Bachelorarbeit, 2013
56 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Adoption
2.2. Differenzierungen zwischen Auslands- und Inlandsadoptionen
2.3. Frühkindliche Bindung
2.3.1. Bindungstheorie und Phasen der Bindungsentwicklung
2.3.2. Konzept der Feinfühligkeit
2.3.3. Konzept der Bindungsqualitäten
2.3.4. Konzept der Bindungsrepräsentation
2.4. Filiationsbruch
2.5. Bindungsstörungen
2.5.1. Reaktive Bindungsstörung des Kindesalters
2.5.2. Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung
2.6. Bindungsaufbau ausländischer Adoptivkinder im Alter von null bis zwei Jahren
2.7. Probleme beim Bindungsaufbau ausländischer Adoptivkinder im Alter von null bis zwei Jahren
3. Empirie
3.1. Darstellung des Forschungsvorhabens
3.2. Forschungsmethode
3.3. Feldzugang
3.4. Auswertungsverfahren
3.5. Auswertung des Interviews
3.6. Ergebnisse der Auswertung
4. Fazit und Ausblick
5. Anhang
5.1. Literaturverzeichnis
5.2. Abkürzungen
5.3. Transkriptionsregeln
5.4. Transkription des Interviews
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den komplexen frühkindlichen Bindungsaufbau zwischen ausländischen Adoptivkindern und ihren Adoptiveltern wissenschaftlich zu erfassen und zu beschreiben. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie sich diese Bindungen entwickeln, welche Einflussfaktoren (wie Deprivationserfahrungen oder kulturelle Identität) relevant sind und wie subjektive Erfahrungen von Adoptiveltern als Informationsgrundlage für die Adoptionsvermittlungspraxis dienen können.
2.3. Frühkindliche Bindung
Das Bindungsbedürfnis des Säuglings ist von Geburt an vorhanden und sichert ihm das eigene Überleben. Durch das Bindungsverhalten wird Bindung beobachtbar und dient dazu Nähe zur Bindungsperson herzustellen, um das Gefühl von Sicherheit zu erlangen (vgl. Grossmann/Grossmann 2012, S. 74). Dies zeigt sich durch das Kommunikationsverhalten des Kleinkindes, wie Rufen, Schreien, Weinen, Lachen und durch Lautäußerungen, die alle die gleiche Intention haben, nämlich die Bindungsperson in die Nähe des Kindes zu führen (vgl. ebd., S. 75). Auch Verhaltensweisen wie Anklammern, Festhalten und Trennungsprotest oder Nachfolgen und Suchen signalisieren, dass das Kind die direkte Nähe zur Bindungsperson sucht (vgl. ebd., S. 75). „Dabei ist das Kind immer ein aktiver Interaktionspartner, der seinerseits signalisiert, wann Bedürfnisse nach Nähe und Schutz auftauchen und befriedigt werden wollen“ (Brisch 2009a, S. 36). Der Säugling wird in der Entwicklungspsychologie als soziales Wesen angesehen, der seine kommunikativen Fähigkeiten an das Pflegeverhaltenssystem seiner primären Bindungsperson anpasst. Die Bindungsentwicklung zu einer Person ist nicht durch genetische Verwandtschaft bedingt, deshalb kann sich der Säugling an Personen binden, die ihm völlig fremd sind und das über einen längerfristigen Entwicklungsverlauf (vgl. Brisch 2009b, S. 235).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der frühkindlichen Bindung ein und definiert die Zielsetzung sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert die rechtlichen und psychologischen Aspekte der Adoption sowie zentrale Bindungskonzepte wie Feinfühligkeit und Bindungsrepräsentation.
3. Empirie: Hier wird das qualitative Forschungsvorhaben mittels narrativer Interviews und deren Auswertung durch die Objektive Hermeneutik detailliert dargelegt.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über den individuellen Bindungsaufbau zusammen und gibt konkrete Empfehlungen für die Praxis der Adoptionsvermittlung.
5. Anhang: Der Anhang bietet ergänzende Materialien, einschließlich Literaturverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis und der vollständigen Transkription des Interviews.
Frühkindliche Bindung, Adoption, Auslandsadoption, Adoptiveltern, Bindungsaufbau, Bindungsstörung, Filiationsbruch, Feinfühligkeit, Bindungsqualität, Narrative Interviews, Objektive Hermeneutik, Bindungsrepräsentation, Entwicklungspsychologie, Kindeswohl, Adoptionsvermittlung.
Die Arbeit befasst sich mit den psychologischen Prozessen des Bindungsaufbaus bei ausländischen Adoptivkindern im Alter von null bis zwei Jahren.
Zentrale Themen sind die Bindungstheorie, die spezifischen Belastungen durch Auslandsadoptionen sowie die Bedeutung von Feinfühligkeit und emotionaler Sicherheit für das Adoptivkind.
Die Arbeit untersucht, wie sich die frühkindliche Bindung zwischen ausländischen Adoptivkindern und ihren Adoptiveltern aufbaut und welche Faktoren diesen Prozess beeinflussen.
Die Autorin führte ein narratives Interview mit einem Adoptiveltern-Paar durch und wertete dieses mithilfe der Methode der Objektiven Hermeneutik nach Ulrich Oevermann aus.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Bindungsmodelle und einen empirischen Teil, der die subjektiven Erfahrungen der Adoptiveltern analysiert.
Die wichtigsten Begriffe sind Frühkindliche Bindung, Adoption, Filiationsbruch, Bindungsstörungen und Objektive Hermeneutik.
Die Arbeit verdeutlicht, dass eine lange Wartezeit und der Verlust der frühen Säuglingsphase, insbesondere durch äußere Umstände wie Adoptionsstopps, das Bindungsempfinden der Adoptiveltern und den Prozess der Kontaktaufnahme zum Kind erheblich erschweren können.
In dem analysierten Fall wird die vor der Adoption bestehende Bindung zur Betreuungsperson im Heim als ein Faktor beschrieben, der den neuen Bindungsaufbau zu den Adoptiveltern vorübergehend durch konkurrierendes Trennungsverhalten beeinflusst hat.
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