Bachelorarbeit, 2016
35 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Arminius und die Germanen in den antiken Quellen.
3. Die Wiederentdeckung der Quellen und der Mythos um Arminius.
4. Über die Entstehung des Dramas „Die Hermannsschlacht“ von Heinrich von Kleist und ihre politische Bedeutung.
5. Das Drama im Kontext von Krieg und Befreiung und die Formierungsphase der Nationalbewegung
6. Die Rezeption des Dramas im Kontext der Reichsgründung und in den Jahren nach 1871
7. Schlussbetrachtung
8. Quellen- und Literaturverzeichnis
Diese Arbeit untersucht die Entwicklung und politische Instrumentalisierung des Mythos um Arminius, insbesondere am Beispiel von Heinrich von Kleists Drama „Die Hermannsschlacht“, und analysiert, inwieweit das Werk zur Identitätsbildung und als Gründungsmythos im 19. Jahrhundert diente.
Arminius und die Germanen in den antiken Quellen
In Vorbereitung auf die die Auseinandersetzung mit dem Drama „Die Hermannsschlacht“ von Heinrich von Kleist sollen in einem ersten Schritt frühere Quellen dargestellt werden, die die Hermannsschlacht thematisierten. Da es zur Zeit der Hermannsschlacht und auch in den darauffolgenden Jahrhunderten keine ausgeprägte Schriftkultur bei den germanischen Stämmen gab, handelt es sich bei den antiken Quellen ausschließlich um römische Darstellungen. So findet sich die Gestalt des Hermann, der Fürst der Cherusker und Held der Schlacht im Teutoburger Wald des Jahres 9 n. Chr. in den Quellen unter dem lateinischen Namen Arminius.
Der deutsche Name „Hermann“ entstand erst mit dem Wiederaufgreifen des Stoffes im Umfeld von Martin Luther um 1530. Der Name „Hermannsschlacht“ ist im Kontext der Darstellungen antiker Überlieferungen somit irreführend.
Durch die Betrachtung antiker Quellen soll sich der Frage angenähert werden, welche Zuschreibungen der Person des Arminius historisch fundiert sind und welche im Kontext der frühneuzeitlichen Entwicklungen zu verstehen sind. Zu diesen zählen die Werke der Geschichtsschreiber Velleius Paterculus (ca. 20 v. Chr.-30 n. Chr.), Lucius Cassius Dio Cocceianus (ca. 163-229 n. Chr.) und auch Publius Cornelius Tacitus (ca. 58-120 n. Chr.), in denen man sowohl Informationen über die Schlacht im Teutoburger Wald und deren Kontext als auch über den Protagonisten finden kann. Die bedeutendsten Werke, die im Rahmen dieser Forschungsarbeit betrachtet werden sollen, sind die „Germania“ und die „Annalen“ des Tacitus, die „Römische Geschichte“ des Cassius Dio und das gleichnamige Werk des Velleius Paterculus. Da zwischen der Schlacht im Jahre 9 n. Chr. und den Entstehungszeiten der jeweiligen Abhandlungen teils erhebliche zeitliche Abstände liegen, ist die Frage nach den Quellen, derer sich die Autoren selbst bedienten, von großem Interesse. Leider können darüber an vielen Stellen nur Mutmaßungen angestellt werden.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die zeitliche Dimension des Arminius-Mythos und definiert das Ziel der Arbeit, die literarische Verarbeitung und politische Wirkung des Stoffes zu untersuchen.
2. Arminius und die Germanen in den antiken Quellen.: Dieses Kapitel analysiert römische Berichte über Arminius und stellt deren verzerrte, interessengeleitete Sichtweise der historischen Realität gegenüber.
3. Die Wiederentdeckung der Quellen und der Mythos um Arminius.: Es wird die Bedeutung des Humanismus für die Wiederentdeckung der Tacitus-Texte und die Konstruktion eines „mythischen Kerns“ in der frühen Neuzeit beleuchtet.
4. Über die Entstehung des Dramas „Die Hermannsschlacht“ von Heinrich von Kleist und ihre politische Bedeutung.: Dieses Kapitel untersucht Kleists Biographie, sein ambivalentes Verhältnis zu Frankreich und die Entstehung des Dramas als Mittel des patriotischen Widerstands.
5. Das Drama im Kontext von Krieg und Befreiung und die Formierungsphase der Nationalbewegung: Der Fokus liegt auf dem Drama als Projektionsfläche für militärische Strategien und der Rolle der Literatur bei der Mobilisierung gegen Napoleon.
6. Die Rezeption des Dramas im Kontext der Reichsgründung und in den Jahren nach 1871: Das Kapitel beschreibt den medialen Durchbruch des Dramas im Kaiserreich, stark beeinflusst durch die Fertigstellung des Hermannsdenkmals.
7. Schlussbetrachtung: Die Arbeit rekapituliert die Ergebnisse und bestätigt die Funktion von „Die Hermannsschlacht“ als wesentlicher Baustein des deutschen nationalen Gründungsmythos.
8. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten antiken Quellen und wissenschaftlicher Sekundärliteratur.
Arminius, Hermannsschlacht, Heinrich von Kleist, Mythos, Nationalismus, Tacitus, Germania, Befreiungskriege, Identitätsbildung, Gründungsmythos, Rezeptionsgeschichte, Hermannsdenkmal, Deutschland, Literaturwissenschaft, Geschichtswissenschaft.
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die literarische sowie politische Instrumentalisierung des Arminius-Mythos von der Antike bis zum deutschen Nationalstaat des 19. Jahrhunderts.
Die zentralen Themen umfassen die Interpretation antiker Quellen durch die Humanisten, die biographische und politische Einordnung von Heinrich von Kleists Drama „Die Hermannsschlacht“ sowie die Wechselwirkung zwischen Literatur und nationaler Identitätsstiftung.
Ziel ist es zu erforschen, wie das Drama „Die Hermannsschlacht“ von Heinrich von Kleist als Mittel der politischen Propaganda genutzt wurde und welchen Anteil es an der Herausbildung eines deutschen Nationalbewusstseins hatte.
Die Arbeit nutzt einen chronologischen Aufbau und vergleicht primär historische antike Quellen mit literarischen Werken des 19. Jahrhunderts, um politische Intentionen und Rezeptionsverläufe nachzuweisen.
Der Hauptteil befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung mit Tacitus’ „Germania“, der Entstehungsgeschichte des Kleist-Dramas unter dem Eindruck der napoleonischen Kriege und der Bedeutung von Denkmälern wie dem Hermannsdenkmal für die Popularisierung des Mythos.
Die wichtigsten Begriffe sind Arminius, Hermannsschlacht, Heinrich von Kleist, Nationalismus, Identitätsbildung und Gründungsmythos.
Kleist ist als Autor zentral, da sein Drama als eines der wirkungsvollsten literarischen Instrumente diente, um den Arminius-Stoff mit antikem „Hass gegen den Eindringling“ für politische Zwecke seiner Zeit zu verknüpfen.
Das Denkmal fungierte als steinerner Gründungsmythos, der durch die damit einhergehende mediale Aufmerksamkeit die Bühnenpräsenz von Kleists Drama ab 1875 massiv steigerte.
Nein, der Autor arbeitet heraus, dass sowohl Kleist als auch die Humanisten den Stoff ohne historischen Korrektheitsanspruch für aktuelle nationale Zielsetzungen instrumentalisierten.
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