Bachelorarbeit, 2017
85 Seiten, Note: 1,1
1 Einführung
1.1 Anliegen und Ziel der Arbeit
1.2 Terminologie
2 Psychodynamische Erklärungsansätze zur Fremdenfeindlichkeit
2.1 Übersicht über die Strukturierung der Erklärungsansätze
2.2 Zentrale psychodynamische Konzepte: Abwehr und Regression
2.3 Die Entstehung der Fremdenfeindlichkeit und ihre Funktionalität
2.4 Die Psychodynamik auf der Makroebene
2.5 Die Funktionalität der Fremdenfeindlichkeit: Zusammenfassung und ergänzende Aspekte
3 Möglichkeiten zusätzlichen Erkenntnisgewinns durch psychodynamische Methodik
3.1 Hinführung zur Problem- und Fragestellung
3.2 Differenzierung des Begriffs von Objektivität
3.3 Die tiefenhermeneutische Analyse als psychodynamisch orientierte Forschungsmethode
3.4 Tiefenhermeneutische Analyse in der Studie von Taubner et al.
3.5 Die Bedeutung von Taubners Analyse für das Verstehen von Fremdenfeindlichkeit
4 Psychodynamische Implikationen für den Umgang mit Fremdenfeindlichkeit
4.1 Implikationen für die alltägliche Praxis und das politische Handeln
4.2 Implikationen für die Forschung
4.3 Implikationen für die Psychotherapie
4.4 Implikationen für die Prävention
5 Diskussion
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die psychodynamische Perspektive auf das Phänomen der Fremdenfeindlichkeit systematisch zu erfassen, zu strukturieren und in einen methodischen Kontext zu setzen, um ein tieferes Verständnis für die unbewussten Mechanismen und gesellschaftlichen Funktionen dieses Phänomens zu gewinnen.
2.2 Zentrale psychodynamische Konzepte: Abwehr und Regression
Unter Abwehr werden ganz allgemein solche mentalen Vorgänge verstanden, mit deren Hilfe ein Mensch unerwünschte, bedrohliche oder schmerzliche Erinnerungen, Gefühle, Fantasien oder Konflikte von sich fern hält (Stumm & Pritz, 2007, S. 3). Die Funktion der Abwehr ist es, die Stabilität des psychischen Systems aufrecht zu erhalten und Reize zu vermeiden, die dessen Gleichgewicht stören (Müller, 2008, S. 2). Dabei kommen verschiedene Abwehrmechanismen zum Einsatz. Die für die Psychodynamik der Fremdenfeindlichkeit vorrangig relevanten Abwehrmechanismen sind Spaltung, Projektion und projektive Identifikation.
Spaltung ist nach Melanie Klein ein Abwehrmechanismus, mit dessen Hilfe ein Mensch seine Umwelt in gute und böse Objektrepräsentanzen aufteilt (Stumm & Pritz, 2007, S. 657). Aber auch das eigene Selbst kann gespalten werden: "Kann ein Mensch es nicht aushalten, gleichzeitig gute und böse Aspekte zu haben, spaltet er sein Selbst in Gut und Böse auf und erlebt immer nur das eine oder das andere. Ebenso kann mit den inneren und äußeren Objekten umgegangen werden. Es wird die Vorstellung entwickelt, eine Person der Vergangenheit sei nur gut oder nur böse gewesen." (König, 1997, S. 199)
Für Müller ist Spaltung ein komplexer Abwehrvorgang, an dem mehrere Mechanismen beteiligt sind, etwa Verleugnung und Projektion. Zentral ist auch dabei das Ergebnis, nämlich die Aufteilung der Umwelt in nur gute und nur böse Objekte (Müller, 2008, S. 389).
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz von Fremdenfeindlichkeit und führt in die zentralen Begriffe und die psychodynamische Grundhaltung der Arbeit ein.
2 Psychodynamische Erklärungsansätze zur Fremdenfeindlichkeit: Dieses Kapitel strukturiert psychodynamische Modelle anhand von Entwicklungsphasen und erläutert zentrale Mechanismen wie Abwehr, Regression und Spaltung.
3 Möglichkeiten zusätzlichen Erkenntnisgewinns durch psychodynamische Methodik: Hier wird die Problematik der Objektivität in der Sozialforschung diskutiert und die tiefenhermeneutische Analyse als geeignete Methode vorgestellt und an Fallbeispielen illustriert.
4 Psychodynamische Implikationen für den Umgang mit Fremdenfeindlichkeit: Dieser Teil leitet praxisrelevante Schlussfolgerungen für Politik, Forschung, Psychotherapie und Prävention ab.
5 Diskussion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Stärken sowie Grenzen der psychodynamischen Perspektive auf das untersuchte Phänomen.
Psychodynamik, Fremdenfeindlichkeit, Abwehrmechanismen, Spaltung, Projektion, projektive Identifikation, Regression, Identität, Identifikation, Narzissmus, tiefenhermeneutische Analyse, Fremdeln, gruppenpsychologische Dynamik, Prävention, psychisches Zuhause
Die Arbeit untersucht die tiefenpsychologischen Mechanismen hinter fremdenfeindlichem Verhalten und zeigt, dass dieses oft als Ausdruck unbewusster, konflikthafter Identitätsprozesse zu verstehen ist.
Die zentralen Felder sind die psychodynamische Entwicklungspsychologie, die Analyse von Abwehrmechanismen in sozialen Kontexten und die Bedeutung von kollektiver Identität und Regression.
Ziel ist es, die psychodynamische Perspektive auf Fremdenfeindlichkeit zu erfassen und zu strukturieren, um ein tieferes Verständnis jenseits rein oberflächlicher Erklärungsansätze zu ermöglichen.
Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig die tiefenhermeneutische Analyse, die darauf abzielt, latente Sinnstrukturen in interaktiven Prozessen durch die Reflexion der Forscher-Subjektivität aufzudecken.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Fremdenfeindlichkeit entlang verschiedener Lebensphasen, diskutiert gesellschaftliche Funktionen wie die Stabilisierung von Machtverhältnissen und evaluiert methodische Ansätze zur Erforschung dieser Dynamiken.
Psychodynamik, Abwehr, Spaltung, Identität, Projektion, Fremdenfeindlichkeit, Regression, tiefenhermeneutische Analyse.
Es dient als Ausgangspunkt, um zu erklären, wie der Wunsch nach einer ungestörten, "reinen" Einheit mit dem frühen Objekt (Mutter) später in einer Abwertung alles "Fremden" münden kann.
Anhand der Studie von Taubner et al. zeigt die Arbeit auf, dass auch in hochangesehenen sozialen Institutionen die gleichen psychodynamischen Prozesse der Ausgrenzung und Projektion stattfinden können wie bei radikalisierten Individuen.
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