Wissenschaftlicher Aufsatz, 2004
6 Seiten, Note: 2,5
1. Die Basarökonomie-These
2. Die aggregierte Diskussion
3. Die Input-Output-Betrachtung
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die sogenannte „Basarökonomie-These“ von Prof. Hans-Werner Sinn, wonach Deutschland durch eine zunehmende Abhängigkeit von Vorleistungsimporten drohe, seine industrielle Basis zu verlieren und zur bloßen „Durchlaufstation“ für Güter zu werden, was langfristig Massenarbeitslosigkeit nach sich ziehen könnte.
Die Basarökonomie-These
Auch in Deutschland haben die Ausführungen eines profilierten Ökonomen großes Echo gefunden. Professor Sinn, der Präsident des Münchner ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, befürchtet, dass Deutschland zu einer Basar-Ökonomie zu werden drohe. Die Exportprodukte Deutschlands würden in Zukunft im Inland bestenfalls des Labels „Made in Germany“ wegen deklariert. Ein immer größerer Teil der Wertschöpfung falle im Zuge der Globalisierung aber in Niedriglohnländern an. Deutschland werde zum Zwischenhändler. Dadurch gerate unsere Volkswirtschaft als Produktionsstandort für industrielle Güter ins Hintertreffen. Die Folge wäre eine dauerhafte Massenarbeitslosigkeit.
Gerade im politischen Bereich fielen diese Ausführungen auf deutliche Reaktionen. Erwartungsgemäß verwahrten sich Gewerkschaften wie Unternehmensverbände dagegen, dass die starke Exportperformance Ergebnis billiger Vorleistungsimporte sei. Unisono beschworen sie leistungsfähige High-Tech-Industrie, motivierte Arbeitskräfte und international anerkannte Markenunternehmen. Die politische Opposition hingegen nahm den Ball dankbar auf und fühlte sich durch Sinns Vorschläge etwa nach deutlichen Lohnkürzungen in ihren politischen Reformforderungen bestätigt.
1. Die Basarökonomie-These: Einführung in die populäre These von Prof. Sinn, nach der Deutschland durch Globalisierung und Importe an industrieller Wertschöpfung verliert.
2. Die aggregierte Diskussion: Darstellung der kontroversen Fachdebatte unter Einbeziehung wissenschaftlicher Institute, die vor einer zu simplen Interpretation reiner Exportzahlen warnen.
3. Die Input-Output-Betrachtung: Detaillierte methodische Analyse der Exportzusammensetzung unter Nutzung statistischer Daten zur Differenzierung zwischen inländischer Wertschöpfung und Vorleistungsimporten.
4. Fazit: Abschließende Bewertung, die den industriellen Strukturwandel als hausgemachtes Strukturproblem identifiziert, statt eine reine Gefährdung durch den Welthandel zu konstatieren.
Basarökonomie, Exportweltmeister, Globalisierung, Außenhandel, Wertschöpfung, Input-Output-Analyse, Wettbewerbsfähigkeit, Industrielle Produktion, Vorleistungsimporte, Strukturwandel, Volkswirtschaft, Deutschland, Wirtschaftsstandort, Sachverständigenrat, Außenbeitrag.
Die Arbeit analysiert die Debatte um die deutsche Exportstärke und prüft, ob die Befürchtung einer drohenden „Basarökonomie“ empirisch haltbar ist.
Im Zentrum stehen die Außenhandelsstatistik, die Bedeutung von Vorleistungsimporten und die tatsächliche inländische Wertschöpfung industrieller Produkte.
Es wird untersucht, ob der rasante deutsche Exportanstieg tatsächlich auf einer Entwertung des Industriestandorts basiert oder ob die inländische Wertschöpfung parallel weiter gewachsen ist.
Der Autor stützt sich auf eine aggregierte Diskussionsanalyse sowie eine spezifische Input-Output-Analyse des Statistischen Bundesamtes.
Der Hauptteil befasst sich mit der Differenzierung der Exporte in Importgüter ohne Verarbeitung und Produkte aus inländischer Fertigung sowie der Einordnung dieser Daten in den Kontext der internationalen Arbeitsteilung.
Zu den zentralen Begriffen zählen Basarökonomie, Wertschöpfung, Input-Output-Analyse, Außenbeitrag und Exportweltmeister.
Weil die empirischen Daten zeigen, dass trotz gestiegener Importe auch die im Inland erwirtschaftete Wertschöpfung kontinuierlich angestiegen ist und Unternehmen von Spezialisierungsvorteilen profitieren.
Der Sachverständigenrat interpretiert die Ergebnisse als Beleg dafür, dass internationale Spezialisierung die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen stärkt, statt sie zu schwächen.
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