Bachelorarbeit, 2017
67 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Unbegleitete ausländische Minderjährige
2.1 Definition von Flüchtlingen und unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen
2.2 Lebenslage von unbegleiteten ausländischen Minderjährigen in Deutschland
2.3 Innere Prozesse von unbegleiteten Minderjährigen
3 Resilienz
3.1 Merkmale von Resilienz
3.2 Protektive Faktoren
3.3 Risikofaktoren
3.4 Schutzfaktor Beziehung
3.5 Resilienz ist Haltung und Fähigkeit – eine personale Ressource
4 Resilienzförderung von unbegleiteten Minderjährigen
4.1 Individuelle Kompetenzförderung durch Kunsttherapie mit minderjährigen Migrantinnen
4.2 Resilienzförderung von Jugendlichen durch die Gestaltung einer förderlichen Umwelt
5 Spezifika in der Sozialen Arbeit mit unbegleiteten Minderjährigen
5.1 Spezifische Bedarfe von unbegleiteten minderjährigen Mädchen
5.2 Spezifische Bedarfe von unbegleiteten minderjährigen Jungen
5.3 Sprachliche Anschlussfähigkeit
5.4 Traumata
5.5 Sozialisation
5.6 Religion
5.7 Kindeswohlgefährdung
5.8 Grenzen der Pädagogik
6 Anforderungen an die Fachkräfte Sozialer Arbeit
6.1 Kultursensibilität
6.2 Reflexionsfähigkeit, Anerkennung und Diversitätsbewusstsein
6.3 Empowerment
7 Schlussbemerkung
Diese Arbeit untersucht, wie unbegleitete ausländische Minderjährige durch Ansätze der Resilienzforschung im Rahmen der Sozialen Arbeit bei der Bewältigung ihrer komplexen Lebenssituationen unterstützt werden können.
3.4 Schutzfaktor Beziehung
Manche Schutzfaktoren haben mehr Einfluss auf die Entwicklung als andere. Sichere Bindungen haben eine entscheidende Schutzfunktion. Ein wichtiges Kriterium dieser Bindungen sind die Kontinuität, der Respekt und Wertschätzung (vgl. a.a.O.: 30 f.). Der differenzierte emotionale Austausch mit nahestehenden und vertrauten Personen hilft den unbegleiteten Minderjährigen dabei, Erlebnisse und Vorstellungen zu verarbeiten. Die Erfahrung von Mitgefühl und Zuneigung in der Peergroup, durch Freunde-innen, eine*n Partner*in, Familie, Lehrer*innen oder Bezugsbetreuer*innen, erlauben eine positive Entwicklung, in der das eigene Leben erkundet und bewältigt werden kann.
Die prominenten Bindungsforscher Karin und Klaus Grossmann postulieren im Zusammenhang mit den individuellen Schutzfaktoren die Aussage, dass psychische Sicherheit nur in Beziehungen entsteht. Nach Auffassung der beiden Forscher kann das Resilienzkonzept daher auf individueller Ebene nichts erklären (vgl. Grossmann 2007: 32).
„Positive Abwehr“ im Sinne einer konstruktiven Anpassungsleistung scheinen in ihren Untersuchungen nur in sicheren Beziehungen vorzukommen und beruhen auf Humor, Reflexivität, Altruismus und Sublimation (vgl. a.a.O.: 33).
Es ist naheliegend zu behaupten, dass die Herstellung von verlässlichen und unterstützenden sozialen Bindungen im Kontext der Flüchtlingshilfe umso bedeutungsvoller wird, je mehr belastende Erfahrungen ein UM auf der Flucht gemacht hat. Die Inobhutnahme durch das Jugendamt und die stationäre Unterbringung ist aber nur bedingt ein Schutzfaktor. Wenn übergriffiges Verhalten durch Bindungspersonen (Mitbewohner-innen oder Betreuer*innen) in den Einrichtungen Angst und Schmerz in den Betroffenen verursachen oder durch Zurückweisung das Bindungssystem von Kindern und Jugendlichen aktiviert wird, dann ist die, dem Kindeswohl verpflichtete Kinder- und Jugendhilfe in Form der stationären Heimunterbringung Schutz- und Risikofaktor zugleich und führt zu der Situation, dass UM von Bezugspersonen gequält werden, die sie zugleich am meisten brauchen.
1 Einleitung: Diese Thesis thematisiert die Lebenssituation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge und erforscht, wie die Resilienzforschung Möglichkeiten zur Unterstützung in der Sozialen Arbeit aufzeigen kann.
2 Unbegleitete ausländische Minderjährige: Dieses Kapitel definiert die Zielgruppe rechtlich und beschreibt deren komplexe Lebenslagen sowie Fluchterfahrungen und innere Prozesse.
3 Resilienz: Hier werden theoretische Grundlagen zur Resilienz, protektive Faktoren, soziale Schutzfaktoren und die Bedeutung von Resilienz als personale Ressource erläutert.
4 Resilienzförderung von unbegleiteten Minderjährigen: Dieser Abschnitt stellt praktische Methoden der Resilienzförderung vor, unter anderem durch Kunsttherapie und die Gestaltung einer förderlichen Umwelt.
5 Spezifika in der Sozialen Arbeit mit unbegleiteten Minderjährigen: Hier werden spezifische Herausforderungen wie Geschlecht, Sprachbarrieren, Traumata, Religion und Kindeswohlgefährdung im Kontext der Sozialen Arbeit behandelt.
6 Anforderungen an die Fachkräfte Sozialer Arbeit: Dieses Kapitel benennt notwendige Kompetenzen wie Kultursensibilität, Reflexionsfähigkeit und Empowerment für professionell Handelnde.
7 Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst zentrale Aspekte zusammen und betont die Bedeutung von Resilienzförderung sowie einer wertschätzenden Haltung für eine gelingende Integration.
Resilienz, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Soziale Arbeit, Schutzfaktoren, Traumata, Kunsttherapie, Identität, Empowerment, Bindung, Fluchterfahrung, Integration, pädagogische Haltung, Kultursensibilität, Diversitätsbewusstsein, Selbstwirksamkeit.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Deutschland und untersucht, wie Konzepte der Resilienzforschung genutzt werden können, um diese jungen Menschen im Rahmen der Sozialen Arbeit zu unterstützen.
Zentrale Schwerpunkte sind die rechtliche und psychosoziale Lebenslage der Jugendlichen, die Bedeutung von Resilienzfaktoren, therapeutische Interventionsmöglichkeiten sowie die spezifischen Anforderungen an Fachkräfte.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unbegleiteten Minderjährigen trotz traumatischer Erlebnisse und gravierender Belastungen geholfen werden kann, eine gesunde psychische Entwicklung zu nehmen.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse sowie die Einbeziehung von Studien zur Resilienzförderung, insbesondere im Bereich der Kunsttherapie.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Lebensbedingungen (Fluchtgründe, rechtlicher Status), die theoretische Herleitung der Resilienz, praktische Ansätze der Förderung sowie die spezifische Anwendung dieser Methoden durch die Soziale Arbeit.
Die zentralen Begriffe umfassen Resilienz, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Soziale Arbeit, Traumata, Empowerment und Bindungsaufbau.
Die Kunsttherapie dient als niederschwellige Methode, die weitgehend sprachunabhängig funktioniert und den Jugendlichen hilft, ihre Widerstandskraft und Selbstwirksamkeit zu stärken.
Bindung gilt als einer der wichtigsten Schutzfaktoren für resiliente Entwicklung, insbesondere weil unbegleitete Minderjährige oft den Verlust ihrer wichtigsten Bezugspersonen und familiären Netzwerke verkraften müssen.
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