Bachelorarbeit, 2016
60 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Motivation
2.1 Inhaltstheorien der Motivationsforschung
2.1.1 Die Bedürfnistheorie nach Maslow
2.1.2 Kritische Reflexion der Bedürfnistheorie nach Maslow
2.2 Prozesstheorien der Motivationsforschung
2.2.1 Das Handlungsphasenmodell nach Heckhausen
3 Extrinsische und intrinsische Motivationsfaktoren
3.1 Extrinsische Motivation
3.2 Intrinsische Motivation
3.2.1 Die Selbstbestimmungstheorie
3.2.1.1 Auswirkung externer Anreize in der Selbstbestimmungstheorie
3.2.1.2 Internalisierung von extrinsischer Motivation
3.3 Reflexion der extrinsischen und intrinsischen Motivationsfaktoren
4 Der Anreiz
4.1 Kognitive Verarbeitung
4.2 Erwartete und unerwartete Anreize
4.2.1 Die kognitive Evaluationstheorie
5 Das Phänomen des Crowding-Out
5.1 Crowding-Out – die Theorie
5.2 Standardökonomisches Modell und psychologische Ökonomie
5.3 Preiseffekt gegen Verdrängungseffekt
5.4 Empirische Befunde
5.4.1 Feldexperiment
5.4.2 Laborexperiment
5.4.3 Gewollte und ungewollte Anreizwirkungen von variablen Löhnen
5.5 Reflexion des Crowding-Out Phänomens
6 Das optimale Anreizsystem – Eine Überlegung
6.1 Voraussetzungen
6.2 Das Anreizsystem
6.2.1 Individualität der Zielgruppe und der Selektionseffekt
6.2.2 Mögliche Flexibilität des Anreizsystems
6.2.3 Grenzen leistungsorientierter Anreizsysteme
6.2.4 Bewertung leistungsorientierter Anreizsysteme
6.3 Bonusprogram für außerbetriebliche Leistungen
7 Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirkung extrinsischer Anreize auf die intrinsische Motivation von Arbeitnehmern. Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie äußere Anreize – insbesondere in einem betrieblichen Kontext – die intrinsische Motivation beeinflussen können und ob und unter welchen Bedingungen das Phänomen des "Crowding-Out" auftritt, bei dem extrinsische Anreize die intrinsische Motivation verdrängen.
Crowding-Out – die Theorie
Im heutigen Verständnis der Ökonomie tritt der Mensch vermehrt als Homo Oeconomicus auf. Ihm werden Charakteristika wie rationales Handeln und die Beeinflussung seines Handelns durch externe Anreize zugeschrieben. Diese Theorie des modernen Menschen postuliert eine empirische Vorhersagbarkeit über das individuelle Verhalten eines Menschen unter dem Einfluss äußerer Anreize (vgl. Frey, 2012, S. 75). Das folgende Kapitel beschäftigt sich nun mit der Theorie des Crowding-Out und somit der Grundlage für diese Vorhersagen.
Zur Einleitung in die Thematik erweist sich ein Beispiel oft als hilfreich. In diesem Kontext wird ein Beispiel aus einer Arbeit von Bruno Frey übernommen, da es kurz und aussagekräftig ist. Frey schildert einen Jungen, welcher aufgrund der guten Beziehung zu seinen Eltern, den Wunsch verspürt, diesen bei der Gartenarbeit zur Hand zu gehen. Er beginnt aus freien Stücken in regelmäßigen Abständen den Rasen zu mähen. Der Vater zeigt sich sehr erfreut und bietet seinem Sohn für jede Wiederholung des Rasenmähens eine finanzielle Belohnung an. Die Crowding-Out Theorie besagt nun, dass der Sohn seine intrinsische Motivation, also den Wunsch seinen Eltern zu helfen, verliert und zukünftig des Geldes wegen den Rasen mäht. Bei einem Wegfall der finanziellen Belohnung besteht sogar die Möglichkeit, dass der Junge gänzlich vom Rasenmähen Abstand nimmt (vgl. Frey, 2012, S. 77).
Diese Zerstörung innerer Anreize durch den Eingriff äußerer Belohnungen wird im Fachkreis der Psychologie auch als „undermining effect“, zu Deutsch als Untergrabungs-Effekt bezeichnet. Bildlich gesprochen untergräbt der äußere Anreiz also das Fundament, auf welchem die intrinsische Motivation gebaut ist und lässt diese einstürzen (vgl. Frey, 2012, S. 77). Denkt man nun an das Kapitel über die intrinsische Motivation zurück und ruft sich die Inhalte über die Bedeutung des Ursprungsortes in Erinnerung, erkennt der Leser, dass eine Verschiebung des Ursprungsortes aus dem Jungen heraus vonstattenging. Es entsteht eine Form der finanziellen Kontrolle und der Gebundenheit an Lohn und Aufgabe, ergänzt durch die negativen Eigenschaften eines erwarteten Anreizes.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik extrinsischer Anreize auf die intrinsische Motivation ein und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Motivation: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Motivationsforschung, indem es Inhalts- und Prozesstheorien anhand bekannter Modelle wie der Bedürfnistheorie nach Maslow und dem Handlungsphasenmodell nach Heckhausen diskutiert.
3 Extrinsische und intrinsische Motivationsfaktoren: Es erfolgt eine Differenzierung zwischen den beiden Motivationsformen, wobei die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan zur Erklärung der Wirkmechanismen herangezogen wird.
4 Der Anreiz: Der Fokus liegt auf der Begriffsdefinition des Anreizes, seiner kognitiven Verarbeitung und der unterschiedlichen Wirkung von erwarteten gegenüber unerwarteten Anreizen.
5 Das Phänomen des Crowding-Out: Dieses Kapitel behandelt theoretisch und empirisch das Verdrängen intrinsischer Motivation durch externe Anreize, inklusive einer Gegenüberstellung von Preis- und Verdrängungseffekt.
6 Das optimale Anreizsystem – Eine Überlegung: Auf Basis der vorangegangenen Analysen werden Bedingungen für praktikable Anreizsysteme erörtert, Risiken wie der Selektionseffekt diskutiert und eigene Szenarien für Bonusprogramme entwickelt.
7 Diskussion: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion der Kernpunkte, einer kritischen Würdigung der Verhaltensbeeinflussung durch Unternehmen sowie dem Ausblick auf zukünftige Forschungsgebiete.
Motivation, Extrinsische Motivation, Intrinsische Motivation, Crowding-Out, Verdrängungseffekt, Anreizsystem, Selbstbestimmungstheorie, Leistungsbezogene Entlohnung, Selektionseffekt, Homo Oeconomicus, Preis-Effekt, Arbeitsleistung, Untergrabungs-Effekt, Autonomie, Kompetenz
Die Arbeit untersucht, wie extrinsische Anreize (wie Geld oder Boni) die intrinsische Motivation von Arbeitnehmern beeinflussen und ob sie diese unter Umständen schwächen oder verdrängen können.
Die zentralen Themen umfassen die psychologischen Grundlagen der Motivation, die Unterschiede zwischen extrinsischen und intrinsischen Motivationsfaktoren, das Crowding-Out-Phänomen sowie die Gestaltung effizienter Anreizsysteme.
Das Hauptziel besteht darin, die Wirkungsweise von Anreizen zu verstehen, um praktikable und "optimale" betriebliche Anreizsysteme zu entwickeln, welche die intrinsische Motivation der Mitarbeiter nicht zerstören.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Studien (Feld- und Laborexperimente) zum Thema Crowding-Out, um Hypothesen zu stützen und Anreizmodelle zu reflektieren.
Neben den theoretischen Grundlagen liegt der Schwerpunkt auf der Analyse des Verdrängungseffekts, der Gegenüberstellung von Preis- und Verdrängungseffekt sowie der kritischen Betrachtung leistungsabhängiger Vergütung in der Unternehmenspraxis.
Motivation, Intrinsische/Extrinsische Motivation, Crowding-Out, Anreizsysteme, Selbstbestimmungstheorie, Selektionseffekt.
Es beschreibt den Effekt, dass externe Belohnungen eine bestehende intrinsische Motivation untergraben oder zerstören können, da sich der Anreiz für den Handelnden von "interessenbestimmt" zu "zweckorientiert" verschiebt.
Der Autor schlägt vor, den Fokus stärker auf außerbetriebliche Leistungen oder faire, individuell anpassbare Bonusmodelle zu legen, um negative Effekte wie den Selektionseffekt zu vermeiden und die Mitarbeiterbindung durch Wertschätzung zu stärken.
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