Fachbuch, 2002
67 Seiten
0 Rechtfertigung
1 Etwas über das „Risiko“
1.1 Der Begriff des „Risikos“
1.2 Versicherbare Risiken in der Lebensversicherung
1.3 Deckung des Risikos und Produktgestaltung
2 Wer betreibt Versicherungsmathematik?
2.1 Vom Versicherungsmathematiker zum Aktuar
2.2 Der „Verantwortliche Aktuar“
2.3 Die Aufgaben des Versicherungsmathematikers
3 Rechnungsgrundlagen
3.1 Geschichtliche Entwicklung der mathematischen Grundlagen
3.2 Wahrscheinlichkeit und Zins Einführung
3.3 Einführungsbeispiele
3.4 Kosten
3.5 Die Ordnung von Rechnungsgrundlagen
4 Prämien und Deckungskapital
4.1 Das Äquivalenzprinzip
4.2 Barwerte
4.3 Prämienkalkulation mit Barwerten
4.4 Deckungskapital und Deckungsrückstellung
4.5 Wahrscheinlichkeit und Zins Fortführung
Exkurs: Über die BU/EU-Risiken
5 Gewinn und Überschuss
5.1 Garantiewerte
5.2 Gewinnentstehung
5.3 Gewinnverwendung
6 Besondere Themen
6.1 Preferred Lifes
6.2 Modellrechnungen (Leistungsdarstellung)
6.3 Über die "Rendite" eines Vertrages
7 Nachlese
Die vorliegende Arbeit vermittelt ein grundlegendes Verständnis der versicherungsmathematischen Kalkulation in der Lebensversicherung. Ziel ist es, dem Leser die mathematischen Zusammenhänge sowie das betriebswirtschaftliche und rechtliche Umfeld näherzubringen, um ein besseres Verständnis für aktuelle aktuelle Entscheidungen und Prozesse in der Tarifkalkulation und Risikobewertung zu ermöglichen.
0 Rechtfertigung
„Schon wieder eines dieser unverständlichen Traktate über Versicherungsmathematik !“ werden Sie denken. Ganz so unrecht ist das sicher nicht, und zusätzlich wird das Thema meist als lästige Pflicht bei der Ausbildung angesehen, später in der Praxis selten in der dozierten Form benötigt und das praktische Rechnen durch den Computer abgelöst. Wie oft ärgert man sich, daß dies und jenes aus „aktuariellen Gründen“ nicht geht, müssen Tabellen so akzeptiert werden, weil das „die Mathematik so vorgegeben hat“, dauert das alles viel zu lange, weil noch etwas „nachgewiesen werden muß“ - und das, obwohl es „kein BAV mehr gibt“.
Es drängt sich der Verdacht auf, daß die Mathematiker in einem Elfenbeinturm leben und unverständliche Entscheidungen herbeiführen, deren Richtigkeit sie akribisch und in ihrer eigenen Sprache beweisen und begründen.
Aber halt - versuchen wir, der Sache Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Wie auch immer, der Händler auf dem Markt versucht, seine Eier möglichst gewinnbringend zu verkaufen - das ist in einer Marktwirtschaft eine Binsenweisheit. Genauso legitim ist es für eine Lebensversicherung, ihre Produkte gewinnbringend und im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten an die Frau oder den Mann zu bringen. Der Unterschied von Eiern zu Lebensversicherungen liegt unter anderem darin, daß Lebensversicherung ein imaginäres Produkt ist, das erst im Leistungsfall konkret wird, und dessen Preis überdies noch mit statistischen Methoden und nicht aus Einkaufspreislisten für Eier bestimmt werden muß.
0 Rechtfertigung: Eine einleitende Reflexion über den Stellenwert und die Herausforderungen der Versicherungsmathematik in der Praxis.
1 Etwas über das „Risiko“: Definition und Kategorisierung des Risikobegriffs sowie Erläuterung der vier Dimensionen versicherbarer Risiken.
2 Wer betreibt Versicherungsmathematik?: Beschreibung der Rolle, Aufgaben und rechtlichen Verantwortung des Aktuars sowie des Verantwortlichen Aktuars.
3 Rechnungsgrundlagen: Historische Entwicklung und mathematische Herleitung der Grundlagen, Zins- und Wahrscheinlichkeitsrechnung sowie Strukturierung der Kosten.
4 Prämien und Deckungskapital: Erläuterung des Äquivalenzprinzips sowie Berechnungsmodelle für Prämien, Deckungskapital und Rückstellungen.
5 Gewinn und Überschuss: Darstellung der Entstehung von Gewinnen, deren Verwendung und der Ausschüttungsmechanismen.
6 Besondere Themen: Analyse spezieller Ansätze wie "Preferred Life"-Tarife und methodische Standards für Modellrechnungen und Leistungsdarstellungen.
7 Nachlese: Literaturhinweise und ergänzende Empfehlungen zur Vertiefung der Thematik.
Versicherungsmathematik, Aktuar, Risikobewertung, Äquivalenzprinzip, Prämienkalkulation, Deckungskapital, Sterbetafel, Rechnungsgrundlagen, Gewinnbeteiligung, Überschuss, Deckungsrückstellung, Modellrechnung, Lebensversicherung, Zinsgewinn, Stornoabzug
Die Arbeit behandelt die mathematischen und versicherungstechnischen Grundlagen, die der Tarifkalkulation und der Rechnungslegung in der Lebensversicherung zugrunde liegen.
Zu den zentralen Themen gehören das Versicherungsrisiko, die Aufgaben des Aktuars, die Kalkulation von Prämien und Deckungskapital sowie die Gewinnermittlung und -verwendung.
Das Ziel ist es, dem Leser einen fundierten Überblick über die Tarifkalkulation zu verschaffen und Verständnis für aktuarielle Entscheidungen im Rahmen der Lebensversicherung zu wecken.
Die Arbeit basiert auf mathematischen Ableitungen (z.B. Barwertberechnungen, Wahrscheinlichkeitsmodelle) und orientiert sich an den gesetzlichen Rahmenbedingungen, insbesondere dem HGB und VAG.
Der Hauptteil widmet sich der Entwicklung der Rechnungsgrundlagen, der konkreten Berechnung von Prämien unter Anwendung des Äquivalenzprinzips und der Problematik der Deckungsrückstellungen.
Wesentliche Begriffe sind Versicherungsmathematik, Aktuar, Äquivalenzprinzip, Deckungskapital, Sterbetafeln und Gewinnbeteiligung.
Er ist eine durch § 11a VAG definierte, fachlich qualifizierte Person, die sicherstellen muss, dass die gesetzlichen Vorschriften bei der Berechnung von Prämien und Deckungsrückstellungen eingehalten werden.
Es dient der Herleitung von Prämien und Deckungskapital, indem es die Ertragsseite (Prämieneinnahmen) mit der Aufwandsseite (Leistungen und Rückstellungen) unter Berücksichtigung von Zins und Zeit ins Gleichgewicht bringt.
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