Bachelorarbeit, 2017
78 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Zur Relevanz und Aufgabe der Arbeit
1.2 Zur Gliederung dieser Arbeit
2 Textverständlichkeit
2.1 Textmerkmale und Lesermerkmale
2.2 Bewertungsverfahren
2.3 Grenzen und Krise
2.4 Online-Texte
2.5 Journalistische Texte
2.6 Abgrenzung
2.7 Zum Textbegriff
2.7.1 Textoberfläche
2.7.2 Textstruktur
2.8 Zum Textverstehen
2.8.1 Text als Kommunikationsinstrument
2.8.2 Textverstehen als kognitionspsychologischer Vorgang
2.8.3 Der Einfluss von Merkmalen der Textoberfläche
3 Verständlichkeitsforschung
3.1 Vorgeschichte und erste schriftliche Erwähnungen
3.2 Empirische Forschung
3.2.1 Lesbarkeitsforschung und Lesbarkeitsformeln
3.2.2 Das Hamburger Verständlichkeitsmodell
3.3 Theoretische Forschung
3.3.1 Der interaktionale Ansatz von Groeben
3.3.2 Der prozedurale Ansatz von Kintsch et al.
4 Untersuchung
4.1 Textmerkmale
4.1.1 Lange Wörter
4.1.2 Lange Sätze
4.1.3 Zur Auswahl und Aussagefähigkeit der Textmerkmale
4.2 Quelle und untersuchte Texte
4.3 Ablauf der Untersuchung
4.4 Ergebnisse
4.4.1 Lange Wörter
4.4.2 Lange Sätze
4.4.3 Überprüfung der Forschungsfrage und der Hypothesen
4.5 Diskussion & Vergleich
5 Fazit & Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachliche Textverständlichkeit von Online-Nachrichten im Zeitverlauf. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob sich die Qualität journalistischer Online-Texte, gemessen anhand von Satz- und Wortlängen, durch redaktionelle Anpassungen an die besonderen Bedürfnisse des digitalen Lesens im Zeitraum von 2006 bis 2015 verändert hat.
2.3 Grenzen und Krise
Seit den ersten Untersuchungen zur ,readability‘ in den 1920er-Jahren wurde versucht, die Verständlichkeit von Texten mithilfe unterschiedlichster Herangehensweisen zu bestimmen. Obgleich anzunehmen ist, dass den meisten Autoren dabei die begrenzte Gultigkeit ihrer Ergebnisse bewusst war (vgl. dazu Bamberger und Vanecek, 1984, S. 65), zeigt sich, dass selbst solche Konzepte, die in sich stimmig sind und uberprufbare Aussagen treffen, in der Ruckschau oft anderen, gleichermaßen stimmigen Konzepten widersprechen. Diese „Krise der Verständlichkeitsforschung“ (Tauber, 1984, S. 23) soll hier anhand zweier Punkte veranschaulicht werden.
(1) Widerspruchlichkeit Zur Bestimmungen von Textverständlichkeit lassen sich eine erschlagende Menge an unterschiedlichen Prädiktoren heranziehen. Problematisch ist dabei nicht nur, dass sie einander widersprechen können, auch ,in sich‘ können einzelne Prädiktoren widersprüchlich sein. Ein Beispiel dafür kann der Prädiktor ,wörtliche Redundanz‘ sein. Dass sich die Mehrfachnennung einzelner Wörter auf die Textverständlichkeit positiv und negativ auswirken kann, sei nachgewiesen worden (vgl. Groeben, 1982, 233f. Kercher, 2013, S. 159), nicht aber, wie viel Redundanz zu viel Redundanz ist, selbst dann, wenn nur Redundanz damit erzeugt wird, dass etwa der Begriff ,Redundanz‘ durch einen inhaltlich redundanten Begriff wie ,Mehrfachnennung‘ ersetzt wird, was als lexikalische Redundanz bezeichnet werde (vgl. Kercher, 2013, S. 90). Der vorangegangene Satz demonstriert, wie sich zwei Prädiktoren widersprechen können: Nach dem Prädiktor ,Redundanz‘ hat die Verständlichkeit sicherlich gelitten – der Begriff wurde auf zu kleinem Raum zu häufig genannt. Wurde aber gleichzeitig ein Prädiktor fur ,Anregung‘ oder ,Interesse‘ (vgl. dazu Langer, Schulz von Thun und Tausch, 1974, S. 17) angelegt, könnte die Verständlichkeit durch die Stilmittel Ironie und Ubertreibung gleichermaßen gestiegen sein. Da von einer Wechselwirkung zwischen den Prädiktoren ausgegangen werde könne (vgl. Bamberger und Vanecek, 1984, S. 52; Kercher, 2013, S. 136), ist auch nicht auszuschließen, dass sich einige Prädiktoren auf diese Art uberlagern oder aufheben.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Online-Journalismus ein und definiert die Problemstellung der Arbeit bezüglich der Textverständlichkeit unter digitalen Bedingungen.
2 Textverständlichkeit: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen, Modelle und verschiedene Einflussfaktoren auf die Verständlichkeit von Texten theoretisch erörtert.
3 Verständlichkeitsforschung: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung von empirischen und theoretischen Modellen der Verständlichkeitsforschung.
4 Untersuchung: Dieses Hauptkapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise, die Forschungsfrage sowie die Auswertung und Diskussion der Daten aus den Politik-Artikeln von Zeit Online.
5 Fazit & Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Aussagekraft der gewählten Untersuchungsmethode im Hinblick auf redaktionelle Optimierungsversuche.
Textverständlichkeit, Online-Journalismus, Textmerkmale, Lesbarkeit, Satzlänge, Wortlänge, Zeit Online, Textstruktur, Textverstehen, empirische Forschung, Nachrichten-Texte, Lesermerkmale, Medienanalyse, journalistisches Schreiben, Textoptimierung.
Die Arbeit untersucht, ob Nachrichten-Artikel auf der Online-Plattform Zeit Online im Zeitraum von 2006 bis 2015 verständlicher gestaltet wurden.
Die Untersuchung bewegt sich im Schnittbereich von Textlinguistik, Kognitionspsychologie und journalistischer Praxis, speziell im Kontext digitaler Online-Nachrichten.
Die Forschungsfrage lautet, ob sich die Textmerkmale ,lange Sätze‘ und ,lange Wörter‘ bei politischen Nachrichtenartikeln auf Zeit Online über den zehnjährigen Beobachtungszeitraum hinweg verändert haben.
Die Arbeit nutzt eine quantitative, empirische Methode, bei der eine große Stichprobe von Artikeln mittels eines Skripts maschinell hinsichtlich Wort- und Satzlängen ausgewertet wurde.
Der Hauptteil befasst sich nach der theoretischen Fundierung (Kapitel 2 und 3) intensiv mit der empirischen Untersuchung, der Datenerhebung von Zeit Online-Artikeln und der statistischen Analyse der Ergebnisse (Kapitel 4).
Zentrale Begriffe sind Textverständlichkeit, Online-Journalismus, Satzlänge, Wortlänge, Zeit Online und Lesbarkeitsforschung.
Diese Merkmale dienen als einfach messbare Proxy-Variablen, um indirekt Rückschlüsse auf redaktionelle Bemühungen zur Textoptimierung zu ziehen, wie sie in der journalistischen Fachliteratur gefordert werden.
Nein, die Untersuchung zeigt über den gesamten Zeitraum keine signifikante Entwicklung oder ein deutliches Bestreben der Redaktion, die untersuchten Textmerkmale systematisch zu verändern.
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