Diplomarbeit, 2004
111 Seiten, Note: 2,0
EINLEITUNG
I. THEORETISCHE HERLEITUNG
1. SOZIALISATION IN DER KINDHEIT
1.1.Kindheit
1.1.1. Zum Wandel der Kindheit
1.1.2. Kindheit als Altersphase
1.2. Begriffsbestimmung: Sozialisation
1.3. Theoretische Basistheorien zur Erklärung von Sozialisationsverläufen
1.3.1. Kognitive Lentheorie- Lernen am Modell (Bandura)
1.3.2. Sozialökologischer Ansatz (Bronfenbrenner)
1.4. Kulturvergleichende Ansätze
2. KINDER MIT MIGRATIONSHINTERGUND
2.1. Begriffsbestimmung: Migration
2.2. Kinder mit Migrationshintergrund
2.2.1. Kinder aus Familien von Arbeitsmigranten
2.2.2. Kinder aus Aussiedlerfamilien
2.2.3. Kinder aus Flüchtlingsfamilien
2.2.3.1. Asylbewerber
2.2.3.2. Asylberechtigte
3. INSTANZEN DER SOZIALISATON
3.1. Familie
3.2. Gleichaltrigengruppen
3.3. Medien
4. ZUM UMGANG MIT FREMDHEIT- ETHNOZENTRISMUS UND ETHNISCHE VORURTEILE
4.1. Ethnozentrismus
4.2. Ethnische Stereotype
4.3. Ethnische Vorurteile
4.4. Verminderung von Vorurteilen
5. KUNST- UND KULTURARBEIT MIT KINDERN IM FOKUS DER INTERKULTURELLEN PÄDAGOGIK
5.1. Begriffe, abgrenzende Grundlagen und Bezugsfelder der Interkulturellen Pädagogik
5.1.1. Begriffsbestimmung: Interkulturelle Pädagogik
5.1.2. Kultur und „kulturelle Identität“
5.1.3. Ethnizität und „ethnische Identität“
5.1.4. Akkulturationsprozesse
5.2. Themeninhalte und Ziele der Interkulturellen Pädagogik
5.2.1. Begegnung
5.2.2. Konflikt
5.2.3. Gesellschaftspolitische Dimension
5.3. Kunst- und Kinderkulturarbeit
5.3.1. Begriffsbestimmung: Kinderkulturarbeit
5.3.2. Kunst und Ästhetik als Gegenstandsbereiche der Kinderkulturarbeit
5.3.2.1. Materialerfahrungen
5.3.3. Rechtliche Grundlagen und Rahmenbedingungen
5.3.4. Ansätze und Ziele
5.3.5. Zielgruppenspezifische Angebote
5.3.6. Praxisfelder
5.3.7. Zum Projektbegriff
5.3.8. Fachlichkeit und Qualifikation von MitarbeiterInnen
II. PLANUNG UND DURCHFÜHRUNG DES PROJEKTES DAS „Schiefe Haus“
1. RAHMENBEDINGUNGEN DER EINRICHTUNG „Bau-Kinder-Kultur“
1.1. Einrichtung??
1.2. Beschreibung des Umfeldes
1.2.1. Bevölkerungsstruktur
1.2.2. Infrastruktur
1.3. Beschreibung der Einrichtung
1.3.1. Räumlichkeiten
1.3.2. Personelle Situation
1.3.3. Zielgruppe
1.3.4. Angebote der Einrichtung
1.3.5. Zielsetzung der Einrichtung für Projektprozesse
1.3.6. Sponsoren/ Förderer von Projekten
2. ZUR ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DES „Schiefen Hauses“
3. PLANUNG DES PROJEKTES
3.1. Didaktische/ Methodische Überlegungen
3.2. Projektbeschreibung
4. DURCHFÜHRUNG DES PROJEKTES
4.1. Anfangsphase
4.2. Eingesetzte Materialien/ Medien
4.3. Arbeitsphase
5. REFLEXION: BEOBACHTUNG DER INTERAKTIONEN UND DES GRUPPENPROZESSES
5.5.1. Verhalten der Gruppenleitung
5.5.2. Bezug der Teilnehmer zur Gruppenleitung
5.5.3. Bezug der Teilnehmer untereinander
5.5.4. Bezug der Mitarbeiter untereinander
5.5.5. Diskussion der Ergebnisse
6. DISKUSSION DER ERGEBNISSE
SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die identitäts- und integrationsstiftende Wirkung von außerschulischer Kunst- und Kulturarbeit auf Kinder mit unterschiedlicher kultureller Herkunft, wobei das Projekt „Schiefe Haus“ als praktisches Beispiel dient, um zu erörtern, wie künstlerische Mittel die Persönlichkeitsentfaltung und Identitätsfindung von Kindern unterstützen können.
1.1.1. Zum Wandel der Kindheit
Dem Eigenwert von Kindheit wurde lange Zeit keine Beachtung geschenkt. Kindheit interessierte als Vorstufe zum Erwachsenwerden. Die Kinder selbst galten als keine gleichberechtigten Partner, sondern waren die zu Versorgenden bzw. zu Erziehenden (vgl. Schorn, 1999, S. 142). Das in „jener Welt kein Platz für die Kindheit“ war, zeigte sich unter anderem auch in Darstellungen von Kindern in der mittelalterlichen Kunst. Kinder wurden als verkleinerte Ausgaben von Erwachsenen mit zum Teil deformierten Körpern dargestellt. In den wenigen künstlerischen Werken, in denen das Kind unbekleidet zu sehen war, wurde es vom Künstler mit der Muskulatur eines Erwachsenen ausgestattet (vgl. Ariès, 1975, S. 92).
Die ältere Entwicklungspsychologie verstand unter Kindheit im wesentlichen „einen Abschnitt oder eine Phase der seelischen Entwicklung“ (Gudjons, 1999, S. 115). Außerhalb von Schule und Kindergarten existierten kaum Orte, an denen Kinder ernstgenommen wurden und aktiv ihr Leben mitgestalten konnten (vgl. Schorn, 1999, S. 142). Die moderne Kindheitsforschung erfasst darüber hinaus auch den „historischen, sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontext dieses Lebensabschnittes“ (Gudjons, 1999, S. 115). Sie stellt das Kind als menschliches Subjekt in den Mittelpunkt und akzeptiert es als vollwertiges Mitglied in der Gesellschaft. Kinder werden heute als Akteure wahrgenommen, die sich ihre Welt aneignen und versuchen sie nach ihren Bedürfnissen zu gestalten (vgl. Hurrelmann/Bründel, 2003, S. 7). So sind heute die Wechselwirkungen des sich entwickelnden Menschen und der sich wandelnden Umwelt von Bedeutung.
1. SOZIALISATION IN DER KINDHEIT: Dieses Kapitel thematisiert den Wandel der Kindheit vom frühen Verständnis als bloße Vorstufe zum Erwachsenendasein hin zur Anerkennung des Kindes als eigenständiges Subjekt sowie die theoretischen Grundlagen der Sozialisation.
2. KINDER MIT MIGRATIONSHINTERGUND: Hier wird der Migrationsbegriff definiert und die Lebenssituation von Kindern aus verschiedenen Einwanderungsgruppen – wie Arbeitsmigranten, Aussiedler und Flüchtlinge – beleuchtet, inklusive der spezifischen Belastungen durch den Migrationsprozess.
3. INSTANZEN DER SOZIALISATON: Das Kapitel untersucht die zentralen Sozialisationsinstanzen Familie, Gleichaltrigengruppen und Medien und deren Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung und kulturelle Orientierung von Kindern.
4. ZUM UMGANG MIT FREMDHEIT- ETHNOZENTRISMUS UND ETHNISCHE VORURTEILE: Hier stehen die psychologischen Mechanismen von Fremdheit, Ethnozentrismus, die Entstehung von Stereotypen und die Auswirkungen von Vorurteilen auf die Interaktion zwischen Kindern unterschiedlicher Herkunft im Mittelpunkt.
5. KUNST- UND KULTURARBEIT MIT KINDERN IM FOKUS DER INTERKULTURELLEN PÄDAGOGIK: Dieses Kapitel widmet sich der Bedeutung der Interkulturellen Pädagogik für die Kulturarbeit und definiert Kinderkulturarbeit als Medium für Identitätsbildung, ästhetische Bildung und sozialen Dialog.
Sozialisation, Kindheit, Migration, Migrationshintergrund, Interkulturelle Pädagogik, Identitätsbildung, Kulturarbeit, Kinderkulturarbeit, Ethnozentrismus, Vorurteile, Sozialisationsinstanzen, Jugendhilfe, Kunstpädagogik, Integration, Akkulturation.
Die Arbeit untersucht den Beitrag außerschulischer Kunst- und Kulturprojekte zur Integration und Identitätsfindung von Kindern unterschiedlicher kultureller Herkunft in einem städtischen Umfeld.
Die Schwerpunkte liegen auf Sozialisationstheorien, der besonderen Lebenslage von Kindern mit Migrationshintergrund, dem Umgang mit kultureller Fremdheit sowie der praktischen Umsetzung von Kunst- und Kulturarbeit in der Sozialpädagogik.
Die Arbeit verfolgt das Ziel zu untersuchen, inwieweit kulturelle Bildungsarbeit und künstlerische Mittel die Persönlichkeitsentfaltung und soziale Integration von Kindern mit verschiedenen kulturellen Hintergründen unterstützen können.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur sowie auf eine „teilnehmende Beobachtung“ des Kunstprojekts „Schiefe Haus“ zur Reflexion des Gruppenprozesses.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Kindheitssozialisation, die Analyse der Lebensbedingungen von Migrantenkindern, die Bedeutung interkultureller Pädagogik und die detaillierte Darstellung und Reflexion des Projekts „Schiefe Haus“.
Kernbegriffe sind unter anderem Sozialisation, Identitätsbildung, Interkulturelle Pädagogik, Migration, Kulturarbeit und soziale Integration.
Migration wird als kritisches Lebensereignis oder „biographischer Bruch“ beschrieben, der Kinder vor die Herausforderung stellt, verschiedene kulturelle Identitäten und Anforderungen der Aufnahme- und Herkunftskultur miteinander in Einklang zu bringen.
Es dient als praxisnahes Beispiel für die Möglichkeiten der Kulturarbeit, da es als Ort der Begegnung und kreativen Auseinandersetzung die Kommunikation zwischen Kindern aus verschiedenen sozialen und kulturellen Milieus fördert.
Sie dienen als wichtiger Raum für soziales Lernen und Identitätsaushandlung, in dem Kinder trotz unterschiedlicher kultureller Hintergründe Gemeinsamkeiten entdecken und Bewältigungsstrategien für das Aufwachsen in der Mehrheitsgesellschaft entwickeln können.
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