Diplomarbeit, 2005
71 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Der Ordnungsfaktor Europäische Union und Akteurszentrierter Institutionalismus
2.2. Mögliche Zukunftsszenarien für die EU als sicherheitspolitischer Akteur
2.3. Sicherheitspolitische Konzeptionen für und wider eine EU- Vollmitgliedschaft der Türkei
3. Status quo der GASP/ ESVP und die Einbindung der Türkei
3.1. Europäische und amerikanische Sicherheitsmotive
3.2. Ziele Europäischer Sicherheitspolitik – Das Solana- Papier, die EU-Verfassung und die ESVP
3.3. Die Rolle der Türkei in der euro- transatlantischen Sicherheitsarchitektur
3.4. Die Türkei als ESVP- Mitglied
4. Die Türkei als politischer Akteur
4.1. Innenpolitische Konflikte und Sicherheitsinteressen
4.1.1. Das innerstaatliche System – wechselnde Machthaber
4.1.2. Konfliktfelder in Anatolien
4.1.3. Der politische Islam und das Militär
4.1.4. Zwischenergebnis
4.2. Außenpolitische Konflikte und Sicherheitsinteressen
4.2.1. Die Bedeutung natürlicher Ressourcen - Wasser, Gas und Öl
4.2.2. Das Verhältnis der Türkei zu den New Independent States
4.2.3. Das Verhältnis der Türkei zu Israel
4.2.4. Das Verhältnis der Türkei zu Iran
4.2.5. Das Verhältnis der Türkei zu Irak
4.2.6. Das Verhältnis der Türkei zu Syrien
4.2.7. Zwischenergebnis
4.3. Die Türkei als Modellstaat
5. Perspektiven europäischer Sicherheit
6. Fazit
7. Literatur
8. Anhang
Die Arbeit analysiert die sicherheitspolitischen Konsequenzen eines möglichen EU-Beitritts der Türkei oder einer alternativen "Privilegierten Partnerschaft". Dabei wird die These geprüft, dass die von Beitrittsbefürwortern erwarteten positiven Effekte für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) und die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) unwahrscheinlich sind und stattdessen neue Konflikte drohen.
Die Rolle der Türkei in der euro- transatlantischen Sicherheitsarchitektur
Als Mitglied des Europarates, der NATO, OECD und OSCE ist die Türkei institutionell mit Europa verbunden. Vor allem durch die Westeuropäische Union (WEU) ist die Türkei in der Vergangenheit an die europäischen Staaten und deren Sicherheitspolitik angebunden gewesen.
Ankaras Pläne zum Beitritt zur EU haben insbesondere durch die USA „strong backing“ erhalten und der US-Präsident Georg W. Bush hat mehrfach öffentlich das türkische Anliegen unterstützt. Dies hat verschiedene historische Gründe, die ihre Wurzeln in der bis dato engen sicherheitspolitischen Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten haben. Die Türkei ist über vier Jahrzehnte als Verbündeter in der NATO für Europa sehr wichtig gewesen. In der Zeit des Kalten Krieges wurde die Türkei als „Südostpfeiler der NATO“ bezeichnet.
1. Einleitung: Darstellung der geostrategischen Bedeutung der Türkei und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich der Auswirkungen eines Beitritts auf die europäische Sicherheitsarchitektur.
2. Theoretische Grundlagen: Erläuterung des Akteurszentrierten Institutionalismus als Analysebasis für die Handlungsfähigkeit komplexer Akteure wie der EU.
3. Status quo der GASP/ ESVP und die Einbindung der Türkei: Analyse der jüngsten Entwicklung der GASP und ESVP unter Berücksichtigung der US-Sicherheitsmotive sowie der bisherigen Rolle der Türkei.
4. Die Türkei als politischer Akteur: Detaillierte Untersuchung interner und externer Einflussfaktoren auf die Sicherheitspolitik der Türkei und deren Tauglichkeit als Modellstaat.
5. Perspektiven europäischer Sicherheit: Synthese der Analyseergebnisse und Einschätzung der langfristigen sicherheitspolitischen Auswirkungen für die EU.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der These, dass ein EU-Beitritt der Türkei die europäische Sicherheitsintegration eher belasten als stärken würde.
Türkei, Europäische Union, GASP, ESVP, Sicherheitspolitik, Beitritt, Geopolitik, Akteurszentrierter Institutionalismus, Nahost, NATO, Terrorismus, Energiesicherheit, Säkularismus, Militär, Privilegierte Partnerschaft
Die Arbeit untersucht kritisch die sicherheitspolitischen Auswirkungen eines möglichen EU-Beitritts der Türkei auf die Europäische Union und deren Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP).
Die zentralen Felder umfassen die sicherheitspolitische Architektur der EU, die Rolle der Türkei als regionaler Akteur sowie das Spannungsfeld zwischen innenpolitischen türkischen Konflikten und europäischer Sicherheitsinteressen.
Das Ziel ist zu überprüfen, ob die Aufnahme der Türkei als EU-Vollmitglied tatsächlich einen bedeutenden Mehrwert für die europäische Sicherheitspolitik bietet oder ob sie die Handlungsfähigkeit der EU eher gefährdet.
Die Arbeit nutzt den theoretischen Ansatz des Akteurszentrierten Institutionalismus, um die Handlungsfähigkeit und Konfliktlösungsmechanismen der EU unter den Bedingungen einer möglichen Erweiterung zu beleuchten.
Der Hauptteil analysiert den Status quo der europäischen Sicherheitsstrukturen, die Rolle der Türkei als politischer Akteur (innen- und außenpolitische Konflikte) und bewertet die Erwartungshaltung, die Türkei könne als Modellstaat für den islamischen Raum dienen.
Wesentliche Begriffe sind GASP/ESVP, geostrategische Bedeutung, Säkularismus, militärische Interventionen, Energiesicherheit und das Konzept der "Privilegierten Partnerschaft".
Das Militär wird als ein zentraler, politisch agierender Akteur dargestellt, der als selbsternannter Hüter des Säkularismus die türkische Innen- und Außenpolitik maßgeblich mitprägt und in einem Spannungsverhältnis zur demokratischen Konsolidierung steht.
Die Türkei wird als wichtige Transitroute und strategischer Akteur im "Great Game" um Öl- und Gasressourcen in der Kaspischen Region gesehen, wobei ihre Wasserressourcen ebenfalls ein bedeutender, wenn auch konfliktgeladener Faktor sind.
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