Examensarbeit, 2004
150 Seiten, Note: sehr gut (1,0)
Didaktik für das Fach Englisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Anforderungen an berufsbezogene Fremdsprachenkompetenz
2.1 Allgemeine und berufliche Bildung
2.2 Allgemeine und berufsbezogene Fremdsprachenkompetenz
2.3 Grundfragen des berufsbezogenen Fremdsprachenunterrichts
2.4 Die Berufsschule: Institutioneller Rahmen und Bildungsauftrag
2.4.1 Das duale System als Teil des beruflichen Schulwesens
2.4.2 Bildungsauftrag der Berufsschule im dualen System
2.5 Fremdsprachenkompetenz: Bedarf und Bedürfnisse
2.5.1 Einleitung und Begriffsbestimmung
2.5.2 Bedarf an Fremdsprachenkompetenz: Anforderungen der Wirtschaft
2.5.3 Individuelle Fremdsprachenbedürfnisse
3. Situation der Fremdsprachenausbildung in der Berufsschule
3.1 Quantitative Aspekte
3.1.1 Umfang und Stellung des Fremdsprachenunterrichts
3.1.2 Curriculare Einordnung des Fremdsprachenunterrichts in ausgewählten Berufen
3.2 Qualitative Aspekte
3.2.1 Überblick
3.2.2 Leitprinzipien berufsbezogenen Englischlernens
3.2.3 Lehrpläne und Richtlinien für berufsbezogenen Englischunterricht
3.3 Möglichkeiten zur Verbesserung des Fremdsprachenunterrichts
4. Bilingualer Unterricht: Eine Einführung
4.1 Grundlegendes zu Terminologie und Hintergrund
4.2 Ausgewählte Konzepte
4.2.1 Immersionsunterricht in Kanada
4.2.2 Das deutsche Modell des „bilingualen Sachfachunterrichts“
4.2.3 Das österreichische Modell „Englisch als Arbeitssprache“
4.2.4 Überblick und Versuche zur Kategorisierung
4.3 Ergebnisse und Fundierung des bilingualen Unterrichts
4.3.1 Untersuchungen zur Effektivität
4.3.2 Fremdsprachendidaktische und lernpsychologische Fundierung
4.4 Fragen der Sachfach- und Sprachdidaktik
4.4.1 Content and language integrated learning
4.4.2 Einzelne Fächer und ihre Eignung für CLIL
4.4.3 Die Wirtschaftslehre und ihre Eignung für CLIL
4.5 Methodisch-didaktische Aspekte bilingualen Unterrichts
4.5.1 Sprachbezogene Kognitivierung
4.5.2 Texte und Materialien für bilingualen Unterricht
4.5.3 Lernerzentrierung und Sprachproduktion
4.6 Bilingualer Unterricht an Berufsschulen
5. Bedingungsanalyse zum bilingualen Wirtschaftslehreunterricht bei Industriekaufleuten
5.1 Zur Auswahl des Bildungsgangs und Ausbildungsberufs
5.2 Curriculare und organisatorische Rahmenbedingungen
5.3 Fremdsprachliche Vorbildung und Rahmenbedingungen
5.4 Berufs- und wirtschaftspädagogische Unterrichtsprinzipien
5.5 Exemplarische Skizze eines bilingualen Moduls: Authentische Texte und ihre Eignung
5.5.1 Zur Auswahl des Lernfelds
5.5.2 Zur Auswahl von Unterrichtsmaterialien
5.5.3 Beurteilung der ausgewählten Texte
5.5.3.1 Analyse der inhaltlichen Eignung
5.5.3.2 Darstellung der sprachlichen Analysekriterien
5.5.3.3 Analyse der sprachlichen Eignung
5.5.4 Schlussfolgerungen aus der Analyse der Texte
6. Schlussbemerkungen
6.1 Übertragbarkeit auf andere Bildungsgänge des Berufskollegs
6.2 Übertragbarkeit auf andere Sprachen
6.3 Perspektiven der Umsetzung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des Konzepts des bilingualen Sachfachunterrichts (Content and Language Integrated Learning - CLIL) auf kaufmännische Berufsschulen, um fremdsprachliche Kompetenzen während der Ausbildung zu fördern. Im Zentrum der Forschungsfrage steht die Analyse der Bedingungen unter denen ein solcher Unterricht erfolgreich an Berufsschulen, beispielhaft illustriert am Ausbildungsberuf Industriekaufmann/-frau, implementiert werden kann.
Die Berufsschule: Institutioneller Rahmen und Bildungsauftrag
Die berufliche Erstausbildung vollzieht sich im deutschsprachigen Raum in der Regel im sogenannten dualen System, dessen wesensbildendes Merkmal die parallele Ausbildung an den Lernorten Betrieb und Berufsschule ist. Die Ausbildung am Lernort Betrieb wird in Deutschland durch Bundesrecht im Berufsbildungsgesetz (BBiG) bzw. in der Handwerksordnung (HwO) geregelt und in berufsständischer Selbstverwaltung durch Industrie- und Handelskammern bzw. Handwerkskammern organisiert. Für den Lernort Berufsschule gilt jedoch nach dem föderalen Prinzip die Bildungshoheit der Bundesländer, die sich teilweise in der Kultusministerkonferenz (KMK) abstimmen und ansonsten den Schulbereich autonom regeln. Das duale System ist geprägt durch die besonders laut artikulierte Forderung nach direkter beruflicher Relevanz; die Berufsschule steht somit unter starkem Rechtfertigungszwang ihrer Inhalte und Methoden.
Zur Bedingungsanalyse für bilingualen Unterricht an kaufmännischen Berufsschulen soll nun deren Bildungsauftrag untersucht werden. Laut der Handreichungen für die Erarbeitung von Rahmenlehrplänen [...] hat die Berufsschule „die Aufgabe, den Schülerinnen und Schülern berufliche und allgemeine Lerninhalte unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen der Berufsausbildung zu vermitteln“ (KMK 2000: 8). Dieser doppelte Auftrag wird einerseits widergespiegelt durch die Aufteilung des Unterrichts in einen berufsbezogenen (nach Maßgabe der Handreichungen berufsspezifisch zu gestaltenden) und einen berufsübergreifenden Teil (mit den für alle Berufe verpflichtenden Fächern Deutsch/Kommunikation, Religionslehre, Politik/Gesellschaftslehre und Sport/Gesundheitsförderung), andererseits aber zusammengeführt im Ziel der Entwicklung von Handlungskompetenz.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Notwendigkeit besserer Fremdsprachenqualifikationen für Berufsschüler ein und beschreibt das Ziel, das Konzept des bilingualen Sachfachunterrichts auf kaufmännische Berufsschulen zu übertragen.
2. Anforderungen an berufsbezogene Fremdsprachenkompetenz: Dieses Kapitel untersucht die theoretischen Grundlagen und Erwartungen verschiedener Akteure (Wirtschaft, Pädagogik) an die fremdsprachliche Ausbildung im beruflichen Kontext.
3. Situation der Fremdsprachenausbildung in der Berufsschule: Hier wird der aktuelle Ist-Zustand des Fremdsprachenunterrichts an Berufsschulen, inklusive statistischer Daten und lehrplanmäßiger Einordnungen, detailliert dargestellt.
4. Bilingualer Unterricht: Eine Einführung: Das Kapitel erläutert das Konzept des bilingualen Unterrichts bzw. CLIL, diskutiert verschiedene internationale Modelle und beleuchtet die didaktische und lernpsychologische Fundierung.
5. Bedingungsanalyse zum bilingualen Wirtschaftslehreunterricht bei Industriekaufleuten: Dieses zentrale Kapitel führt eine spezifische Bedingungsanalyse für den Industriekaufmann/-frau durch und evaluiert authentische Unterrichtsmaterialien für ein bilinguales Modul.
6. Schlussbemerkungen: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Umsetzbarkeit und Perspektiven des bilingualen Unterrichts an Berufskollegs sowie seiner Übertragbarkeit auf andere Sprachen und Bildungsgänge.
Bilingualer Sachfachunterricht, CLIL, Berufsschule, Industriekaufleute, Fremdsprachenkompetenz, Handlungsorientierung, Lernfeldkonzept, Fremdsprachendidaktik, Wirtschaftslehre, Authentizität, Berufsbildung, Sprachproduktion, Kompetenzniveau, Fremdsprachenbedarf, duales System
Die Arbeit untersucht, wie das Konzept des bilingualen Sachfachunterrichts (CLIL) auf die kaufmännische Berufsschule übertragen werden kann, um die Fremdsprachenkompetenz von Auszubildenden gezielt zu fördern.
Zu den Schwerpunkten zählen der institutionelle Rahmen des dualen Systems, die Anforderungen der Wirtschaft an Fremdsprachenkenntnisse, didaktische Prinzipien des handlungsorientierten Unterrichts sowie die praktische Analyse von Unterrichtsmaterialien für bilinguale Module.
Primäres Ziel ist die Bedingungsanalyse für die Implementierung bilingualen Unterrichts, beispielhaft demonstriert am Ausbildungsberuf Industriekaufmann/-frau, um ein realistisches Umsetzungsszenario für die Berufsschulpraxis zu entwickeln.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch aktuelle Fachdidaktik-Literatur, einer statistischen Analyse des Fremdsprachenbedarfs und -angebots, einer curricularen Analyse sowie einer empirischen Stichprobe durch die Dokumentation einer selbst durchgeführten bilingualen Probestunde.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der berufsbezogenen Anforderungen, die Bestandsaufnahme der derzeitigen Fremdsprachenausbildung, die theoretische Einführung in CLIL sowie die detaillierte Bedingungsanalyse für den Wirtschaftslehreunterricht bei Industriekaufleuten.
Wesentliche Begriffe sind Bilingualer Sachfachunterricht, CLIL, Berufsschule, Handlungsorientierung, Lernfeldkonzept, Fremdsprachendidaktik, Wirtschaftslehre und Authentizität.
Dieser Beruf eignet sich als Beispiel besonders gut, da er eine große Spannweite an Unternehmen abdeckt und sein Lehrplan das fachliche Spektrum der Betriebswirtschaftslehre repräsentativ abbildet, was eine gezielte Integration bilingualer Module ermöglicht.
Die Materialien werden sowohl auf ihre inhaltliche Eignung für das Fach Wirtschaftslehre als auch auf ihre sprachliche Komplexität (semantische und syntaktische Analyse sowie kognitionspsychologische Kriterien) hin überprüft.
Die Arbeit konstatiert die monopolartige Stellung des Englischen als "lingua franca" im beruflichen Kontext, was als Ausgangspunkt für die Ausrichtung des Unterrichts an realistischen, globalen Verwendungssituationen dient.
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