Masterarbeit, 2017
83 Seiten, Note: 2,7
1 Problemstellung
1.1 Vertriebskosten im Großanlagenbau
1.1.1 Bestandteile von Vertriebskosten
1.1.2 Hoher Anteil der Angebotskosten an den Vertriebskosten
1.2 Rückläufige Zuschlagsquoten und steigende Angebotskosten
1.2.1 Entwicklung der Zuschlagsquoten
1.2.2 Entwicklung der Angebotskosten
1.3 Vorgehensweise im Rahmen der Arbeit
2 Angebote im Großanlagenbau
2.1 Differenzierung auf Basis des Projektumfangs
2.1.1 Engineering Projekte
2.1.2 Engineering und Procurement Projekte
2.1.3 Engineering, Procurement und Construction Projekte
2.2 Differenzierung nach Vertragsart
2.2.1 Vertrag auf Einheitspreisbasis
2.2.2 Vertrag auf Kostenerstattungsbasis
2.2.3 Vertrag auf Festpreisbasis
2.3 Prozess der Angebotserstellung
2.3.1 Beurteilung der Kundenanfrage
2.3.2 Design des Angebots
2.3.3 Technische Erstellung des Angebots
2.3.4 Kaufmännische Erstellung des Angebots
2.3.5 Risikoidentifizierung und -beurteilung
2.3.6 Zusammenfassung und Finalisierung des Angebots
2.3.7 Verhandlung des Angebots und externer Abschluss
2.3.8 Interner Abschluss des Angebots
3 Angebotskosten
3.1 Bestandteile von Angebotskosten
3.1.1 Personalkosten
3.1.2 Sonstige Kosten
3.2 Messung der Angebotskosten
3.2.1 Notwendigkeit der Messung von Angebotskosten
3.2.2 Kennzahlen im Zusammenhang mit Angebotskosten
4 Budgetierung von Angebotskosten
4.1 Möglichkeiten der Budgetierung von Angebotskosten
4.1.1 Unterscheidung hinsichtlich Flexibilität
4.1.1.1 Starre Budgets
4.1.1.2 Flexible Budgets
4.1.2 Unterscheidung hinsichtlich Planungsrichtung
4.1.2.1 Retrograde Planung
4.1.2.2 Progressive Planung
4.1.2.3 Gegenstromverfahren
4.1.3 Unterscheidung hinsichtlich verwendeter Methode
4.1.3.1 Fortschreibungsbudgetierung
4.1.3.2 Null Basis Budgetierung
4.2 Einflussfaktoren auf das Budget von Angebotskosten
4.2.1 Exogene Einflussfaktoren
4.2.1.1 Politische Einflüsse
4.2.1.2 Ökonomische Einflüsse
4.2.1.3 Technische Einflüsse
4.2.1.4 Rechtliche Einflüsse
4.2.2 Endogene Einflussfaktoren
4.2.2.1 Strategische Ausrichtung des Unternehmens
4.2.2.2 Auslastungssituation
5 Controlling von Angebotskosten
5.1 Aufgaben und Ausrichtung des Controllings
5.2 Ziele des Controllings von Angebotskosten
5.3 Kontrollen und Abweichungsanalysen
5.3.1 Arten von Kontrollen und Abweichungsanalysen
5.3.2 Häufigkeit der Kontrolle
5.3.3 Ebene der Kontrolle
6 Handlungsalternativen für Großanlagenbauer
6.1 Praktikable Budgetierungsmethode
6.2 Praktikable Kennzahlen
6.3 Sinnhaftigkeit des Monitorings, der Budgetierung und des Controllings von Angebotskosten
7 Angebotskosten im Zusammenhang mit Industrie 4.0
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der zunehmenden finanziellen Belastung durch Angebotskosten im Großanlagenbau. Ziel ist es, praxisnahe Empfehlungen für eine effektive Messung, Budgetierung und das Controlling dieser Kosten zu entwickeln, um der rückläufigen Erfolgsquote (Hit Rate) und steigenden Kosten entgegenzuwirken.
1.1.1 Bestandteile von Vertriebskosten
Als Vertriebskosten werden grundsätzlich alle Kosten bezeichnet, die nach erfolgter Fertigung im Zusammenhang mit dem Absatz von Erzeugnissen entstehen. Es werden dabei alle Kosten bis zur Auslieferung des fertigen Produkts an den Kunden betrachtet. Solche sind z. B. Personalkosten, Verpackungsmaterialien, Frachtkosten, Zollkosten, Reisekosten der Vertriebsmitarbeiter, Werbekosten und Kosten die im Zusammenhang mit der Erstellung und der Abgabe eines Angebots anfallen.
Im Allgemeinen können die Vertriebskosten eines Unternehmens in Vertriebsgemeinkosten und Vertriebseinzelkosten unterteilt werden. Die Vertriebsgemeinkosten umfassen alle Positionen, die nicht direkt den einzelnen Erzeugnissen zugeordnet werden können. Dies ist z. B. bei den Personalkosten der Mitarbeiter im Vertrieb oder den Raumkosten der Fall, sofern sie nicht an spezifischen Projekten arbeiten. Diese Kosten werden im Rahmen der Vollkostenrechnung über Zuschlagssätze den Erzeugnissen zugerechnet. Alle Kosten, die den Erzeugnissen direkt zugeordnet werden können, werden in den Vertriebseinzelkosten zusammengefasst. Hierunter fallen z. B. die produktspezifischen Verpackungsmaterialien und die Kosten der Angebotserstellung für ein bestimmtes Erzeugnis, sofern dies vom Kunden bezahlt wird.
1 Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die hohen Vertriebskosten im Großanlagenbau und die sinkende Erfolgswahrscheinlichkeit bei Angeboten, was eine detaillierte Betrachtung der Angebotskosten notwendig macht.
2 Angebote im Großanlagenbau: Es erfolgt eine Differenzierung der Anforderungen an Angebote basierend auf dem Projektumfang und der Vertragsart, ergänzt um eine Darstellung des generischen Angebotsprozesses.
3 Angebotskosten: Dieses Kapitel identifiziert die größten Kostentreiber, insbesondere Personalkosten, und diskutiert Notwendigkeit und Methoden zur Messung dieser Kosten.
4 Budgetierung von Angebotskosten: Hier werden Ansätze zur Budgetierung nach Flexibilität, Planungsrichtung und Methode verglichen sowie externe und interne Einflussfaktoren auf das Budget analysiert.
5 Controlling von Angebotskosten: Es wird die operative Ausrichtung des Controllings beleuchtet, wobei der Fokus auf Abweichungsanalysen und der Steuerung der Angebotskosten liegt.
6 Handlungsalternativen für Großanlagenbauer: Auf Basis der theoretischen Grundlagen werden Empfehlungen für eine praktikable Budgetierung und ein Kennzahlensystem für Unternehmen im Großanlagenbau erarbeitet.
7 Angebotskosten im Zusammenhang mit Industrie 4.0: Das Kapitel schließt mit einer Betrachtung, wie Digitalisierung und Vernetzung zur Kostensenkung bei der Angebotserstellung beitragen können.
Großanlagenbau, Angebotskosten, Vertriebskosten, Hit Rate, Projektumfang, Budgetierung, Controlling, Kennzahlensystem, Null-Basis-Budgetierung, Personalkosten, Risikoidentifizierung, Industrie 4.0, Kostentreiber, Ausschreibungen, Projektmanagement.
Die Arbeit untersucht die Kosten der Angebotserstellung im Großanlagenbau, die aufgrund hoher Individualisierung und Komplexität der Projekte eine signifikante finanzielle Belastung für Unternehmen darstellen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Messung von Angebotskosten, der systematischen Budgetierung dieser Ausgaben sowie der Kontrolle durch ein effizientes Controlling-Instrumentarium.
Das Hauptziel ist es, trotz sinkender Erfolgsquoten (Hit Rate) und steigender Angebotskosten Handlungsempfehlungen zu geben, wie der Angebotsprozess kosteneffizienter gestaltet werden kann, ohne die Qualität oder Erfolgswahrscheinlichkeit zu gefährden.
Es wird ein theoretischer Rahmen erarbeitet, der durch Literaturanalyse gestützt wird und praxisnahe Empfehlungen für Unternehmen im Großanlagenbau ableitet, basierend auf Methoden wie der Null-Basis-Budgetierung und der Kennzahlenanalyse.
Der Hauptteil gliedert sich in die Differenzierung von Angeboten nach Projektumfang und Vertragsart, die Analyse der Bestandteile von Angebotskosten, verschiedene Budgetierungsansätze und deren Vor- und Nachteile sowie Controlling-Methoden wie Abweichungsanalysen.
Zentrale Begriffe sind Großanlagenbau, Angebotskosten, Hit Rate, Budgetierung, Controlling und Kennzahlensysteme.
Unterschiedliche Vertragsarten (Einheitspreis, Kostenerstattung, Festpreis) beinhalten variierende Risikoverteilungen zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer, was den Aufwand für die Kalkulation und Risikoabsicherung im Angebot maßgeblich beeinflusst.
Die Hit Rate ist eine zentrale Kennzahl für die Erfolgsquote. Da sie im Großanlagenbau tendenziell rückläufig ist, steigen die anteiligen Angebotskosten pro gewonnenem Auftrag, was ein effizienteres Controlling zwingend erforderlich macht.
Sie zwingt Unternehmen dazu, Abläufe und Kosten von Grund auf neu zu bewerten und Ineffizienzen aufzudecken, statt lediglich Vorjahreswerte fortzuschreiben, was bei hochspezifischen Anlagenprojekten sinnvoll sein kann.
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