Diplomarbeit, 2003
126 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Soziale Netzwerke
2.2 Soziale Integration
2.3 Soziale Unterstützung
2.4 Positive vs. negative Auswirkungen sozialer Unterstützung
3. Jugend
3.1 Definition Jugend
3.2 Lebensphase Jugend aus psychologischer Sicht
3.2.1 Psychosoziales Modell nach Erikson
3.2.2 Lerntheoretisches Modell nach Havighurst
3.2.3 Zusammenfassung
3.3 Lebensphase Jugend aus soziologischer Sicht
3.4 Lebensphase Jugend im Wandel
3.4.1 Peer-group
3.4.2 Eventuelle Probleme innerhalb und mit einer Peer-group
3.4.3 Flexible Hilfen: Entwicklung, Definition und pädagogischer Ansatz
3.5 Zusammenfassung und Ausblick auf die weitere Arbeit
4. Untersuchungsplanung
4.1 Fragestellung und Zielsetzung
4.2 ProbandInnenauswahl
4.3 Erhebungsmethode – Forschungsansatz nach SONET –
4.3.1 Aufbau des Interviews
4.3.2 Interviewleitfaden
4.4 Auswertungsstrategien
5. Durchführung der Studie
6. Durchführung der Datenerhebung
7. Datenaufbereitung
7.1 Die Jugendlichen
7.2 Die Netzwerke
7.3 Netzwerke im Vergleich
7.3.1 Soziographische Merkmale
7.3.2 Netzwerkpersonen aus verschiedenen Lebensbereichen
7.3.2.1 Herkunftsfamilien
7.3.2.2 Nachbarn
7.3.2.3 Arbeitskollegen und MitschülerInnen
7.3.2.4 BetreuerInnen
7.3.2.5 Gute FreundInnen
7.3.2.6 Gute Bekannte
7.3.2.7 Ambivalente und belastende Beziehungen
7.3.2.8 Gelegentliche und oberflächliche Kontakte
7.3.3 Unterstützungsressourcen
7.3.3.1 Erhaltene Unterstützung
7.3.3.2 Potentielle Unterstützung
7.4 Bezug zu Ergebnissen anderer Untersuchungen
8. Schlussbetrachtung
9. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die sozialen Netzwerke von Jugendlichen, die nach einer betreuten Unterbringung gemäß §34 KJHG in eine eigene Wohnung ziehen. Das Ziel ist es, zu erforschen, welches Unterstützungssystem den Jugendlichen im Übergang zur Selbständigkeit zur Verfügung steht, wie sie ihre sozialen Kontakte bewerten und inwieweit diese Netzwerke zur Bewältigung der neuen Lebenssituation beitragen.
2.1 Soziale Netzwerke
Der Begriff der sozialen Netzwerke wird oft synonym mit dem der sozialen Unterstützung verwendet, wobei die Bezeichnung sozialer Netzwerke im Vergleich jedoch abstrakter ist und eine umfassendere Beschreibung darstellt. Im Unterschied zur sozialen Unterstützung wird hier das System sozialer Beziehungen zwischen Individuen oder sozialen Einheiten wie z.B. Gruppen, Organisationen oder Nationen beschrieben.
Keupp schreibt dazu: „Es bezeichnet die Tatsache, daß Menschen mit anderen sozial verknüpft sind und vermittelt für dieses Faktum eine bildhafte Darstellungsmöglichkeit. Menschen werden als Knoten dargestellt, von denen Verbindungsbänder zu anderen Menschen laufen, die wiederum als Knoten symbolisiert werden.“ (Keupp 1987: 11f)
Seit Beginn der Netzwerkforschung summieren sich die charakteristischen Merkmale für soziale Netzwerke und werden je nach Forschungsinteresse unterschiedlich genutzt. Gab es anfänglich nur wenige Merkmale, entwickelte sich die Liste allmählich zu einem umfangreichen Fundus (vgl. Röhrle 1994: 15f).
In der Literatur lassen sich diverse Besonderheiten zur Einteilung und Gruppierungsvorschläge der sozialen Netzwerke finden (vgl. Reisenzein / Baumann / Laireiter / Pfingstmann / Schwarzenbacher 1989: 225ff). Erwähnenswert ist vor allem, dass die soziale Struktur des Netzwerkes von der Person selbst erschaffen und aufrechterhalten wird (vgl. Klusmann 1986: 3). Dieses beinhaltet eine regelmäßige positive Aktivität, sich um seine persönlichen Kontakte zu kümmern. Durch besondere Ereignisse, wie beispielsweise eine lang andauernde Krankheit oder Arbeitslosigkeit, kann es zu einer Reduktion der sozialen Netzwerkbeziehungen kommen und kann zu einem Netzwerk führen, dass fast ausschließlich auf der Herkunftsfamilie beruht.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Übergangs von Jugendlichen aus der betreuten Unterbringung in eine eigene Wohnung und Formulierung der Forschungsfrage.
2. Definitionen: Theoretische Abgrenzung der zentralen Begriffe soziale Netzwerke, soziale Integration und soziale Unterstützung.
3. Jugend: Erörterung der Entwicklungsphasen aus psychologischer und soziologischer Sicht sowie Analyse der Bedeutung von Peer-groups und flexiblen Hilfen.
4. Untersuchungsplanung: Darstellung des Forschungsinteresses, der Probandenauswahl und des verwendeten SONET-Interviewansatzes.
5. Durchführung der Studie: Zusammenfassung der methodischen Vorgehensweise bei der empirischen Untersuchung.
6. Durchführung der Datenerhebung: Dokumentation des zeitlichen Rahmens und der Interviewbedingungen der Studie.
7. Datenaufbereitung: Deskriptive Auswertung und Vergleich der individuellen Netzwerke der acht befragten Jugendlichen sowie Einordnung in den Forschungsstand.
8. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Reflexion der Ergebnisse und Ausblick auf notwendige pädagogische Konsequenzen für die Jugendhilfe.
9. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.
Soziale Netzwerke, soziale Unterstützung, betreute Unterbringung, Verselbständigung, Adoleszenz, Peer-group, flexible Hilfen, Jugendhilfe, soziale Integration, Identitätsbildung, SONET, Lebensbewältigung, Beziehungsnetzwerk.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Lebenssituation von Jugendlichen, die nach einer stationären Unterbringung (gemäß §34 KJHG) in eine eigene Wohnung wechseln, und analysiert deren soziale Stützsysteme.
Die Schwerpunkte liegen auf der Struktur sozialer Netzwerke, der Bedeutung von informeller und formeller Unterstützung sowie der Entwicklungspsychologie im Übergang zum Erwachsenenalter.
Das Ziel ist die empirische Erforschung der sozialen Netzwerke dieser Jugendlichen, um zu verstehen, welche Personen ihnen in ihrer neuen, eigenständigen Lebenssituation Rückhalt geben und wo mögliche Ressourcenlücken bestehen.
Es wird das strukturierte Interviewverfahren "SONET" (Soziales Netzwerk und soziale Unterstützung) angewandt, um personale Netzwerke quantitativ und qualitativ zu erfassen.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Netzwerkbegriffe, Entwicklungsphasen der Jugend) erarbeitet, gefolgt von der detaillierten Untersuchungsplanung und der deskriptiven Auswertung der Daten von acht Probanden.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören soziale Netzwerke, Verselbständigung, Jugendhilfe, Peer-group und soziale Unterstützung.
Die Peer-group übernimmt eine zentrale Funktion bei der Identitätsfindung und bietet oft den einzigen Ersatz für die meist problembelasteten Beziehungen zur Herkunftsfamilie.
Die Autorin stellt fest, dass Jugendliche aus Wohngruppen tendenziell kleinere Netzwerke haben und sich psychologisch zwar unterstützt fühlen, aber im Bedarfsfall oft zu wenige Personen für konkrete materielle oder informelle Hilfe zur Verfügung haben.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Übergang in die eigene Wohnung eine hohe psychische Belastung darstellt, weshalb eine intensivere, individuelle pädagogische Begleitung und die Förderung sozialer Bindungen dringend erforderlich sind.
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