Bachelorarbeit, 2017
67 Seiten, Note: 1,3
1 Problemstellung und Motivation
2 Theoretische Grundlagen zum Reklamationsgespräch
2.1 Die Wahrnehmung einer Kundenreklamation als Chance
2.1.1 Rechtliche Ansprüche bei Mangelhaftigkeit einer Ware
2.1.2 Die Garantie als Erweiterung der Gewährleistungsrechte
2.1.3 Orientierung des Verhaltens an Kundentypen
2.1.4 Wünschenswerte Verhaltensweisen bei der Durchführung einer Reklamation
2.1.5 Checkliste für das Reklamationsgespräch
2.1.6 Kompetenzorientierte Einordung der Fähigkeiten von Einzelhandelskaufleuten
2.2 Eingrenzung der Möglichkeiten von handlungsorientiertem Unterricht
2.2.1 Die Fallstudie
2.2.2 Das Rollenspiel
2.2.3 Das Partnerpuzzle
2.2.4 Die Leittextmethode
2.2.5 Tonbandaufnahmen und Videoaufzeichnungen
2.3 Verknüpfung von Inhalt und Methoden – Geeignete Auswahl für den Beispielunterricht
3 Entwurf eines beispielhaften Unterrichts
3.1 Themen und Kompetenzen planen
3.1.1 Sachanalyse
3.1.2 Intentionalität – Die Lernziele als Leistungskontrolle
3.2 Bedingungen analysieren
3.3 Strukturskizze
3.4 Verlaufsplanung
4 Der Erfolg eines Kommunikationstrainings
5 Glossar
6 Literaturverzeichnis
7 Anhang
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen handlungsorientierten Unterrichtsentwurf zum Thema Reklamationsgespräch im Einzelhandel zu entwickeln. Im Zentrum steht dabei die Förderung der kommunikativen Kompetenz von Auszubildenden, um sie auf komplexe Konfliktsituationen im Berufsalltag vorzubereiten und die Verbindung zwischen theoretischem Fachwissen und praktischer Anwendung zu stärken.
2.1.3 Orientierung des Verhaltens an Kundentypen
Kundinnen und Kunden nach Typologie zu charakterisieren ist für die verkaufende Person hilfreich, um schnell die Persönlichkeit einzuschätzen und entsprechend darauf reagieren zu können. Denn jeder Mensch tritt aufgrund seines Temperaments anders auf und möchte auch anders behandelt werden. Abbildung 1 zeigt zwei konträre Paare an Verhaltensweisen bei Kaufenden. Es gibt sachliche Menschen, die nur an Fakten interessiert sind und die Angestellten lediglich als Informationsbeschaffer betrachten. Im Gegensatz dazu legen emotionale Menschen Wert auf die Persönlichkeit des Angestellten und achten stark auf persönliche Ansprache und eine positive Ausstrahlung. In dem Modell von Kellner (2008, S. 62) ist das zweite Gegensatzpaar der dominante und der ruhige Typ. Dominante Menschen führen gerne selbst das Gespräch durch viele Fragen, Geschichten oder Aufforderungen. Ruhige, zurückhaltende Menschen bekommen gerne Input in Form von Informationen oder Aufmerksamkeit. Die Verwertung des Inputs erfolgt durch positive oder negative Reaktionen, z.B. Kauf, Nicht-Kauf oder Wiederkauf eines Produkts.
Der Umgang mit Menschen im Reklamationsgespräch kann nach Kellner (2008, S. 61–71) an vier Grundcharakteristika ausgerichtet werden:
Der Analytiker oder Tüftler ist ein ruhiger und sachlicher Typ. Er trifft wohlüberlegte Entscheidungen und handelt ungern spontan. Genauso verhält er sich auch bei einer Reklamation. Bevor er sich beschwert, rekapituliert er den Sachverhalt und informiert sich über seine Reklamationsmöglichkeiten. Durch seine zynische Art und Weise kann er sehr verletzend sein, ohne dabei direkt laut zu werden. Als Angestellte/r begibt man sich am besten auf eine sachliche Ebene und beginnt sofort mit der korrekten Reklamationsbearbeitung. Die zynischen Worte sollten nicht zu ernst oder gar persönlich genommen werden.
1 Problemstellung und Motivation: Einleitung in die Relevanz der Kommunikationsförderung in der Berufsschule und Darstellung der zentralen Forschungsfrage.
2 Theoretische Grundlagen zum Reklamationsgespräch: Erläuterung der rechtlichen Rahmenbedingungen, Identifikation verschiedener Kundentypen und Vorstellung geeigneter Unterrichtsmethoden.
3 Entwurf eines beispielhaften Unterrichts: Konkrete Ausarbeitung einer Unterrichtssequenz inklusive Sachanalyse, Lernzielen, Strukturskizze und Verlaufsplanung.
4 Der Erfolg eines Kommunikationstrainings: Fazit zur Effektivität handlungsorientierter Ansätze bei der Vermittlung von Soft Skills im Einzelhandel.
Reklamationsgespräch, Einzelhandel, Berufsschule, Handlungsorientierung, Kommunikationstraining, Kundenreklamation, Rollenspiel, Fachkompetenz, Konfliktfähigkeit, Unterrichtsentwurf, Lernfeld, Soft Skills, Gewährleistungsrecht, Selbstreflexion, Videoanalyse.
Die Arbeit untersucht, wie die Kommunikations- und Konfliktfähigkeit von Auszubildenden im Einzelhandel durch handlungsorientierte Unterrichtsmethoden in der Berufsschule effektiv gefördert werden kann.
Die Arbeit verknüpft rechtliche Grundlagen des Reklamationswesens mit psychologischen Kundentypologien und didaktischen Konzepten für den handlungsorientierten Wirtschaftsunterricht.
Das Hauptziel ist die Entwicklung eines praxisnahen Unterrichtsentwurfs zum Thema Reklamationsgespräch, der Lehrkräften als konkrete Hilfestellung dient.
Es wird eine fundierte Literaturrecherche zur Didaktik durchgeführt, ergänzt durch die Ableitung eines Kompetenzmodells und die Erstellung eines detaillierten Verlaufsplans für eine Unterrichtseinheit.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung von Reklamationsbearbeitung, die Vorstellung von Methoden wie Rollenspielen und die praktische Planung einer Lernsequenz.
Wichtige Begriffe sind Reklamationsgespräch, Handlungsorientierung, Kompetenzentwicklung, Kundentypologie, Berufsschule und Rollenspiel.
Die Arbeit differenziert zwischen Analytikern, Machern, Verbindlichen und Stars, um für jeden Typus spezifische, deeskalierende Verhaltensweisen für das Verkaufspersonal abzuleiten.
Die Videoanalyse dient der Selbstreflexion der Lernenden; sie ermöglicht es, das eigene Verhalten objektiv zu betrachten und gezielt an kommunikativen Kompetenzen zu arbeiten.
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