Bachelorarbeit, 2017
36 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
II. Kurzbiografie zu Robert Smithson
III. Enantomorphic Chambers
III.1. Enantomorphic Chambers - Konzeption
III.2. Enantomorphic Chambers - Rezeption
IV. Yucatan Mirrordisplacements
IV.1. Yucatan Mirrordisplacements - Konzeption
IV.2. Yucatan Mirrordisplacements - Rezeption
V. Sites and Non-Sites
V.1. Sites and Non-Sites - Konzeption
V.2. Sites and Non-Sites - Rezeption
VI. Der strukturalistische Kontext
VII. Schlussbetrachtung
VIII. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die konzeptuellen Ansätze des Künstlers Robert Smithson zur Erfassung des Raumes und beleuchtet dabei insbesondere das Spannungsfeld zwischen Innen- und Außenraum sowie die philosophische und strukturalistische Fundierung seiner Werke. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, wie Smithson mittels seiner Installationen und Spiegelungen traditionelle Wahrnehmungsmuster hinterfragt und eine neue, oft dialektische Beziehung zwischen Subjekt, Objekt und Raum konstruiert.
Enantomorphic Chambers - Konzeption
In der frühen sechziger Jahren wendet sich Robert Smithson zunehmend mineralischen und kristallinen Strukturen zu, wobei er innerhalb dieses Themenkomplexes in seinen ersten Skulpturen die formale Logik der Kristallographie mittels symmetrisch angeordneter Spiegelflächen adaptiert. Eine ganze Werkgruppe entsteht, deren optisches Erscheinungsbild vorwiegend durch die Verwendung von Stahlrahmen, Spiegelflächen und einer kristallartigen sowie facettierten Körperstruktur geprägt wird. 1965 entsteht die dreidimensionale Arbeit „Enantomorphic Chambers“, welche im Kontext des damals vorherrschenden Minimalismus/Post Minimalismus präsentiert wird, und den Betrachter zur Partizipation, d.h. zur Selbstbetrachtung im verspiegelten Zwischenraum zweier metallener Module einlädt.
Smithsons ursprünglicher Ansatz zu den Enantomorphic Chambers bestand in der Absicht, für die Wahrnehmungsweise der dritten Dimension zu sensibilisieren und eben diese zugleich zu hinterfragen, d.h., die Konstruktion und Herausbildung eines geistigen Bildes aus den Wahrnehmungen des menschlichen Gesichtsinns, respektive der zwei parallel wahrnehmenden Augen, mittels dessen wir - aus Wahrnehmungen von Richtungen ohne bestimmte Entfernung gespeist - ein rein imaginatives Bild konstruieren, wodurch die Illusion von Raumtiefe und unendlichem Raum entsteht. Somit entsteht aus den unmittelbaren Sinneswahrnehmungen des binokularen Sehens die geistige Konzeption eines räumlichen Weltbildes, wobei konkret die jeweils unterschiedlichen Netzhautbilder - des rechten und des linken Auges - über ihre spezifische Differenz und Ungleichheit einen hohen Informationswert für die Herausbildung des räumlichen Sehens mit übertragen, da die Ungleichheit der beiden Bilder dem Gehirn die Information über die Entfernung des fokussierten Gegenstandes liefert, ein auch als Parallaxe bezeichneter Vorgang.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die künstlerische Relevanz von Robert Smithson ein und umreißt die zentralen Ausgangspunkte der Arbeit, insbesondere die Untersuchung der "Enantomorphic Chambers" sowie die Bedeutung strukturalistischer Ansätze für sein Werk.
II. Kurzbiografie zu Robert Smithson: Das Kapitel zeichnet den Lebensweg Smithsons nach, wobei besonders sein Wandel von der Malerei zur Skulptur und sein wachsendes Interesse an Geologie, Kristallographie und dem Prinzip der Entropie hervorgehoben werden.
III. Enantomorphic Chambers: Die Analyse dieser Installation beleuchtet sowohl die konzeptuellen Grundlagen in Bezug auf Symmetrie und binokulares Sehen als auch die spezifische Rezeption durch den Betrachter und dessen Konfrontation mit der eigenen Wahrnehmung.
IV. Yucatan Mirrordisplacements: Dieses Kapitel widmet sich den Spiegelversetzungen in Yucatan, wobei die historische Komponente und Smithsons kritische Auseinandersetzung mit archäologischen Expeditionen sowie dem Konzept des "low-level scanning" im Mittelpunkt stehen.
V. Sites and Non-Sites: Hier wird das fundamentale Konzept der Site/Non-Site-Verhältnisse erarbeitet, welches die Dialektik zwischen realem Ort und seiner musealen Repräsentation in Form von Karten und Rohmaterialien untersucht.
VI. Der strukturalistische Kontext: Das Kapitel ordnet Smithsons Ansätze in den theoretischen Rahmen des Strukturalismus ein, insbesondere unter Bezugnahme auf Lacan, Lévi-Strauss und Foucault, um die zugrunde liegenden Mechanismen seiner Werkentwicklung zu verdeutlichen.
VII. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die fortlaufende Auseinandersetzung Smithsons mit der Erfassung des Raumes sowie die bleibende Bedeutung seiner Arbeit für die Hinterfragung tradierter Wahrnehmungsmuster.
VIII. Literaturverzeichnis: Auflistung sämtlicher für die Arbeit herangezogenen Quellen, inklusive Primärtexte von Smithson und wissenschaftliche Sekundärliteratur.
Robert Smithson, Enantomorphic Chambers, Yucatan Mirrordisplacements, Sites and Non-Sites, Strukturalismus, Entropie, Raumwahrnehmung, Geologie, Kristallographie, Binokulares Sehen, Karte, Repräsentation, Raum-Zeit-Kontinuum, Claude Lévi-Strauss, Lacan
Die Arbeit analysiert Robert Smithsons konzeptuelle Ansätze zur Erfassung des Raumes und untersucht, wie er durch seine Skulpturen und Installationen traditionelle Wahrnehmungsmodelle dekonstruiert.
Zu den zentralen Themen gehören die Dialektik zwischen Ort und Nicht-Ort, die Bedeutung der Kristallographie und Entropie für die Kunst sowie die Einbettung von Wahrnehmungsprozessen in strukturalistische Theorien.
Das Ziel ist die Beleuchtung der historischen und philosophischen Hintergründe von Smithsons Werk, um aufzuzeigen, wie er Raum als ein von kulturellen und subjektiven Mustern geprägtes Konstrukt hinterfragt.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse der künstlerischen Praxis Smithsons im Dialog mit einschlägigen geisteswissenschaftlichen Theorien wie dem Strukturalismus und der Phänomenologie.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der "Enantomorphic Chambers", der "Yucatan Mirrordisplacements" und des "Site/Non-Site"-Konzepts unter Einbeziehung philosophischer Bezugspunkte.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Entropie, Strukturalismus, Spiegelversetzungen, Raumwahrnehmung und die Dialektik von Site und Non-Site.
Spiegel dienen bei Smithson nicht nur der Reflexion, sondern fungieren als Werkzeuge zur Infragestellung der visuellen Realität, der Destabilisierung des Punktauges und zur Erzeugung von Raumillusionen.
Dies ist ein von Anton Ehrenzweig entlehnter Begriff, den Smithson nutzte, um eine nicht-fokussierte, synkretistische Wahrnehmungsweise zu beschreiben, die den Betrachter über die analytische Sicht hinaus zur Erfassung der Gesamtstruktur einlädt.
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