
2.5.3 Anreiz,- Kontroll,- und Informationssysteme
2.5.4 Kurzzusammenfassung
3 Bedeutung von Vertrauen in der Prinzipal-Agent-Beziehung im Private Banking
3.1 Das Phänomen des Vertrauens innerhalb der Prinzipal-Agent-Beziehung
3.1.1 Vertrauen statt Vertrag
3.1.2 Auswirkung von Vertrauen auf Lösungsansätze der Prinzipal-Agent Beziehung
3.2 Bedeutung von Vertrauen im Private Banking
3.3 Vertrauenskomponente bei Kreditverträgen
3.4 Das Prinzipal-Agent-Problem im Private-Banking-Kundenbereich
3.5 Informationsasymmetrien im Private Banking
3.5.1 Hidden Characteristics in der Private-Banking-Kundenbeziehung
3.5.2 Hidden Intention in der Private-Banking-Kundenbeziehung
3.5.3 Hidden Action in der Private-Banking-Kundenbeziehung
3.5.4 Hidden Intention und Hidden Action im Zusammenhang mit Wertpapiertransaktionen
3.5.5 Hidden Intention und Hidden Action im Zusammenhang mit Anlageempfehlung
3.5.6 Adverse Selection und Moral Hazard
3.5.7 Kurzzusammenfassung
4 Veränderung der Vertrauensbeziehung durch Digitalisierung
4.1 Digitalisierung des Bankensektors
4.1.1 Vertrauen in Digitalisierung
4.1.2 Banking der Zukunft
4.1.3 Digitalisierung von Bankberatung
4.2 Fragebogen
4.3 Ergebnis
4.4 Kurzzusammenfassung
5 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, welchen Einfluss die Digitalisierung auf das Vertrauensverhältnis innerhalb der Prinzipal-Agent-Beziehung im Private Banking nimmt und ob technologische Lösungen dazu beitragen können, die bestehende Vertrauenskrise zu bewältigen.
Die Prinzipal-Agent-Beziehung im Private-Banking-Kundenbereich
Im Rahmen der Prinzipal-Agent-Theorie gibt es eine Vielzahl von branchenunterschiedlichen Ansätzen, welche die Problematik dieser Beziehung darstellen. In der Bankenbranche kommt es zu einer komplexen, doppelseitigen Prinzipal-Agent-Beziehung. Zunächst tritt das Bankinstitut als Prinzipal auf, indem es einen Bankerberater mit der Beratung eines bestimmten Kundenportfolios beauftragt. Somit fungiert der Berater als Agent für das Bankinstitut. Andererseits beauftragt der Kunde den Berater, indem er ihn mit einem Mandat zur Finanzverwaltung ausstattet, mit dem der Berater fortan individuelle Finanzdienstleistungen für den Kunden am Markt anfragt.
Neben dem Kernelement der Informationsasymmetrie ist das Zusammentreffen von Prinzipal und Agent ebenfalls von einer unterschiedlichen Erwartungshaltung geprägt. Beeinflusst wird die Erwartungshaltung von einer persönlichen Nutzenfunktion des Akteurs. Diese Situation gilt auch als Grundlage der Beziehung, wenn der Prinzipal einen Agenten mit einer Finanzplanung beauftragt. Bei dieser Konstellation werden beide Individuen vornehmlich ihre persönlichen Ziele verfolgen, dafür werden sie alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen. Im Interesse des Prinzipals ist es, mit seiner Geldanlage den größtmöglichen Gewinn zu erzielen und dabei das Risiko so gering wie möglich zu halten. Zudem ist es für ihn erstrebenswert, die Kosten für die Beratung auf ein Minimum zu reduzieren. Die Nutzenfunktion des Agenten werden dagegen von den Determinanten Freizeit, Einkommen und Sicherheit bestimmt.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Prinzipal-Agent-Beziehung und deren Relevanz für das Vertrauensverhältnis im Private Banking unter dem Einfluss der Digitalisierung ein.
2 Begriffsdefinitionen und Grundlagen: Hier werden die theoretischen Fundamente der Prinzipal-Agent-Theorie sowie die verschiedenen Arten der Informationsasymmetrie und deren Lösungsansätze wie Screening und Signaling erläutert.
3 Bedeutung von Vertrauen in der Prinzipal-Agent-Beziehung im Private Banking: Das Kapitel analysiert Vertrauen als Steuerungsgröße in Agency-Beziehungen und beleuchtet die spezifische Vertrauensproblematik im Private Banking sowie die Auswirkungen der Finanzmarktkrise.
4 Veränderung der Vertrauensbeziehung durch Digitalisierung: Hier wird der digitale Wandel im Bankensektor untersucht, insbesondere die Rolle von Robo Advisors und die Auswirkungen auf die Kundenbeziehung, ergänzt durch eine empirische Kundenbefragung.
5 Fazit und Ausblick: Dieses Kapitel zieht ein abschließendes Resümee über die Auswirkungen der Digitalisierung und gibt einen Ausblick auf die künftige Rolle des Vertrauens in einer technologiegeprägten Finanzwelt.
Prinzipal-Agent-Theorie, Private Banking, Vertrauen, Digitalisierung, Informationsasymmetrie, Robo Advisor, Finanzberatung, Kundenbeziehung, Risiko, Anreizsysteme, Bankwesen, Vertrauenskrise, Transparenz, Signaling, Screening
Die Arbeit analysiert die kritische Rolle von Vertrauen innerhalb der Prinzipal-Agent-Beziehung im Sektor des Private Bankings, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Einfluss des digitalen Wandels liegt.
Zentrale Themen sind die Prinzipal-Agent-Theorie, Informationsasymmetrien, der Mechanismus des Vertrauens im Bankenkontext sowie die Disruption traditioneller Beratungsmodelle durch Digitalisierung.
Ziel ist es herauszufinden, welche Auswirkungen die zunehmende Digitalisierung auf das Vertrauen der Kunden in ihre Banken hat und ob neue Technologien wie Robo Advisors Agency-Probleme lösen oder verschärfen können.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu theoretischen Grundlagen sowie einer eigenen, strukturierten Kundenumfrage, die mittels Online-Programm erhoben wurde, um die Sichtweise moderner Kunden zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Prinzipal-Agent-Problematik, eine Analyse der Vertrauensfaktoren im Private Banking und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Transformation des Bankgeschäfts durch Digitalisierung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Prinzipal-Agent-Theorie, Vertrauen, Private Banking, Digitalisierung, Informationsasymmetrie und Robo Advisor charakterisiert.
Das "Lemons-Problem" von George Akerlof dient als historisches Beispiel, um die Entstehung von Informationsasymmetrien und das daraus resultierende Marktversagen bei Gebrauchtwagen auf den Finanzsektor und die Problematik ungleich verteilter Informationen zu übertragen.
Die Umfrage zeigt eine Ambivalenz: Kunden schätzen zwar die Informationstransparenz durch das Internet, bevorzugen bei komplexen, individuellen Finanzangelegenheiten jedoch nach wie vor den persönlichen Kontakt und haben Vorbehalte gegenüber rein algorithmischen Entscheidungen.
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