Bachelorarbeit, 2017
64 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Was zeichnet einen Staat aus?
3. Der eigene Minimalansatz
4. Der Fall Nigeria
4.1 Sicherheitsfunktion
4.2 Wohlfahrtsfunktion
4.3 Legitimitäts- und Rechtsstaatsfunktion
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der Staatlichkeit in Nigeria im Zeitraum zwischen den Präsidentschaftswahlen 2007 und 2011. Ziel ist es, anhand eines modifizierten Minimalansatzes von Ulrich Schneckener zu bewerten, wie sich die Funktionsfähigkeit des nigerianischen Staates unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten, wohlfahrtsstaatlicher Leistungen sowie demokratischer und rechtsstaatlicher Kriterien verändert hat.
4.1 Sicherheitsfunktion
Bezüglich der Variable Ausmaß und staatliche Eindämmung interner Konflikte brachte die eigene Untersuchung der Jahre 2007 bis 2011 fast ausschließlich negative Veränderungen hervor.
Aus rein quantitativer Sicht stellte das vom Heidelberger Institut für internationale Konfliktforschung publizierte Konfliktbarometer einen nahezu kontinuierlichen Anstieg der Anzahl an innerstaatlichen Konflikten in Nigeria fest. Lag deren Zahl im Jahr 2007 noch bei vier, wurden für das Jahr 2011 sieben innerstaatliche Konflikte identifiziert. Im gleichen Zug stellt das Institut eine massive Steigerung der Konfliktintensität fest. Innerhalb des Forschungszeitraumes erhöhte sich die Anzahl gewaltsamer Konflikte stetig von null (2007) auf sechs (2011). Diese Gewaltzunahme bestätigt sich bei der Betrachtung der in der Uppsala Conflict Data Base aufgeführten Opferzahlen durch bewaffnete Konflikte. Während im Jahr 2007 noch 148 Bürger innerstaatlichen Konflikten zum Opfer fielen, lag deren Anzahl im Jahr 2009 bei 502 bzw. 1811 im Jahr 2011.
Die Sicherheitssituation in Nigeria verschlechterte sich mit dem Aufstand der islamistischen Terrorgruppierung Boko Haram im Jahr 2009 erheblich. Die Terrormiliz – welche den bestehenden westlich geprägten, säkularen nigerianischen Staat abschaffen und ein Kalifat errichten will – wurde bereits im Jahr 2002 von ihrem späteren Anführer Mohammed Yusuf in der im Nordosten Nigerias gelegenen Stadt Maiduguri gegründet. In den darauffolgenden sieben Jahren übte Boko Haram allerdings nur wenige Übergriffe aus. Dass von der Terrormiliz anfangs kaum eine Gefährdung ausging, betrachtete die Bundesregierung fälschlicherweise als hinreichende Begründung, konkrete Gegenmaßnahmen zu vermeiden. Am 11. Juni 2009 eskalierte die Situation, als siebzehn Mitglieder der Terrormiliz aufgrund einer Meinungsverschiedenheit mit Polizisten von ebendiesen erschossen wurden. Mohammed Yusuf, der oberste Befehlshaber Boko Harams, rief daraufhin zu Vergeltungsangriffen auf, welche im Ergebnis zu seinem und dem Tod vieler Anhänger führten, da die Gruppe dem bewaffneten Gegenschlag des Staates – hierbei übten staatliche Sicherheitskräfte in der damaligen Boko Haram Hochburg Maiduguri diverse außergerichtliche Tötungen aus, wobei auch Mohammed Yusuf auf diese Weise ermordet wurde – unterlegen war.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den historischen Kontext Nigerias seit der Unabhängigkeit und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Veränderung der Staatlichkeit zwischen 2007 und 2011.
2. Was zeichnet einen Staat aus?: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene wissenschaftliche Messkonzepte für Staatlichkeit und begründet die Wahl des ergebnisorientierten Ansatzes von Ulrich Schneckener.
3. Der eigene Minimalansatz: Hier wird das methodische Grundgerüst entwickelt, indem die Staatsfunktionen Sicherheit, Wohlfahrt sowie Legitimität und Rechtsstaat in spezifische Variablen und Indikatoren operationalisiert werden.
4. Der Fall Nigeria: Das Kapitel wendet das Analysemodell empirisch auf Nigeria an und untersucht detailliert die Sicherheitsfunktion, die Wohlfahrtsfunktion sowie die Legitimitäts- und Rechtsstaatsfunktion.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass trotz negativer Entwicklungen im Sicherheitsbereich insgesamt positive Trends in der Wohlfahrts- und Rechtsstaatsperformanz festzustellen waren.
Nigeria, Staatlichkeit, Sicherheitsfunktion, Wohlfahrtsfunktion, Rechtsstaat, Demokratie, Goodluck Jonathan, Umaru Yar'Adua, Boko Haram, Millennium Development Goals, Konfliktbarometer, Politische Transformation, Menschenrechte, Institutionelle Effektivität, Regierungsführung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Messung und Bewertung der Staatlichkeit Nigerias im Zeitraum zwischen den Präsidentschaftswahlen von 2007 und 2011.
Die Schwerpunkte liegen auf der Sicherheitslage, der wohlfahrtsstaatlichen Leistungsfähigkeit des Staates sowie der Entwicklung der demokratischen und rechtsstaatlichen Standards.
Das Ziel ist es, zu identifizieren, welche positiven und negativen Veränderungen der Staat Nigeria während des Untersuchungszeitraums in den definierten Kernfunktionen vollzogen hat.
Die Arbeit nutzt ein modifiziertes Analysekonzept basierend auf dem Modell von Ulrich Schneckener, um qualitative und quantitative Daten zur Staatlichkeit strukturiert auszuwerten.
Der Hauptteil analysiert konkret drei Staatsfunktionen: Sicherheitsfunktion, Wohlfahrtsfunktion sowie Legitimitäts- und Rechtsstaatsfunktion anhand von spezifischen Indikatoren.
Wichtige Begriffe sind unter anderem minimale Staatlichkeit, Niger-Delta, Boko Haram, Millenniumsziele, Korruption und demokratische Performanz.
Die Arbeit zeigt eine signifikante Verschlechterung der Sicherheit auf, bedingt durch den Aufstieg von Boko Haram, zunehmende innerstaatliche Konflikte und das Versagen des Sicherheitsapparates.
Die Millenniumsziele dienten als zentraler Maßstab für die Messung von Leistungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung sowie Wasser- und Sanitärversorgung.
Die Studie stellt fest, dass nach der Machtübernahme durch Goodluck Jonathan im Jahr 2010 die Bemühungen zur Bekämpfung von Korruption und zur Stärkung der Rechtsstaatlichkeit im Vergleich zur Ära Yar'Adua nachließen.
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