Bachelorarbeit, 2017
29 Seiten, Note: 1,3
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
1. Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Stand der Forschung
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Die Europäische Integration
2.1 Die Gründungsphase
2.2 Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl
2.2.1 Struktur der EGKS
2.2.2 Problematiken der EGKS
3. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Hintergründe der britischen Zurückhaltung gegenüber der europäischen Integration am Beispiel der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS). Dabei wird analysiert, mit welcher Intention Großbritannien eine supranationale Integration ablehnte und welche politischen sowie wirtschaftlichen Interessen das Vereinigte Königreich stattdessen verfolgte, wobei die Positionen ausgewählter Historiker und Politologen vergleichend gegenübergestellt werden.
Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl
Die Montanunion wird als Ausgangspunkt des supranationalen Integrationsprozesses in Europa gesehen. Die Idee des damaligen französischen Außenministers Robert Schuman, eine Gemeinschaft für Kohle und Stahl unter gleichberechtigter Beteiligung aller europäischen Staaten zu gründen, markierte den ersten wichtigen Schritt für ein friedliches, europäisches Zusammenleben. Schumans zentrales Anliegen zum Aufbau einer supranationalen Organisation zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich war die Versöhnung der beiden Staaten, deren Beziehung über die Jahrhunderte von revolutionären Unruhen, dem Konflikt um Elsass-Lothringen, sowie der Konkurrenz um die Hegemonialmacht geprägt war.
Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl war die erste supranationale Gemeinschaft in Europa. Durch die Zusammenlegung der französischen und deutschen Kohle- und Stahlproduktion, sollte ein gemeinsamer Markt für Kohle, Stahl, Eisenerz und Schrott geschaffen werden, der eine gemeinsame Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung der beteiligten Staaten darstellt. Am 9. Mai 1950 präsentierte der französische Außenminister Robert Schuman am Quai d’Orsay in Paris seinen Plan zur Montanunion. Am 23. Juli 1952 trat der Gründungsvertrag für die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl in Kraft und markierte damit den Beginn der wirtschaftlichen Integration der beteiligten Staaten auf dem europäischen Kontinent.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den langwierigen Prozess der europäischen Integration seit der Nachkriegszeit und führt in die Thematik der britischen Sonderrolle ein.
1.1 Fragestellung: In diesem Abschnitt wird die Forschungsfrage definiert, die sich auf die Hintergründe der britischen Integrationsverweigerung im Kontext der EGKS konzentriert.
1.2 Stand der Forschung: Hier wird der Überblick über die wissenschaftliche Literatur zur europäischen Integration und die Rolle Großbritanniens dargelegt.
1.3 Aufbau der Arbeit: Dieser Abschnitt erläutert die methodische Vorgehensweise und die Struktur der Untersuchung.
2. Die Europäische Integration: Dieses Kapitel gibt einen allgemeinen Überblick über die Phasen der europäischen Einigung und ordnet die Bedeutung der EGKS historisch ein.
2.1 Die Gründungsphase: Hier werden die verschiedenen Konzepte der Nachkriegsneuordnung und die frühen integrationspolitischen Ansätze unter Einbeziehung internationaler Akteure analysiert.
2.2 Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl: Das Kapitel beschreibt die Gründung, die Beweggründe und die Bedeutung der Montanunion als erste supranationale Institution.
2.2.1 Struktur der EGKS: Hier wird der institutionelle Aufbau, einschließlich der Hohen Behörde und des Gerichtshofs, detailliert erläutert.
2.2.2 Problematiken der EGKS: Dieser Teil befasst sich mit den Schwierigkeiten während der Verhandlungen und den Bedenken hinsichtlich Kartellbildungen und Stimmgewichtungen.
3. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse über die britische Verweigerungshaltung zusammen und spannt den Bogen bis zur aktuellen Debatte um den Brexit.
Europäische Integration, Großbritannien, EGKS, Montanunion, Souveränität, Brexit, Schuman-Plan, Supranationalität, Commonwealth, intergouvernemental, Hermann Graml, Wilfried Loth, Wirtschaftspolitik, Nachkriegsordnung, Außenpolitik.
Die Arbeit untersucht das historische Verhältnis Großbritanniens zur europäischen Einigung und analysiert die Gründe, warum sich das Land in der Gründungsphase der EGKS bewusst gegen eine vollständige Integration entschied.
Zentrale Themen sind die britische Außen- und Wirtschaftspolitik nach 1945, das Konzept der Supranationalität im Vergleich zur britischen Souveränitätsvorstellung sowie die Einbindung in das Commonwealth und die Sonderbeziehung zu den USA.
Das Ziel ist es, die Beweggründe für das "Fernbleiben" Großbritanniens aus der EGKS durch einen Vergleich verschiedener zeithistorischer Interpretationen transparent und nachvollziehbar zu machen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der Positionen renommierter Historiker und Politologen wie Hermann Graml und Wilfried Loth analysiert und in den historischen Kontext der europäischen Einigung eingeordnet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Gründungsphase der europäischen Integration, die detaillierte Beschreibung der EGKS-Strukturen und die Untersuchung der damit verbundenen politischen sowie ökonomischen Problematiken.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Europäische Integration, britischer Sonderweg, Supranationalität, Souveränität und die wirtschaftliche Interessenlage Großbritanniens im Sterling-Gebiet.
Großbritannien sah in der Übertragung von Souveränitätsrechten an eine supranationale Institution eine Gefährdung seines globalen Handlungsspielraums und befürchtete den Verlust der Kontrolle über nationale Ressourcen.
Historiker wie Hermann Graml interpretieren die britische Haltung oft als Ausdruck eines "schwerfälligen Egoismus" und eines ausgeprägten Bewusstseins für die eigene Sonderrolle, während Wilfried Loth stärker die wirtschaftliche Reaktion auf die damalige internationale Lage und das Commonwealth-System betont.
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