Examensarbeit, 2014
93 Seiten, Note: 14
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen zum Resilienzkonzept
2.1 Zur Entstehung der Resilienzforschung
2.2 Begriffsbestimmung
2.3 Das Risiko- und Schutzfaktorenkonzept
2.3.1 Das Risikofaktorenkonzept
2.3.1.1 Vulnerabilität
2.3.1.2 Risikofaktoren/Stressoren
2.3.2 Das Schutzfaktorenkonzept
2.4 Der Wechselwirkungsprozess zwischen Risiko- und Schutzfaktoren
2.5 Ausgewählte Resilienzstudien
2.5.1 Die Kauai-Studie
2.5.2 Die Mannheimer Risikokinderstudie
3. Zum Armutsbegriff und zur Armutssituation in Deutschland
3.1 Relative Armut
3.2 Das Lebenslagekonzept
4. Kinderarmut unter Betrachtung des Risikofaktorenkonzepts
4.1 Kinderarmut als Kumulation von Risikobelastungen
4.1.1 Materielle Situation und damit verbundene Risikofaktoren für Kinder in chronischer Armut
4.1.2 Wohnsituation und Risikofaktoren
4.1.3 Kontakte zu Gleichaltrigen
4.1.4 Bildung – Zum eingeschränkten Lern- und Erfahrungsspielraum in Familie und Schule
4.1.4.1 Zur Bildungssituation in armen Familien
4.1.4.2 Kinder aus Armutsverhältnissen im Kontext der Schule
4.2 Zwischenfazit: Armut als komplexes Risiko für die gesunde Entwicklung des Kindes
5. Wie die Schule zum Schutzfaktor für arme Kinder werden kann
5.1 Grundlegende Gedanken zur Rolle der Schule in der Resilienzförderung – Lehrer zwischen Wissensvermittlung und fürsorglicher Zuwendung
5.2 Schulische Resilienzförderung nach dem Mehrebenen-Ansatz
5.2.1 Resilienzförderung als ein gesamtschulisches Projekt
5.2.2 Resilienzförderung im Schulunterricht
5.2.2.1 Der kindzentrierte Ansatz nach Grotberg
5.2.2.2 Julius und Goetzes Programm „Resilienzförderung bei Risikokindern“
5.2.2.3 Grünkes Förderung rationaler Denkmuster mit Hilfe der „Unterrichtsreihe zur Resilienzförderung auf Basis der rational emotiven Erziehung“
5.2.3 Elterneinbindung
5.2.3.1 Die ressourcenstärkenden Elterntrainings „Starke Eltern – Starke Kinder“ und „EFFEKT“ als schulische Möglichkeiten der Elternunterstützung
5.2.3.2 Lehrkräfte als Kursleiter im für Grundschulen adaptierten Elterntraining „Eltern stärken mit Kursen in Kitas“
5.2.3.3 Zur Rolle des Lehrers in beratend-unterstützender Funktion
5.2.4 Einzelne SchülerInnen
6. Fazit
Die wissenschaftliche Arbeit untersucht, wie Schulen Kindern aus Armutsverhältnissen als Schutzfaktor dienen können, indem sie deren Resilienz durch gezielte pädagogische Interventionen und ein resilienzförderndes Milieu stärken. Zentral ist dabei die Frage, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit die Schule trotz der deprivierenden Lebenslage chronischer Armut eine positive Entwicklung der Kinder unterstützen kann.
1. Einleitung
Deutschland gehört zu den reichsten Ländern der Erde, in dem derzeit mehr als 1,6 Millionen Mädchen und Jungen unter 15 Jahren in Hartz IV-Familien beziehungsweise in „relativer Armut“ aufwachsen. (vgl. Öchsner 2014). Diese traurige Realität kann als „Skandal“ bezeichnet werden und zu ungläubigem Kopfschütteln, Wut oder Resignation anregen. Trotz allen negativen Emotionen und der Hoffnung darauf, dass gesellschaftspolitische Maßnahmen, im Sinne primärer Armutsprävention, schnell eine Armutsverhinderung (oder zumindest eine Armutsreduktion) einleiten, gilt es, insbesondere für Pädagoginnen und Pädagogen, Armut als real vorherrschendes Gesellschaftsphänomen in Deutschland anzunehmen und handlungsfähig zu werden.
Nicht zuletzt deshalb, da wegen den sozialen Ausgangsbedingungen der Kinder die Wahrscheinlichkeit hoch ist, „dass sie als Jugendliche und Erwachsene erhebliche psychosoziale Probleme haben werden und sich in die Gesellschaft nicht einfügen (lassen)“ (Rauh 2008, 177). Vor allem Lehrerinnen und Lehrer, die in ihrer täglichen Praxis in Kontakt zu Kindern aus Armutsverhältnissen stehen und verhältnismäßig viel Zeit mit ihnen verbringen, sollten sich herausgefordert fühlen, sich mit der belastenden Lebenslage dieser Schülerinnen und Schüler auseinanderzusetzen und adäquate pädagogische Interventionen einzuleiten.
Mit dieser wissenschaftlichen Arbeit wird nicht davon ausgegangen, dass Pädagoginnen und Pädagogen Kinder aus ihrer schwerwiegenden Armutssituation heben können oder dass Armut ein Problem darstellt, das pädagogisch beseitigt werden kann. Ausgangspunkt dieser Arbeit ist eher ein Konzept, das besagt, dass Kinder die Fähigkeit erwerben können, ihrer problematischen Lebenslage widerstandsfähig zu begegnen und dass jene Fähigkeit durch gezielte pädagogische Handlungen in ihrer Ausprägung mitbeeinflusst werden kann.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die prekäre Situation von Kindern in Armutsverhältnissen und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle der Schule als Schutzfaktor für diese Hochrisikogruppe.
2. Theoretische Grundlagen zum Resilienzkonzept: Dieses Kapitel führt in die Entstehung der Resilienzforschung ein und erläutert das Risiko- und Schutzfaktorenkonzept als zentrales theoretisches Modell.
3. Zum Armutsbegriff und zur Armutssituation in Deutschland: Hier wird der komplexe Armutsbegriff durch die Abgrenzung von relativer Armut und die Einführung des Lebenslagekonzepts differenziert betrachtet.
4. Kinderarmut unter Betrachtung des Risikofaktorenkonzepts: Das Kapitel analysiert Kinderarmut als Kumulation von Risikobelastungen und beleuchtet die Auswirkungen auf Bildung, Wohnsituation und soziale Kontakte der Kinder.
5. Wie die Schule zum Schutzfaktor für arme Kinder werden kann: Dieser Abschnitt erörtert schulpädagogische Umsetzungsstrategien und Resilienzförderansätze wie den Mehrebenen-Ansatz zur Unterstützung vulnerabler Kinder.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung einer multiprofessionellen, empathischen Schulkultur für die Förderung der inneren Widerstandsfähigkeit armer Kinder.
Resilienz, Armut, Kinderarmut, Resilienzförderung, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Schule, Schulpädagogik, Lebenslagekonzept, psychosoziale Risiken, Förderung, Inklusion, pädagogische Zuwendung, Stressoren, Bewältigungsstrategien.
Die Arbeit untersucht die Lebenslage von Kindern, die in chronischer Armut aufwachsen, und erforscht, wie die Institution Schule durch das Konzept der Resilienzförderung als Schutzfaktor agieren kann.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Resilienzforschung, das Ausmaß und die Dynamik von Kinderarmut in Deutschland sowie konkrete schulpädagogische Interventionen zur Stärkung der Kinder.
Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche Bedingungen Schulen erfüllen müssen, um für die spezifische Hochrisikogruppe der Kinder in chronischer Armut einen effektiven Schutzraum zu bieten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Aufarbeitung aktueller Studien (wie der Kauai-Studie oder der AWO-ISS-Langzeitstudie), um Zusammenhänge zwischen Armut, Risiko und schulischen Fördermöglichkeiten herzustellen.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Resilienzmodelle erläutert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Lebenslagen armer Kinder. Abschließend werden praktische Ansätze wie der Mehrebenen-Ansatz und spezifische Eltern- und Kindertrainings vorgestellt.
Neben dem zentralen Resilienzbegriff sind dies "chronische Armut", "Risikofaktoren", "Schutzfaktoren", "Lebenslagekonzept", "pädagogische Zuwendung" und "Multiprofessionalität".
Dieser Ansatz wird als Grundlage für die Resilienzförderung betont, da er auf einer emotional-förderlichen Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern basiert, die für Kinder aus deprivierten Verhältnissen essenziell ist.
Die Einbindung der Eltern ist ein kritischer Baustein, da die Familie die primäre Sozialisationsinstanz ist und ihre Stärkung den Schutzfaktor für die Kinder signifikant erhöht.
Dies ist ein ganzheitliches Konzept, bei dem die Resilienzförderung nicht nur auf der Ebene der Schüler, sondern auch durch die Lehrer, die Eltern und die gesamte Organisation der Schule in das System integriert wird.
Lehrkräfte fungieren nicht nur als Wissensvermittler, sondern als wichtige Bezugspersonen, deren wertschätzende Zuwendung einen zentralen Schutzfaktor für resiliente Entwicklungsprozesse darstellt.
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