Bachelorarbeit, 2017
37 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel
2. Methodik
2.1 Forschungsfrage
2.2 Literaturrecherche
2.3 Suchbegriffe
2.4 Ein- und Ausschlusskriterien
2.5 Darstellung der Literaturrecherche
3. Ergebnisse
3.1 Definition und Abgrenzung der Begriffe
3.1.1 Migration
3.1.2 Pflegebedürftigkeit
3.1.3 Pflege
3.1.4 Pflegekraft
3.1.5 Irreguläre Arbeit
3.1.6 Arbeitsformen
3.2 Einführung einer gesetzlichen Regelung
3.3 Agenturen
3.4 Ausbildung der Pflegekräfte
3.5 Tätigkeitsbereiche einer 24h-Pflege
3.6 Die Qualität der Pflege
3.6.1 Verhältnis zwischen Arbeitgeber und -nehmer
3.6.2 Fachliche Überforderung
3.6.3 Sprache
3.7 Die Gender-Thematik
4. Diskussion
4.1 Vorherrschender grauer Arbeitsmarkt
4.2 Ausgebildet für die Pflege
4.3 Die Ausbeutung der Pflegekräfte
4.3.1 Der resultierende Verlust der Qualität
4.3.2 Fehlendes Berufsbild der Pflege
4.4 Bedeutung für die Zukunft der 24h-Pflege
4.5 Weitere Notwendigkeiten
Diese Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen der Arbeitsmigration von 24h-Pflegekräften aus dem osteuropäischen Raum auf die pflegerische Versorgung älterer Menschen in Österreich. Ziel ist es, Vor- und Nachteile dieses Versorgungsmodells aufzudecken, die bestehenden Missstände im Bereich der Arbeitsbedingungen und der Pflegequalität kritisch zu hinterfragen und Lösungsansätze zur Optimierung der Situation zu entwickeln.
3.6.1 Verhältnis zwischen Arbeitgeber und -nehmer
Weiblichen Arbeitskräften wird vor allem hohes Verantwortungsbewusstsein ihren Kunden gegenüber zugeschrieben. In der Studie von Neuhaus et al. von 2009 wird von einer „Vermischung von Freundschafts- und Arbeitsverhältnis“ gesprochen. Als Vorteil für die Pflegekraft lässt sich erkennen, dass die Abhängigkeit, die sich durch das Wohnverhältnis ergibt, nicht mehr so schwer wiegt. Da die Einstellungsverhältnisse oft irregulär sind, beruhigen zu Betreuende ihr schlechtes Gewissen dadurch, dass die Pflegeperson als Freundin oder Freund und nicht mehr als Arbeiterin oder Arbeiter angesehen wird.
Oftmals ergeben sich jedoch schwierige Situationen, wenn das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht mehr klar definiert ist. Durch die Arbeitsform der Live-Ins verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit oft. Die Pflegepersonen werden flexibel in der Übernahme von Tätigkeiten. Ein Rückzug der Arbeitskraft ist oft durch die räumlichen Situationen und dem Verhältnis zwischen Pflegenden und zu Betreuenden nicht mehr möglich (Neuhaus et al., 2009). Um sich zu schützen und solche Situationen zu vermeiden, wird den 24h-Pflegerinnen und Pflegern geraten sich emotional zu distanzieren, um Arbeitszeiten leichter einhalten zu können und Forderungen ausschlagen zu können, wenn diese außerhalb des Vereinbarten liegen (Iecovich, 2011). Durch die emotionale Bindung zum Betreuten kann es außerdem vorkommen, dass Pflegende in das Testament aufgenommen werden. Im Folgenden kann es vorkommen, dass sie von Angehörigen der Erbschleicherei bezichtigt werden und somit mit dem Gesetz in Konflikt geraten (Leichsenring et al., 2015).
1. Einleitung: Die demografische Alterung in Österreich führt zu einem gestiegenen Bedarf an Pflege, der zunehmend durch osteuropäische 24h-Pflegekräfte gedeckt wird.
2. Methodik: Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde eine systematische Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken durchgeführt.
3. Ergebnisse: Es zeigt sich, dass die 24h-Pflege in Österreich essenziell ist, jedoch durch prekäre Arbeitsverhältnisse und rechtliche Grauzonen geprägt ist, was die Qualität der Pflege negativ beeinflussen kann.
4. Diskussion: Eine Optimierung der 24h-Pflege erfordert klare rechtliche Reglementierungen, die Abkehr vom grauen Arbeitsmarkt und eine Verbesserung der professionellen Unterstützung für die Pflegekräfte.
Migration, Pflegequalität, Pendelmigration, 24h-Pflege, Care drain, Arbeitsmigration, Live-In, Pflegerecht, Grauer Arbeitsmarkt, Pflegeberuf, osteuropäische Pflegekräfte, Pflegesituation, Betreuungsmodell, Arbeitsbedingungen, Gesundheits- und Krankenpflege.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation und den Auswirkungen der Arbeitsmigration von 24h-Pflegekräften aus dem osteuropäischen Raum auf die Versorgung älterer Menschen in Österreich.
Zu den zentralen Themen gehören die Arbeitsbedingungen, der graue Arbeitsmarkt, die Qualität der Pflege, rechtliche Rahmenbedingungen und die sozioökonomischen Auswirkungen auf die Pflegenden und Betreuten.
Das Ziel ist es, zu erforschen, welche pflegerischen Auswirkungen die Arbeitsmigration von 24h-Pflegekräften auf ältere Menschen in Österreich hat und dabei Vor- und Nachteile sowie Missstände aufzuzeigen.
Die Autorin hat eine systematische Literaturanalyse in wissenschaftlichen Datenbanken wie PubMed und Livivo durchgeführt, ergänzt durch Daten aus wissenschaftlichen Suchmaschinen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition wichtiger Begriffe, die Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und Agenturstrukturen sowie die kritische Untersuchung von Pflegequalität, Arbeitsformen (Live-Ins) und der Gender-Thematik.
Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem Migration, 24h-Pflege, Pflegequalität, Pendelmigration, Care drain und Arbeitsmigration.
Es dient als gesetzliche Grundlage zur Regelung der 24h-Betreuung, hat jedoch laut der Arbeit nur geringfügige Veränderungen gebracht und kann die Ausbeutung der Kräfte in der Grauzone nicht vollständig verhindern.
Es fehlt an klaren Anforderungen und einer einheitlichen Ausbildung, was dazu führt, dass Pflegekräfte oft fachlich überfordert sind, da sie keine pflegerische Ausbildung im österreichischen Sinne besitzen.
Sie wird ambivalent bewertet: Während sie ein wichtiger Teil der menschlichen Nähe sein kann, führt sie oft zu einer Ausbeutung der Pflegekräfte, da klare Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen.
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