Bachelorarbeit, 2017
83 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Wahrnehmung, Gesundheit
2.2 Der Begriff der Kultur
3. Gesundheit und Krankheit im Kultur
3.1 Kulturabhängigkeit des Gesundheitsbegriffs
3.2 Krankheit als gesellschaftliches Phänomen
3.3 Migration und Gesundheitsrisiken im kulturellen Kontext
4. Forschungsstand: Gesundheit von türkischen und deutschen Schwangeren
4.1 Schwangerschaft und Geburt
4.2 Basiswissen von Schwangeren
4.3 Traditionelle Geburtsvorbereitung und Geburtsverhalten
4.4 Inanspruchnahme von Schwangerenvorsorge
4.5 Geschlecht des Kindes
4.6 Religiöse Missverständnisse und Organchiffren
4.7 Väter als Geburtsbegleiter
4.8 Schwangerschaftsrisiken
4.9 Perinataldaten
5. Methodische Konzeption
5.1 Methodische Vorgehensweise
5.2 Leitfaden für Experteninterviews
5.3 Auswahl der Interviewpartner
5.4 Vorbereitung und Durchführung der Interviews
6. Untersuchung: Vorgehensweise der Auswertung
6.1 Ergebnisse der Erhebung
6.2 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
7. Diskussion
8. Fazit
Die Arbeit untersucht kulturelle Unterschiede in der Wahrnehmung gesundheitlicher Risiken während der Schwangerschaft bei Frauen mit türkischem und deutschem Hintergrund, um Ansätze für eine präventive und kulturell sensible Gesundheitsversorgung zu identifizieren.
4.3 Traditionelle Geburtsvorbereitung und Geburtsverhalten
Sobald bei Schwangeren die Wehen einsetzten, werden in allen Gesellschaften bestimmte Maßnahmen getroffen. Diese Maßnahmen sollen helfen, Zuversicht und Kraft zu vermitteln, um Schmerzen zu lindern, die zu einer komplikationslosen und schnellen Geburt verhelfen (Zimmermann 2000). In der Türkei wird die schwangere Frau während der Wehen von Frauen im Zimmer herumgeführt. Um die Schmerzen zu lindern und eine gute Lage des Kindes zu erreichen, werden geburtsfördernde Praktiken wie Bauchmassagen durchgeführt. Spezielle Getränke, wie der Kräutertee „Fadime Anne“ (Franger 1980, 30) sollen die Geburt positiv unterstützen. Daneben regieren bestimmte magische Regeln, die einen unkomplizierten Geburtsvorgang garantieren sollen. Bei der Entbindung soll die Schwangere die Haare offen tragen. Im Haus soll alles Verschließbare geöffnet werden, damit die Öffnung der Gebärmutter befördert wird. Die Anwesenden bei der Geburt sollen weder die Arme noch die Beine gekreuzt halten, damit das Baby durch die Nabelschnur nicht stranguliert wird (Franger 1980). Nach der Geburt dauert die Wöchnerinnenzeit 40 Tage. In diesen 40 Tagen darf das Kind weder in der Öffentlichkeit präsentiert noch von Freunden oder Verwandten besucht werden. Aufgrund ihrer geringen Abwehrkraft sind Neugeborene durch negative magische Kräfte, wie dem „nazar“ (Zimmermann 2000, 132), dem bösen Blick, gefährdet. Dieser trifft vor allem Schwangere, Wöchnerinnen mit ihrem Kind und dabei präzise das Kind. Darum wird das Kind vor allem Fremden geschützt, um es von missgönnender und destruktiver Kraft zu schützen.
1. Einleitung: Vorstellung des Themas, der Relevanz von Public Health in diesem Kontext sowie der Forschungsfrage zur unterschiedlichen Wahrnehmung gesundheitlicher Risiken.
2. Begriffsbestimmungen: Definition der zentralen Konzepte Wahrnehmung, Gesundheit und Kultur als Basis für das weitere Verständnis.
3. Gesundheit und Krankheit im Kultur: Theoretische Auseinandersetzung mit der Kulturabhängigkeit des Gesundheitsbegriffs und den spezifischen Herausforderungen durch Migration.
4. Forschungsstand: Gesundheit von türkischen und deutschen Schwangeren: Darstellung des aktuellen Wissens zu Schwangerschaft, Vorsorge, Risiken und kulturellen Praktiken im Vergleich.
5. Methodische Konzeption: Beschreibung des qualitativen Forschungsdesigns, des Leitfadens und der Rekrutierung der Experten.
6. Untersuchung: Vorgehensweise der Auswertung: Detaillierte Analyse der Ergebnisse aus den Experteninterviews zu verschiedenen Themenkomplexen.
7. Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund der theoretischen Grundlagen.
8. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Forschungssituation und Ausblick auf zukünftigen Bedarf.
Schwangerschaft, Geburt, Türkische Frauen, Migration, Gesundheit, Risikowahrnehmung, Public Health, Experteninterview, Geburtsvorbereitung, Interkulturelle Kompetenz, Arzt-Patient-Kommunikation, Organchiffren, Soziale Ungleichheit, Gesundheitsförderung, Kulturabhängigkeit.
Die Bachelorarbeit untersucht die kulturellen Unterschiede in der Wahrnehmung gesundheitlicher Risiken bei Schwangeren mit türkischem und deutschem Hintergrund.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Wissensstand über Körperfunktionen, traditionellen Geburtsritualen, der Inanspruchnahme von Schwangerenvorsorge sowie den Herausforderungen in der Arzt-Patient-Kommunikation.
Das Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Erleben von Schwangerschaft und Geburt aufzuzeigen, um eine bessere, kultursensible Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.
Die Arbeit nutzt eine systematische Literaturrecherche in Kombination mit qualitativen Experteninterviews mit Fachkräften aus dem Gesundheitswesen in Bremen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Kultur und Gesundheit sowie eine empirische Untersuchung der Experteninterviews zu Themen wie Basiswissen, Schmerzempfinden und väterliche Geburtsbegleitung.
Die zentralen Begriffe umfassen Migration, Schwangerschaftsrisiken, Public Health, interkulturelle Kommunikation und kulturspezifische Krankheitskonzepte.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Sprachbarrieren den Zugang zu Informationen erschweren und zu Unsicherheiten in der Kommunikation zwischen medizinischem Personal und Patientinnen führen können.
„Organchiffren“ dienen türkischen Patientinnen als kulturell geprägte Ausdrucksform für seelisches Leid und emotionale Zustände, die jedoch von medizinischem Personal oft als somatische Beschwerden missverstanden werden können.
Die Experteninterviews zeigen, dass insbesondere bei türkischen Männern häufig ein stärkerer Wunsch nach männlichen Nachkommen (Stammhalter) besteht, was bei den Frauen zusätzlichen psychischen Druck erzeugen kann.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

