Bachelorarbeit, 2017
73 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Führung und Führungspräferenzen
2.2 Führung in der psychologischen Forschung
2.2.1 Persönlichkeitsorientierte Forschung
2.2.2 Verhaltensorientierte Führung
2.2.3 Transaktionale und Transformationale Führung
2.3 Generationsunterschiede
2.4 Geschlechtsunterschiede
3 Methode
3.1 Stichprobe
3.2 Messinstrumente
3.2.1 „Characteristics of Admired Leaders“ - Checkliste
3.2.2 Multifactor Leadership Questionnaire
3.3 Versuchsdurchführung
3.4 Eingabe und Auswertung der Daten
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Befunde
4.2 Inferenzsstatistische Hypothesenprüfung
4.2.1 Ergebnisse Hypothese 1
4.2.2 Ergebnisse Hypothese 2 und 3
4.3 Nebenbefunde
4.3.2 Präferierte Persönlichkeitsattribute von Führungskräften
4.3.3 Geschlechtszuordnung der untersuchten Persönlichkeitsattribute
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Interpretation und Einordnung in den Forschungsstand
5.2.1 Ergebnisse des Multifactor Leadership Questionnaires
5.2.2 Ergebnisse der „Characteristics of Admired Leaders“
5.2.3 Geschlechtsstereotypen im Führungskontext
5.3 Limitationen
5.4 Ausblick und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Führungspräferenzen der Generation Y, um aufzuklären, welche Anforderungen junge Arbeitnehmer an ihre Vorgesetzten stellen. Dabei wird analysiert, ob sich die Präferenzen hinsichtlich transaktionaler und transformationaler Führungsstile sowie bestimmter Persönlichkeitsattribute durch Alters- oder Geschlechtsunterschiede erklären lassen und ob Persönlichkeitsmerkmale geschlechtsspezifisch zugeordnet werden.
2.2.1 Persönlichkeitsorientierte Forschung
In verschiedenen Untersuchungen im Feld der Trait-Theorien wird davon ausgegangen, dass Führungskräfte über bestimmte Eigenschaften oder Fähigkeiten verfügen müssen, um erfolgreich zu sein. Dabei sind kognitiven Fähigkeiten (Intelligenz, Aufmerksamkeit, Konzentration) von Persönlichkeitseigenschaften zu unterscheiden (Schuler, Höft & Hell, 2014). Gerade in neueren Forschungsansätzen wird die Persönlichkeit der Führungskraft häufig mit Hilfe des Big-Five-Modells untersucht (Schuler & Höft, 2007) und nach Korrelationen zwischen einzelnen Skalen des Modells und berufsrelevanten Konstrukten gesucht (Bono & Judge, 2004; Judge, Bono, Illies & Gerhardt, 2002). Es konnten bei einigen Merkmalen (Extraversion, Gewissenhaftigkeit, Offenheit) ein positiver, wenn auch geringer Einfluss auf die beobachtete Führungseffizienz beobachtet werden (Judge et al., 2002). Extraversion bezeichnet im Rahmen des Big-Five-Modells Eigenschaften wie Herzlichkeit, Geselligkeit, Frohsinn, aber auch Durchsetzungsfähigkeit, Aktivität und Erlebnishunger. Gewissenhaftigkeit steht für Personen, die zu Ordnungsliebe, Pflichtbewusstsein, Leistungsstreben und Disziplin tendieren. Offenheit für Erfahrungen beschreibt Attribute wie Offenheit für Phantasie, Ästhetik, Gefühle, Handlungen, Ideen und Offenheit des Normen- und Wertesystems (Ostendorf & Angleitner, 2004).
Während in Ansätzen wie diesen bereits vorher definierte Persönlichkeitseigenschaften auf ihren Zusammenhang mit Führungsverhalten und -erfolg überprüft wurden, gibt es in der Trait-Forschung auch andere Herangehensweisen. Kouzes, Posner und Schmidt (zitiert nach Pierce & Newstrom, 2011) befragten 1985 1500 Manager, welche Werte und Eigenschaften ihnen bei ihren Vorgesetzten wichtig seien und bildeten aus den dabei ermittelten 225 Eigenschaften 25 Kategorien, denen man diese zuordnen konnte. Die Kategorien mit den am häufigsten erwähnten Eigenschaften waren damals Integrität (ehrlich, vertrauenswürdig), Kompetenz (fähig, produktiv, effizient) und „leadership“ (inspirierend, entscheidungsfreudig). Bei Follow-Up-Studien der Autoren wurde die gleiche Frage insgesamt mehr als 75000 Untersuchungsteilnehmern gestellt, allerdings in Form der „Characteristics of Admired Leaders“-Checkliste, welche 20 unterschiedliche Charaktereigenschaften enthält (Kouzes & Posner, 2011). Diesen empirischen Ansatz stützen unterschiedliche Untersuchungen (Bass, 1990; Daft, 1999; Northouse, 1997; Yukl & Van Fleet, 1992), in denen Integrität als eine wichtige Eigenschaft erfolgreicher Führer ermittelt wurde.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob unterschiedliche Generationen und Geschlechter differenzierte Anforderungen an gute Führung stellen, und erläutert die Relevanz für moderne Unternehmen.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel liefert den wissenschaftlichen Rahmen zu Führungstheorien, insbesondere den Unterschieden zwischen transaktionaler und transformationaler Führung sowie Persönlichkeitsmerkmalen von Führungskräften.
3 Methode: Hier wird das Untersuchungsdesign, die Stichprobe von 127 Personen sowie die verwendeten Messinstrumente wie der Multifactor Leadership Questionnaire beschrieben.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der Daten und prüft die aufgestellten Hypothesen zu Alters- und Geschlechtsunterschieden.
5 Diskussion: Die Diskussion interpretiert die Ergebnisse im Lichte des Forschungsstandes, erörtert Limitationen der Studie und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Generation Y, Führungspräferenzen, transformationale Führung, transaktionale Führung, Führungspersönlichkeit, Persönlichkeitsattribute, Characteristics of Admired Leaders, Multifactor Leadership Questionnaire, Altersunterschiede, Geschlechtsunterschiede, Führungseffizienz, Arbeitsmarkt, Führungskraft, Mitarbeiterführung, Organisationspsychologie.
Die Arbeit befasst sich mit den Erwartungen und Präferenzen von Arbeitnehmern der Generation Y bezüglich des Verhaltens und der Persönlichkeitsmerkmale ihrer Führungskräfte.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Konzepte der transformationalen und transaktionalen Führung sowie auf die Bedeutung spezifischer Persönlichkeitsattribute von Führungskräften.
Das Hauptziel ist zu ermitteln, ob es signifikante Unterschiede in den Führungspräferenzen zwischen der Generation Y und älteren Generationen sowie zwischen Männern und Frauen gibt.
Es handelt sich um eine empirisch-psychologische Studie, bei der Daten mittels Online-Fragebögen (Multifactor Leadership Questionnaire und Characteristics of Admired Leaders) erhoben und statistisch mittels ANOVA und Mittelwertsvergleichen ausgewertet wurden.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zu Führungsstilen erläutert, die Methodik der Untersuchung dargelegt, die empirischen Ergebnisse präsentiert und diese abschließend interpretiert.
Zentrale Begriffe sind Generation Y, transformationale Führung, Führungspräferenzen, Persönlichkeitsattribute und Arbeitsplatzkultur.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Generation Y eine signifikant höhere Präferenz für transformationale Führung aufweist als ältere Untersuchungsteilnehmer, insbesondere in den Aspekten der individuellen Wertschätzung und Vorbildfunktion.
Nein, entgegen der ursprünglichen Hypothesen konnten in dieser Untersuchung keine signifikanten Geschlechtsunterschiede bei den Präferenzen für transaktionale oder transformationale Führungsstile festgestellt werden.
Die Teilnehmer präferierten im Durchschnitt neutrale oder weibliche Attribute gegenüber maskulinen Eigenschaften, was im Widerspruch zu manchen älteren Studien steht, die ein „Think manager-think male“-Phänomen postulierten.
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