Bachelorarbeit, 2017
89 Seiten, Note: 1,0
1. What you see is what you get – Identitätsarbeit zwischen Realität und Illusion
2. Auf der Suche nach einer eigenen Identität
2.1 Konstruktion von Identität
2.1.1 Gründe für das gesteigerte Selbstinteresse des modernen Menschen
2.1.2 Das Herausbilden einer Identität speziell in der Lebensphase Jugend
2.2 Darstellung von Identität
2.2.1 Authentizität – nur ein Mythos?
2.2.2 Gründe der Selbstdarstellung und mögliche Strategien
2.2.3 Produkt Persönlichkeit? Gründe und Strategien der Selbstvermarktung
2.3 Der Vlog als neue Form der Identitätsarbeit
2.3.1 Surfst du noch oder bloggst du schon?
2.3.2 Das Vloggen ist des YouTubers Lust
3. Hermeneutische Analyse
3.1 Herangehensweise
3.2 Untersuchung der Transkriptionen
3.2.1 Ergebnisse bezüglich der Identitätskonstruktion
3.2.2 Ergebnisse bezüglich der Inszenierung von Persönlichkeit
3.2.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
4. Fazit und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht die moderne Identitätsarbeit im digitalen Zeitalter, mit einem spezifischen Fokus auf das Format der Moto-Vlogs auf YouTube. Ziel ist es, den Status quo der Selbstkonstruktion und -inszenierung zu analysieren, die angewandten Strategien zu deuten und die zugrunde liegenden Motive in einer zunehmend medialisierten Gesellschaft zu verstehen.
1. What you see is what you get – Identitätsarbeit zwischen Realität und Illusion
Was haben die postmoderne Identitätsarbeit und ein Big Mac gemeinsam? Diese Frage mag auf den ersten Blick absurd wirken, auf den zweiten Blick jedoch ergeben sich tatsächlich unerwartete Parallelen. Wenn man sich die mediale Präsentation des Burgers ansieht, ist dieser bis zum letzten Sesamkorn durchdacht, ästhetisiert und choreographiert. Nichts wird dem Zufall überlassen. Der Salat ist noch etwas grüner, das Brötchen noch etwas fluffiger, das Fleisch noch etwas zarter, als es jemals möglich wäre. Diese Bilder prasseln mit einem solchen Nachdruck auf den menschlichen Neokortex ein, dass sich dem Betrachter die Sinne vernebeln.
Die fade Realität wird zum großen Teil oder komplett von der hyperbolisch-euphemistischen, medialen Repräsentation verdrängt; „[d]as Erfahrene wirkt unabhängig von seinem Wirklichkeitsgehalt und unabhängig vom Medium, in dem es vermittelt wird, und bildet Erinnerungsspuren“ (Ermann, 2003, S. 184). Jeder Burger wird dabei als etwas Besonderes inszeniert, man denke nur an den Burger King Slogan „Have it your way“, der genau dieses Bedürfnis des Konsumenten nach Individualität anspricht. Diese mediale Ästhetisierung und Inszenierung ist zu einem festen Bestandteil moderner Identitätsarbeit geworden.
Gerade auf sozialen Netzwerken, wie YouTube, Facebook, Instagram & Co, präsentieren sich die User exakt so, wie sie von ihrer Zielgruppe, dem sozialen Umfeld, wahrgenommen werden wollen. Sie akzentuieren folglich Dinge, die diesem Bild zuträglich sind und kaschieren alles, was nicht dazu passt. Bei einer täglichen Nutzungsdauer des Internets seitens jugendlicher User von im Schnitt 200 Minuten im Jahr 2016 (GfK Media and Communication Research, 2016) und einem stetigen Bedeutungszuwachs sozialer Netzwerke, muss dem „Online-Leben“ eine entscheidende Rolle, im Bezug auf die Entwicklung der Heranwachsenden und deren Eingliederung in die Gesellschaft, beigemessen werden. Fraglich ist jedoch, wie der Einzelne als Teil eines solchen, realitätsverzerrenden Systems die Aufgabenstellungen der alltäglichen Identitätsarbeit bewältigt und wie unter diesen Umständen eine erfolgreiche und stabile Sozialisation erfolgen kann.
1. What you see is what you get – Identitätsarbeit zwischen Realität und Illusion: Die Einleitung etabliert die These der medialen Inszenierung des Selbst, die analog zur Vermarktung von Konsumgütern verläuft und stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen auf die Sozialisation Jugendlicher.
2. Auf der Suche nach einer eigenen Identität: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Identitätskonstruktion, insbesondere in der Adoleszenz, und diskutiert die Herausforderungen durch Individualisierung und mediale Einflüsse.
3. Hermeneutische Analyse: Hier erfolgt die empirische Überprüfung der Theorien anhand einer texthermeneutischen Untersuchung von 14 ausgewählten Moto-Vlogs, um Strategien der Selbstinszenierung im Internet offenzulegen.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt den fluiden Charakter der Identitätsarbeit und fordert medienpädagogische Maßnahmen zur Förderung eines reflektierten Umgangs mit der digitalen Selbstdarstellung.
Identitätsarbeit, Moto-Vlog, YouTube, Selbstinszenierung, Individualismus, Mediensozialisation, Adoleszenz, Authentizität, Ökonomie der Aufmerksamkeit, Selbstdarstellung, Digitale Identität, Identitätskonstruktion, Soziale Medien, Narzissmus, Hermeneutik
Die Arbeit untersucht, wie junge Menschen im Internet, speziell durch das Format des Moto-Vlogs, ihre Identität konstruieren und nach außen darstellen.
Die zentralen Themen sind der Wandel der Identitätsarbeit im Zeitalter der Medialisierung, die Psychologie der Selbstdarstellung und die Interdependenz zwischen Individuum und sozialer Anerkennung.
Das Ziel ist es, den Status quo der Identitätsarbeit zu erfassen, die angewandten Strategien zu analysieren und zu deuten, wie Jugendliche ihre Rolle in der Gesellschaft durch digitale Medien aushandeln.
Die Arbeit nutzt einen texthermeneutischen Ansatz, um 14 Moto-Vlog-Transkriptionen vor dem Hintergrund der erarbeiteten Theoriebasis zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Identitätsbildung und der Darstellung von Identität sowie eine praktische Analyse von Vlogs, wobei insbesondere die Inszenierung als "harter Typ" und die Nutzung des Mediums als soziales Experimentierfeld thematisiert werden.
Wichtige Begriffe sind Identitätsarbeit, Moto-Vlog, Selbstinszenierung, Medialisierung, Authentizität und die Ökonomie der Aufmerksamkeit.
Sie bieten eine Nische, in der sich junge Männer in einem meist informellen Rahmen "unter dem Helm" inszenieren und dabei oft unbewusst tiefgreifende Strategien der Selbstvergewisserung und Distinktion anwenden.
Die ökonomische Logik zwingt Individuen dazu, sich als "Kunstwerk" zu vermarkten, um in einem überfüllten digitalen Raum wahrgenommen zu werden, was oft zu einer Verstärkung narzisstischer Tendenzen führt.
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