Masterarbeit, 2012
122 Seiten
1. Einleitung
2. Zielsetzung und Vorgehensweise
3. Migration – eine Begriffserklärung
3.1 Ursachen von Migrationsbewegungen
3.2 Historischer Überblick über die Migration in Europa und Österreich
3.2.1 Wanderungsraum Europa
3.2.2 Migrationsbewegungen in Österreich im 19. und 20. Jahrhundert
3.2.3 Österreich als Einwanderungsland – die aktuelle Situation
4. Die Situation von Migrationsanderen in Österreich
4.1 Die rechtliche Situation
4.1.1 Zuwanderung nach Österreich – gesetzliche Bestimmungen
4.1.2 Asylgesetz
4.1.3 Einbürgerungspolitik
4.1.4 Arbeitsmarktpolitik
4.2 Die soziale Situation
4.2.1 Aufenthaltssituation
4.2.2 Wohnungssituation
4.2.3 Arbeitsmarktsituation
4.2.4 Bildungssituation
5. Kulturbegriffe – aktuelle Diskurse
5.1 Das Konzept der Multikulturalität
5.2 Das Konzept der Interkultur nach Mark Terkessidis
5.3 Das Konzept der Transkulturalität nach Wolfgang Welsch
5.4 Der Begriff der Leitkultur nach Bassam Tibi
6. Interkulturelle Pädagogik
6.1 Konzepte Interkultureller Erziehung und Bildung
6.1.1 Ausländerpädagogik als kompensatorische Erziehung
6.1.2 Kritik an der Ausländerpädagogik
6.1.3 Interkulturelle Pädagogik
6.1.4 Exkurs: Antidiskriminierungspädagogik
6.1.5 Weiterführungen der Interkulturellen Bildung
6.2 Interkulturelles Lernen und Migrationsandere als Thema in der Weiterbildung
6.3 Interkulturelle Kompetenz – eine Schlüsselqualifikation
7. Empirischer Teil
7.1 Forschungsfrage und Erhebungsmethode der Untersuchung
7.1.1 Forschungsfrage
7.1.2 Untersuchungsmethode
7.1.2.1 Das qualitative Interview
7.1.2.2 Das Leitfadeninterview
7.2. Untersuchungsgruppen und Interviewsituation
7.2.1 Die Untersuchungsgruppen
7.2.2 Die Interviewsituation
7.3 Der Interviewleitfaden
7.4 Bestimmung der Auswertungskategorien
7.5 Aufbereitungsverfahren
7.6 Auswertung der Interviews – qualitative Inhaltsanalyse
7.7 Darstellung der Ergebnisse
7.7.1 Ergebnisse der Befragungen der VertreterInnen universitärer Angebote
7.7.2 Ergebnisse der Befragungen der Vertreterinnen niederschwelliger Angebote
7.7.3 Vergleich der beiden Gruppen
7.8 Interpretation und Ausblick
Die Masterarbeit untersucht, inwieweit Migrationsandere eine explizite Zielgruppe von Weiterbildungsangeboten zum Erwerb interkultureller Kompetenz sind und inwiefern diese Angebote von ihnen genutzt werden. Dabei wird analysiert, ob die in der Literatur beschriebene Unterrepräsentation dieser Personengruppe auch in der praktischen Weiterbildungslandschaft existiert.
3.2.1 Wanderungsraum Europa
Bis in die 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts war Europa ein klassisches Auswanderungsland, allein zwischen 1750 und 1960 kehrten rund 70 Millionen Menschen dem Kontinent den Rücken. Die meisten EmmigrantInnen gingen nach Süd- und Nordamerika, weitere Ziele waren Australien, Neuseeland und das südliche Afrika. Die Hauptgründe für die Auswanderungen waren primär wirtschaftliche Aspekte wie Armut, Überbevölkerung, Ressourcenknappheit oder Beschränkungen zünftiger Ordnungen, erst danach folgten politische und religiöse Motive (vgl. Münz 2008, S. 17). Die quantitativ bedeutendste Migrationsform der europäischen Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stellen Zwangsmigrationen bzw. ethnische Säuberungen dar. Insgesamt waren rund 20 Millionen Menschen davon betroffen während bzw. nach den beiden Weltkriegen ihre Heimat zu verlassen und zwangsumgesiedelt zu werden. Das waren beispielsweise der griechisch-türkische Bevölkerungsaustausch von 1923, von dem etwa 1,7 Millionen Menschen betroffen waren oder die deutsche und polnische Vertreibung und Umsiedlung, bei der Millionen von Menschen ihre Heimat verlassen mussten. Im Frühjahr 1992 fand in Europa die jüngste ethnische Säuberung im Zuge eines Völkermordes in Bosnien-Herzegowina statt, in Folge derer etwa zwei Millionen BosnierInnen ihr Land verlassen mussten (vgl. Oswald/Schmelz 2008, S. 158ff.).
Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde Europa – bedingt durch einen Arbeitskräftemangel – von einem Auswanderungs- zu einem Einwanderungsland. Länder Westeuropas warben gezielt um ArbeiterInnen aus den Mittelmeerländern wie Italien, Spanien, Portugal, Griechenland, Türkei, Jugoslawien und Marokko. Länder, die Kolonien hatten, wie Großbritannien, Niederlande oder Frankreich, warben ihre Arbeitskräfte hauptsächlich von dort an (vgl. Münz 2008, S. 18f.). Den „GastarbeiterInnen“ wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt bzw. wurden sie nicht als Störfaktor oder Gefahr wahrgenommen. Ein Grund dafür ist wohl auch, dass die Besetzung von unattraktiven Positionen am Arbeitsmarkt mit einem Wirtschaftsaufschwung einherging (vgl. Sprung 1997, S. 21).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz interkultureller Kompetenz als Schlüsselqualifikation ein und thematisiert die Diskrepanz zwischen dem Bedarf an dieser Kompetenz und der Unterrepräsentation von Migrationsanderen in entsprechenden Weiterbildungsangeboten.
2. Zielsetzung und Vorgehensweise: Dieses Kapitel erläutert die zentrale Forschungsfrage der Masterarbeit und gibt einen Überblick über den inhaltlichen Aufbau sowie die methodische Herangehensweise an die empirische Untersuchung.
3. Migration – eine Begriffserklärung: Hier werden zentrale Begriffe der Migrationsforschung definiert und ein historischer Abriss der Migrationsbewegungen in Europa und Österreich dargelegt.
4. Die Situation von Migrationsanderen in Österreich: Das Kapitel analysiert tiefgreifend die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die soziale, ökonomische und bildungsbezogene Lebensrealität von Migrationsanderen in Österreich.
5. Kulturbegriffe – aktuelle Diskurse: Es erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Kulturkonzepten wie Multikulturalität, Interkultur, Transkulturalität und dem politischen Begriff der Leitkultur.
6. Interkulturelle Pädagogik: Dieser Teil betrachtet die historische Entwicklung und die unterschiedlichen Konzepte der interkulturellen Erziehung, inklusive des Lernens im Erwachsenenbereich und der Bedeutung interkultureller Kompetenz.
7. Empirischer Teil: Im Zentrum stehen die Auswertung der qualitativen Experteninterviews sowie der Vergleich zwischen universitären und niederschwelligen Angeboten hinsichtlich der Zielgruppenansprache und Partizipation.
Interkulturelle Kompetenz, Migration, Migrationsandere, Weiterbildung, Erwachsenenbildung, Diskriminierung, Bildungsbarrieren, interkulturelle Pädagogik, Multikulturalität, Transkulturalität, Leitkultur, qualitative Inhaltsanalyse, Partizipation, Ethnizität, Sozialisation
Die Arbeit untersucht die (Unter-)Repräsentation von Migrationsanderen in Weiterbildungsmaßnahmen, die Kompetenzen im interkulturellen Bereich vermitteln.
Die zentralen Themen sind Migrationssoziologie, die rechtliche und soziale Situation von Migranten in Österreich, verschiedene pädagogische Kulturkonzepte sowie die Qualität und Barrieren von Weiterbildungsangeboten.
Die Forschungsfrage ist, ob Migrationsandere tatsächlich keine explizite Zielgruppe solcher Lehrgänge sind und warum eine Unterrepräsentation laut Literatur in der Praxis besteht oder begründet wird.
Die Autorin nutzt eine qualitative Forschungsmethode und führt leitfadengestützte Experteninterviews mit Vertretern universitärer und niederschwelliger Bildungsangebote durch, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Abschnitte zu Migration, Kulturbegriffen (Multikulturalität, Transkulturalität) und interkultureller Pädagogik sowie einen empirischen Teil zur Auswertung der Experteninterviews.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Interkulturelle Kompetenz, Migrationsandere, Bildungspartizipation, Diskriminierung und interkulturelle Pädagogik.
Die Autorin übernimmt den Begriff von Paul Mecheril, um die Konstruktion ethnischer Identitäten hervorzuheben und den Fokus auf Zugehörigkeit und Ausgrenzung anstelle von pauschalen ethnischen Zuschreibungen zu lenken.
Die Untersuchung zeigt, dass die befragten Einrichtungen keine expliziten Zielgruppen definieren, sondern den beruflichen Hintergrund als Kriterium nutzen; zudem wird deutlich, dass sprachliche Hürden und systembedingte Schwierigkeiten beim Prüfungswesen die Partizipation erschweren.
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