Examensarbeit, 2005
72 Seiten, Note: 2,0
0. Einleitung
1. Sozialisationsbegleitender Religionsunterricht
1.1 Biographische Anmerkungen zu Stoodt
1.1.1 Prägende Biographiestationen im religiösen Bereich
1.1.2 Prägende Biographiestationen im politischen Bereich
1.1.3 Prägende Biographiestationen im kirchlichen Bereich
1.1.4 Prägende Biographiestationen im wissenschaftlichen Bereich
1.2 Analyse des Konzeptes
1.2.1 Gesamtziele des Konzeptes
1.2.1.1 Hilfe zur Selbstfindung
1.2.1.2 Hilfe zu solidarischem Handeln
1.2.1.3 Hilfe zu stellvertretendem Handeln
1.2.1.4 Hilfe zu alternativischem Denken
1.2.2 Mündigkeit
1.2.3 Religionsbegriff (Neutralisierte Religion)
1.2.4 Rolle des Lehrers
2. RU als Hilfe zur Identitätsbildung
2.1 Biographische Anmerkungen zu Fraas
2.1.1 Drei Elemente eines theologischen Lebens
2.1.2 Besondere religiöse Situation unter Nationalsozialismus und Sozialismus
2.1.3 Universitätszeit
2.1.4 Theologisches Profil
2.2 Analyse des Konzeptes
2.2.1 Dominanzsysteme
2.2.1.1 Gesellschaft
2.2.1.2 Orientierung am Schüler
2.2.1.3 Fachwissenschaft und Tradition
2.2.2 Identität als Bezugsrahmen
2.2.3 Vermittlung von Identität und dabei entstehende Probleme
2.2.4 Verbindung von Identität und Biographie
2.2.4.1 Vorschulische Entwicklung
2.2.4.2 Schule und pubertäre Identitätskrise
2.2.5 Sozialisationsinstitutionen
2.2.5.1 Familie
2.2.5.2 Kindergarten
2.2.5.3 Gemeinde
2.2.5.4 Religionsunterricht
2.2.6 Weiterführung des Konzeptes im Kontext der Religionspsychologie
3. Vergleich beider Konzepte
4. Kritik an den Konzepten
4.1 Kritik an Stoodt
4.2 Kritik an Fraas
5. Ausblick
Die vorliegende Arbeit vergleicht die religionspädagogischen Konzepte von Dieter Stoodt und Hans-Jürgen Fraas mit dem Ziel, deren Ansätze zur religiösen Erziehung und Sozialisation kritisch zu beleuchten und einzuordnen.
1.1.1 Prägende Biographiestationen im religiösen Bereich
Stoodts religiöser Lebensweg scheint zunächst im Rahmen seiner Zeit ein völlig unproblematischer, vorgezeichneter zu sein, der mit seiner Taufe im Alter von wenigen Wochen begann. Der Nationalsozialismus – ohnehin ein entscheidendes prägendes Moment seines Lebens – allerdings lenkte sein Verhältnis zu Religion und Kirche in andere Bahnen. Stoodt wurde nicht konfirmiert. Seine Eltern gingen auf Distanz zu der Kirche. Der Kirchenaustritt – aus nationalsozialistischen Beweggründen – folgte.
Stoodt engagierte sich stark in der nationalsozialistischen Jugendorganisation. Er sagt von sich selbst, dass er „ [...] in der HJ alle Schnüre, Sterne und Abzeichen zu erreichen suchte, die es gab.“ Bemerkenswert ist allerdings die Tatsache, dass obwohl Stoodts Eltern aus der Kirche ausgetreten waren, sie sich dennoch mit einzelnen kirchlichen Personen weiterhin identifizierten: „Der rheinische Superintendent (und Schulinspektor) sowie der nassauische Dekan blieben lebenslänglich Respektspersonen.“ Stoodt merkt an, dass für seine Eltern – wie auch für viele andere – der Übergang von einem „nationalen Christentum der Pflichten und Taten“, wie es ihnen nahegebracht wurde, zum Parteiprogramm der NSDAP und dessen „positiven Christentums“ keine unüberwindliche Hürde darstellte. Es scheint also der Fall zu sein, dass in der religiösen Erziehung der Generation von Stoodts Eltern Verhaltensmuster angelegt wurden, die sich auch im Umgang mit dem Nationalsozialismus weiterverwenden ließen.
0. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die religionspädagogischen Umbrüche der späten 1960er Jahre und stellt die Relevanz der empirischen Wende für die Arbeit dar.
1. Sozialisationsbegleitender Religionsunterricht: Dieses Kapitel analysiert Stoodts Konzept, das den Fokus auf die individuelle Lebensgeschichte der Schüler legt und den Religionsunterricht als Ort der Aufarbeitung und Therapie begreift.
2. RU als Hilfe zur Identitätsbildung: Hier wird das Konzept von Fraas vorgestellt, das Identität als zentrales Existenzproblem betrachtet und den Religionsunterricht als Beitrag zur religiösen Identitätsfindung in einer säkularen Welt verortet.
3. Vergleich beider Konzepte: Dieser Abschnitt stellt die Hauptunterschiede heraus, insbesondere Stoodts Fokus auf Interaktion und Gesellschaftskritik gegenüber Fraas' stärkerer kirchlicher Verwurzelung.
4. Kritik an den Konzepten: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Überforderung der Schule durch therapeutische Ansätze bei Stoodt und der Problematik des Identitätsbegriffs bei Fraas.
5. Ausblick: Der Ausblick resümiert die Entwicklung der Disziplin und plädiert für einen interkonfessionellen Dialog sowie die Anerkennung der Pluralität in der modernen religiösen Sozialisation.
Religionspädagogik, Sozialisation, Identitätsbildung, Dieter Stoodt, Hans-Jürgen Fraas, Religionsunterricht, Mündigkeit, Therapie, Identität, Interaktion, biblische Tradition, religiöse Sozialisation, christliche Erziehung, gesellschaftliche Kritik, schulpädagogische Didaktik.
Die Arbeit vergleicht die religionspädagogischen Ansätze von Dieter Stoodt und Hans-Jürgen Fraas hinsichtlich ihres Verständnisses von religiöser Erziehung und deren Rolle bei der Sozialisation von Schülern.
Zentrale Themen sind die Bedeutung der biographischen Prägung, das Verhältnis von Religion zu gesellschaftlichen Prozessen, die Identitätsbildung der Schüler und die Frage, wie Religionsunterricht in einer modernen Welt gestaltet sein sollte.
Das primäre Ziel ist es, die Stärken und Schwächen beider Konzepte zu identifizieren, kritisch zu diskutieren und ihre Relevanz für den aktuellen Religionsunterricht einzuordnen.
Der Autor nutzt eine systematische Analyse der religionspädagogischen Literatur und publizierten Konzepte von Stoodt und Fraas, ergänzt durch biographische Querverweise.
Im Hauptteil werden sowohl die Konzepte der Autoren (sozialisationsbegleitender RU vs. Identitätsbildung) im Detail analysiert als auch deren Kritik an der jeweils anderen Position beleuchtet.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Religionspädagogik, Sozialisation, Identitätsbildung, Mündigkeit und Interaktion beschreiben.
Stoodt nutzt das Johari-Fenster als psychologisches Modell, um die Prozesse der Selbst- und Fremdwahrnehmung in Gruppen innerhalb des Religionsunterrichts zu illustrieren.
Fraas bezieht sich auf Stoodts Konzept der neutralisierten Religion, die er als ideologische Hülle kritisiert, welche ihre eigentliche befreiende Wirkung verloren hat und nur noch soziale Stabilität sichert.
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