Bachelorarbeit, 2015
68 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die Innovation: das Fachkonzept Sozialraumorientierung
2.1. Die Entstehung des Fachkonzepts
2.1.1. Sozialraumorientierung in der Tradition der Gemeinwesenarbeit (GWA)
2.1.1. Institutionelle Inklusion
2.2. Das SONI- Schema: Die vier Ebenen von Sozialraumorientierung
2.2.1. Handlungsfeld Individuum
2.2.2. Handlungsfeld Netzwerk
2.2.3. Handlungsfeld Organisation
2.2.4. Handlungsfeld Sozialstruktur
2.2.5. Der Sozialraum
2.3. Die Prinzipien des Fachkonzepts
2.3.1. Konsequenter Orientierungspunkt: Wille der Betroffenen
2.3.2. Unterstützung von Eigeninitiative und Selbsthilfe
2.3.3. Der Fokus liegt auf den Ressourcen
2.3.4. Zielgruppen- und bereichsübergreifende Sichtweisen
2.3.5. Kooperation und Koordination
3. Die Bewährungshilfe: ambulante Straffälligenhilfe im Zeichen sozialer Kontrolle
3.1. Resozialisierung (Reso) und soziale Integration
3.2. Zwischen Hilfe und Kontrolle: das doppelte Mandat
4. Das Fachkonzept in Zeiten steigender Anforderungen
4.2. Motivation im Zwangskontext
4.2.1. Motivation als zu erarbeitender Prozess
4.2.2. Wie Motivation entsteht
4.2.3. Konsequenzen für sozialraumorientiertes Handeln
4.3. Standardisierung von Hilfe und Kontrolle
4.3.1. Case- Management (CM)
4.3.2. Der standardisierte Kontrollprozess nach Klug (2005/ 2007/ 2008)
4.3.3. Risikoorientierte Bewährungshilfe (ROB)
4.4. Übergangsmanagement
4.4.1. Integrierte Resozialisierung
5. Fazit
Die Arbeit untersucht, ob das Fachkonzept der Sozialraumorientierung als fachliche Innovation dazu beitragen kann, die Bewährungshilfe angesichts komplexer gesellschaftlicher Anforderungen und steigender Fallzahlen zukunftsorientiert und resozialisierungsfördernd weiterzuentwickeln.
2.2.3. Handlungsfeld Organisation
An diesem Punkt spielt die Flexibilisierung derjenigen Organisationen und Verwaltungen eine zentrale Rolle, die nicht in der Lage sind, in Kooperation mit anderen sozialen Diensten für jeden Bedarf passgenaue bzw. maßgeschneiderte Hilfearrangements zu gestalten. Budde und Früchtel (2011) sprechen in diesem Zusammenhang von einer übergeordneten „sozialraumbezogene[n], fachdienstübergreifende[n] Aufbauorganisation“ (ebd., S. 846), die das Inklusionspotential der Regelsysteme im Sozialraum steigert, anstatt die verschiedensten Spezialeinrichtungen auszusondern und somit das gesamte sozialräumliche Feld zu zergliedern.
Nicht mehr institutionelle bzw. bürokratische Sichtweisen spielen bei der Fallbearbeitung eine Rolle, sondern die Verbindung der individuellen und sozialräumlichen Ressourcen, die dann in ihrer Verknüpfung „Einzigartige (und allein passende) Such- und Lösungsprozesse“ (ebd. 2004, S. 93) in Gang setzen. Erfolgreich flexibilisierte Organisationen zeichnen sich demnach durch interne Veränderungs- und Anpassungsprozesse aus; im Zuge jedes Generierungsprozesses von einzelfallzugeschnittenen Lösungen findet innerhalb der institutionellen Strukturen ein Umbau statt, dessen Funktionalität und Effizienz vom Einzelfall abhängig gemacht wird. Ziel ist dabei eine lern- und wandlungsfähige Organisation, deren Tun von den Lebenserfahrungen, Ressourcen und dem Willen benachteiligter Menschen dominiert wird. Entlang des Prinzips „form follows function“ (ebd. 2005, S. 9) wird somit im Zuge gemeinsamer Aushandlungsprozesse der Komplexität der Lebenswelten Aufmerksamkeit geschenkt und Zugänge zu derselben erarbeitet. Eine auf diese Weise organisierte Institution kann sich schließlich an die unterschiedlichen „Vor- Ort- Bedingungen und Kontexte anschmieg[en]“ (Reutlinger/ Schreier 2013, S. 5), Ansichten bzw. Präferenzen der Betroffenen zum Ausgangspunkt nehmen und im Zuge der Öffnung zum Sozialraum Transparenz und Kooperation zwischen den Institutionen des Stadtteils erfahren (vgl. Budde/ Früchtel 2004, S. 93/ebd. 2006b, S. 37- 39/ Hinte 2008, S. 16f.).
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach dem innovativen Potenzial der Sozialraumorientierung innerhalb der Bewährungshilfe vor dem Hintergrund komplexer werdender gesellschaftlicher Probleme dar.
2. Die Innovation: das Fachkonzept Sozialraumorientierung: Das Kapitel erläutert die Ursprünge, die vier Ebenen (SONI-Schema) sowie die grundlegenden Prinzipien der Sozialraumorientierung als ressourcen- und willensorientierter Ansatz.
3. Die Bewährungshilfe: ambulante Straffälligenhilfe im Zeichen sozialer Kontrolle: Dieser Abschnitt analysiert das doppelte Mandat der Bewährungshilfe, das zwischen helfender Resozialisierung und staatlicher Kontrollfunktion vermitteln muss.
4. Das Fachkonzept in Zeiten steigender Anforderungen: Hier werden Lösungsansätze wie Case Management, risikoorientierte Bewährungshilfe und Übergangsmanagement im Kontext der Sozialraumorientierung diskutiert, um Motivation und Hilfe unter Zwang zu ermöglichen.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Sozialraumorientierung einen wertvollen konzeptionellen Rahmen bietet, um die Bewährungshilfe durch die Überwindung fachlicher Trennungen effizienter und integrierter zu gestalten.
Sozialraumorientierung, Bewährungshilfe, Resozialisierung, Hilfe und Kontrolle, Case Management, Risikoorientierte Bewährungshilfe, Übergangsmanagement, Soziale Arbeit, Zwangskontext, Empowerment, Ressourcenorientierung, Soziale Kontrolle, Netzwerkarbeit, Integration, Fachliche Innovation
Die Arbeit untersucht die Relevanz und das Potenzial des Fachkonzepts der Sozialraumorientierung für die moderne Bewährungshilfe als innovative Antwort auf komplexe gesellschaftliche Anforderungen.
Die Arbeit verbindet Theorien zur Sozialraumorientierung mit der Praxis der Straffälligenhilfe, thematisiert das Spannungsfeld zwischen Hilfe und Kontrolle und diskutiert Ansätze zur Fallsteuerung und Prozessoptimierung.
Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die Sozialraumorientierung als fachliche Innovation geeignet ist, grundlegende Verbesserungen und eine zukunftsorientierte Resozialisierung in der Bewährungshilfe zu bewirken.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse fachwissenschaftlicher Ansätze, Konzepte und empirischer Studien zur Sozialen Arbeit, zur Bewährungshilfe und zum Case Management.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Fachkonzepts Sozialraumorientierung, eine Analyse der Bewährungshilfe als Institution sozialer Kontrolle sowie eine Diskussion über Standardisierungsstrategien im Zwangskontext.
Zu den prägenden Begriffen zählen Sozialraumorientierung, Resozialisierung, doppeltes Mandat, Case Management, Risikoorientierung und Übergangsmanagement.
Durch die Etablierung eines übergeordneten Handlungsrahmens, der strikte Professionalität im Kontrollauftrag mit einer ressourcenorientierten, aktivierenden Hilfe innerhalb sozialer Netzwerke verbindet.
Die ROB wird kritisiert, weil sie durch ihre starke Defizitorientierung und Fokussierung auf Risikoklassen Gefahr läuft, den Hilfeaspekt und die Autonomie der Probanden in den Hintergrund zu drängen.
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