Masterarbeit, 2016
151 Seiten, Note: 1,0
1 Das psychische Kindheitstrauma – Ein Überblick
1.1 Begriffsbestimmung „Psychotrauma“
1.2 Epidemiologische Aspekte
1.3 Traumatische Situations- und Risikofaktoren
1.4 Schutzfaktoren (Salutogenese – Resilienz – Posttraumatic Growth)
1.5 Trauma und Entwicklung
1.6 Trauma und Bindung
1.7 Die strukturelle Dissoziationstheorie
1.8 Pathogene Dynamiken schwerer Kindheitstraumatisierungen im sozialen Nahraum
2 Klassifikation posttraumatischer Störungen – Möglichkeit eines klinischen Verlaufs in chronologischer Sequenz
2.1 Akute Belastungsreaktion (ICD-10 F43.0)
2.2 Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2)
2.3 Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
2.4 Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0)
3 Traumapädagogik – Eine junge Fachdisziplin im stationären Setting psychosozialer Handlungsfelder
3.1 Begriffsbestimmung „Gesundheitsförderung“
3.2 Begriffsbestimmung „Traumapädagogik“
3.3 Aufgaben und Zielsetzung der Traumapädagogik
3.4 Abgrenzung zur Traumatherapie
3.5 Die traumapädagogische Grundhaltung
3.6 Kernelemente traumapädagogischer Arbeit
3.7 Ausgewählte Methoden der Traumapädagogik
4 Traumapädagogik – Ein gesundheitsförderndes Gesamtkonzept innerhalb der stationären Kinder- und Jugendhilfe?
4.1 Ottawa-Charta versus Traumapädagogik
4.2 Evaluationsbezogene Erkenntnisse
5 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das salutogene Potenzial einer traumazentrierten Alltagspädagogik in der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Im Fokus steht die Forschungsfrage, welchen gesundheitsfördernden Beitrag die Traumapädagogik zur Versorgung traumatisierter Kinder und Jugendlicher leisten kann, indem sie theoretische Erkenntnisse der Psychotraumatologie in pädagogische Handlungsfelder überträgt.
3.3 Aufgaben und Zielsetzung der Traumapädagogik
Der Schwerpunkt traumapädagogischer Interventionen liegt auf einer psychischen und sozialen Stabilisierung und der Bewältigung dysfunktionaler Folgeerscheinungen der zugrunde liegenden Traumatisierung. Scherwath & Friedrich (2014, S. 70) sehen folgende Handlungs- und Zielrichtungen als maßgeblich für die traumapädagogische Arbeit an:
(1) Herstellung von Sicherheit
(2) Reduzierung und Vermeidung von Stress
(3) Unterstützung von sicheren Bindungsentwicklungen
(4) Unterstützung von positiven Selbstbildern
(5) Ressourcenorientierung
Traumatisierte Kinder und Jugendliche waren lange Objekt anderer Menschen. Sie sollen darin unterstützt werden wieder Subjekt ihres Lebens zu sein, welches ihnen durch das Trauma bzw. durch das Erleben tiefer Ohnmacht und Hilflosigkeit genommen wurde. Die Förderung von Selbstverstehen und die Erhöhung von Selbstwirksamkeit sind daher zentrale Aufgaben und Ziele, damit Kinder und Jugendliche dazu befähigt werden, die Kontrolle über ihr Leben und ihr Verhalten zurückzugewinnen sowie auf sozialer, seelischer und körperlicher Ebene gefestigt und selbstbestimmt in die Zukunft zu blicken. Dazu benötigen sie im Alltag vor allem lebendige Erfahrungen, Vorbilder und heilsame Bilder im zwischenmenschlichen Kontakt.
Demgemäß konzentriert sich Traumapädagogik primär darauf, die kindliche Entwicklung von der Objektrolle zum Subjektstatus zu entfalten und begleitend zu unterstützen. Eine reine Fokussierung auf das Trauma ist dabei nicht von Nöten und keinesfalls förderlich. Es geht nicht darum, das traumatische Ereignis um jeden Preis aufzuspüren, damit es anschließend mit aller Macht bearbeitet werden kann, denn Tempo und Takt bestimmen die Mädchen und Jungen im Rahmen ihrer individuellen Verarbeitungsmöglichkeiten selbst. Traumapädagogik ist die Unterstützung zur Selbstbemächtigung. Sie bietet einen Erlebens- und Handlungsraum, der es ermöglicht, die beschädigte Selbstidentität schwer belasteter Mädchen und Jungen neu zu konstruieren (vgl. Weiß 2014, S. 164).
1 Das psychische Kindheitstrauma – Ein Überblick: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über psychotraumatologische Grundlagen, Traumatisierungen in der frühen Entwicklung und pathogene Dynamiken.
2 Klassifikation posttraumatischer Störungen – Möglichkeit eines klinischen Verlaufs in chronologischer Sequenz: Hier werden Diagnoseklassifikationssysteme genutzt, um posttraumatische Störungsbilder und deren Pathogenese chronologisch einzuordnen.
3 Traumapädagogik – Eine junge Fachdisziplin im stationären Setting psychosozialer Handlungsfelder: Das Kapitel analysiert das traumapädagogische Grundverständnis, Haltungen und Methoden zur Arbeit mit traumatisierten Kindern im Heimalltag.
4 Traumapädagogik – Ein gesundheitsförderndes Gesamtkonzept innerhalb der stationären Kinder- und Jugendhilfe?: Hier werden die Ergebnisse der Arbeit in Relation zur Ottawa-Charta gesetzt und durch aktuelle Evaluationsstudien untermauert.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse bündig zusammen, stellt einen gesellschaftlichen Bezug her und beantwortet die Ausgangsfrage nach dem salutogenen Beitrag der Traumaarbeit.
Traumapädagogik, Kindheitstrauma, stationäre Jugendhilfe, Salutogenese, Resilienz, Posttraumatische Belastungsstörung, Bindung, Dissoziation, Traumatherapie, Selbstbemächtigung, Biografiearbeit, Ego-State-Therapie, Gesundheitsförderung, Komplextrauma, Pädagogik.
Die Arbeit untersucht, wie traumapädagogische Ansätze als gesundheitsfördernde Gesamtkonzepte in der stationären Kinder- und Jugendhilfe implementiert werden können, um traumatisierten Kindern und Jugendlichen zu stabilisieren.
Zu den zentralen Themen gehören Psychotraumatologie, Bindungstheorie, strukturelle Dissoziation, pädagogische Grundhaltungen sowie konkrete traumapädagogische Methoden wie die Ego-State-Arbeit.
Die Forschungsfrage lautet: „Welchen gesundheitsfördernden Beitrag kann die Traumapädagogik in der psychosozialen Versorgung traumatisierter Kinder und Jugendlicher im Setting der stationären Kinder- und Jugendhilfe leisten?“
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Analyse aktueller Fachliteratur zu den Themen „Entwicklungstrauma“ und „Traumapädagogik“ sowie der Auswertung relevanter Evaluationsstudien.
Im Hauptteil werden neben einer theoretischen Einordnung des Traumas die pädagogische Grundhaltung, spezifische Handlungsfelder wie der „sichere Ort“, Partizipation und die interdisziplinäre Vernetzung thematisiert.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Traumapädagogik, Resilienz, Salutogenese, Bindung, Dissoziation und Selbstbemächtigung charakterisiert.
Es besagt, dass jedes Verhalten eines traumatisierten Kindes als konstruktiver Regulierungsversuch zu verstehen ist, um eine positive Absicht (z. B. Schutz oder Überleben) zu verfolgen, was den Blick auf die Funktion des Verhaltens lenkt.
Die Traumatherapie findet im geschützten Einzelsetting statt und beinhaltet eine explizite Traumakonfrontation, während die Traumapädagogik im Alltag stabilisierend wirkt und den notwendigen Rahmen für einen Therapieprozess bildet.
Sie dienen als konzeptionelles Modell, um dissoziative Anteile der Persönlichkeit zu benennen und verständlich zu machen, damit Kinder ihre verschiedenen Zustände besser regulieren und integrieren können.
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