Masterarbeit, 2017
109 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Forschungsfrage und Motivation der Arbeit
1.3 Methodische Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
2. Brexit
2.1 Hintergrund und Begründung für den Brexit
2.2 Bevorstehende Auswirkungen des Brexits
2.3 Die historische Entwicklung der Finanzzentren London und Frankfurt am Main
2.3.1 London
2.3.2 Frankfurt am Main
2.4 Mögliche Brexit Auswirkungen für die Finanzplätze London und Frankfurt
3. Standortfaktoren in der Literatur
3.1 Standortfaktoren nach Grabow
3.2 Standortfaktoren nach Beyerle
3.3 Vorselektion wichtiger Standortfaktoren für eine mögliche Verlagerung Londoner Banken nach Frankfurt
4. Qualitative Datenerhebung durch leitfadengestützte Experteninterviews
4.1 Methodisches Vorgehen bei den leitfadengestützten Experteninterviews
4.2 Auswertung der Experteninterviews durch qualitative Inhaltsanalyse
4.2.1 Definition qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
4.2.2 Induktive Kategorienbildung nach Mayring
4.2.3 Auswertung und Analyse der Experteninterviews mittels QCAmap
4.2.3.1 Erste Auswertungsphase
4.2.3.2 Zweite Auswertungsphase
4.2.3.3 Endgültige Auswertung und Analyse
4.3 Fazit und Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse der Experteninterviews
5. Nutzwertanalyse
5.1 Prozessdarstellung der Nutzwertanalyse nach Herbig
5.2 Konzeption eines Modells für die Bewertung von Standortfaktoren
6. Anwendung der Nutzwertanalyse für die Stadt Frankfurt am Main
6.1 Personenbezogene Nutzwertanalyse
6.2 Unternehmensbezogene Nutzwertanalyse
7. Analytische Betrachtung
7.1 Handlungsempfehlungen für die Standortweiterentwicklung für Frankfurt
7.2 Kritische Betrachtung
8. Fazit
Die Arbeit analysiert, welche Standortfaktoren für Finanzinstitute bei einer Verlagerung von London nach Frankfurt am Main im Kontext des Brexits relevant sind. Ziel ist es, diese Faktoren zu identifizieren, zu bewerten und basierend darauf konkrete kommunale Handlungsempfehlungen für die Stadt Frankfurt am Main abzuleiten.
3.1 Standortfaktoren nach Grabow
Bezugnehmend auf dieses Zitat startete Grabow 1994 ein Forschungsprojekt, um die Standortfaktoren herauszufinden, die für kommunale Handlungsempfehlungen von Bedeutung sind.
Durch eine umfassende empirische Erhebung (siehe Tabelle 2 und 3) wollte er das Thema weiche Standortfaktoren klarer strukturieren. Mit der Durchführung von halbstrukturierten Experteninterviews wurden die Gesprächspartner zu den Themen Standortstärke, Standortschwäche und Standortqualität befragt. Mit dieser qualitativen Methodik eruierte er die notwendigen Standortfaktoren, aus denen sich Handlungsempfehlungen für Städte ableiten lassen sollen.
Grabow unterscheidet zwischen harten und weichen Standortfaktoren. Die weichen Standortfaktoren gliedert er weiter in weiche unternehmensbezogene und weiche personenbezogene Faktoren. Unter harten Standortfaktoren versteht man in der Regel diejenigen, die sich quantifizieren lassen. Weiche Faktoren sind teilweise sehr subjektiv und dadurch nur schwer messbar (Grabow 1995: 14f). Besonders stark werden weiche Standortfaktoren durch rekursive Selbstbestätigung beeinflusst. Dies bedeutet, je häufiger weiche Standortfaktoren in Politikerstatements oder der Fachpresse thematisiert werden, desto stärker werden diese übernommen oder bestätigt.
Das Ergebnis seiner Empirie (siehe Abbildung 6) ist durch eine Umfrage bei ca. 2000 Unternehmen unterschiedlicher Branchen entstanden. Die Ableitung der Ergebnisse zeigt die Standortfaktoren sortiert nach ihrer Wichtigkeit.
1. Einleitung: Dieses Kapitel legt die Ausgangslage sowie die Forschungsfrage dar und beschreibt den Aufbau der Arbeit.
2. Brexit: Hier werden die Hintergründe des Brexits, die historische Entwicklung der Finanzzentren London und Frankfurt sowie mögliche Austrittsszenarien beleuchtet.
3. Standortfaktoren in der Literatur: Dieses Kapitel diskutiert bestehende Theorien zu Standortfaktoren und wählt relevante Kriterien für die vorliegende Untersuchung aus.
4. Qualitative Datenerhebung durch leitfadengestützte Experteninterviews: Hier wird das methodische Vorgehen der empirischen Datenerhebung durch Experteninterviews und deren Auswertung mittels qualitativer Inhaltsanalyse beschrieben.
5. Nutzwertanalyse: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund der Nutzwertanalyse als Entscheidungsmodell.
6. Anwendung der Nutzwertanalyse für die Stadt Frankfurt am Main: Hier erfolgt die praktische Durchführung der Nutzwertanalyse für die identifizierten Standortfaktoren.
7. Analytische Betrachtung: In diesem Kapitel werden konkrete Handlungsempfehlungen für die Stadt Frankfurt abgeleitet und die Forschung kritisch hinterfragt.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und gibt einen Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf.
Brexit, Finanzbranche, London, Frankfurt am Main, Standortfaktoren, Standortanalyse, Nutzwertanalyse, qualitative Inhaltsanalyse, Experteninterviews, Standortwahl, Banken, Kommunikation, Infrastruktur, kommunale Maßnahmen, politische Rahmenbedingungen.
Die Masterthesis untersucht aus Sicht der Finanzbranche, welche Standortfaktoren für Londoner Banken bei einer Verlagerung ihres Standorts nach Frankfurt am Main im Zuge des Brexits entscheidend sind.
Die Arbeit verknüpft die Themenbereiche Brexit, Standorttheorie, qualitative Sozialforschung durch Experteninterviews sowie die praktische Anwendung einer Nutzwertanalyse zur Entscheidungsfindung.
Die zentrale Forschungsfrage lautet, welche kommunalen Maßnahmen die Stadt Frankfurt am Main umsetzen sollte, um sich bestmöglich auf die Zuwanderung von Unternehmen und Mitarbeitern aus London vorzubereiten.
Die Arbeit kombiniert eine Literaturrecherche mit einer empirischen qualitativen Datenerhebung durch leitfadengestützte Experteninterviews, deren Ergebnisse mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet und anschließend durch eine Nutzwertanalyse quantifiziert werden.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung von Standortfaktoren, die Durchführung und Auswertung von Experteninterviews mit Londoner Bankern, die Konzeption einer Nutzwertanalyse und deren Anwendung auf den Standort Frankfurt.
Die wichtigsten Schlagworte sind Brexit, Finanzsektor, Standortfaktoren, Nutzwertanalyse, Frankfurt am Main, London und kommunale Handlungsempfehlungen.
Der Standortfaktor "gute Schulen" wurde als essenzieller, nicht-monetärer Faktor identifiziert, der insbesondere für Familien mit schulpflichtigen Kindern die wichtigste Entscheidungsgrundlage bei einer Standortverlagerung bildet.
Die Nutzwertanalyse eignet sich besonders gut, um subjektive und schwer quantifizierbare Standortfaktoren zu bewerten und zu gewichten, um daraus eine fundierte Entscheidungsvorlage für kommunale Maßnahmen in Frankfurt zu generieren.
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