Diplomarbeit, 2005
243 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theorie der psychotischen Krankheitsbilder
2.1 Erklärungsmodell für Psychosen anhand des Vulnerabilitätskonzepts
2.1.1. Biologische Vulnerabilität
2.1.2. Stress
2.1.3. Exkurs zur Bedeutung des Einflusses einer gestörten Eltern-Kind-Beziehung
2.2 Auswirkung einer psychotischen Erkrankung
2.2.1 Auswirkungen auf die finanzielle Lebenslage
2.2.2 Auswirkungen auf die Partnerschaft
2.2.3 Auswirkungen auf die Familie
2.2.4 Auswirkungen auf die Erziehung
2.3 Zusammenfassung
3. Situation der Kinder von psychisch kranken Eltern
3.1 Probleme von Kindern mit psychisch kranken Eltern
3.1.1 Probleme mit unmittelbaren Zusammenhang zur Erkrankung
3.1.2 Probleme mit mittelbaren Zusammenhang zur Erkrankung
3.2 Einflussfaktoren auf die Situation der Kinder
3.2.1 Vorstellung der Begriffe High Risk und Resilence
3.2.1.1 High Risk
3.2.1.2 Resilence
3.2.2 Einordnung der Faktoren
3.2.2.1 High Risk und Resilence Faktoren in der Person des Kindes
3.2.2.2 High Risk und Resilence Faktoren im Familiensystem
3.2.2.2.1 High Risk und Resilence Faktoren ausgehend von der Familie im Allgemeinen
3.2.2.2.2 High Risk und Resilence Faktoren ausgehend vom erkrankten Elternteil
3.2.2.2.3 High Risk und Resilence Faktoren ausgehend vom gesunden Elternteil
3.2.2.2.4 High Risk und Resilence Faktoren ausgehend von der Partnerschaft der Eltern
3.2.2.3 High Risk und Resilence Faktoren außerhalb der Familie aber in der unmittelbaren Lebenswelt des Kindes
3.2.2.4 High Risk und Resilence Faktoren im Sozialraum des Kindes
3.2.2.5 High Risk und Resilence Faktoren im Gesellschaftssystem
3.2.3 High Risk und Resilence Faktoren und das Konzept der Vulnerabilität bei Kindern
3.3 Zusammenfassung
4. Vorgehensweisen bei den Befragungen zur Situation der Kinder mit psychisch kranken Elternteilen im Coburger Raum
4.1. Befragung von Krankenkassen
4.1.1. Schilderung der Vorgehensweise
4.1.2. Begründung des Vorgehens
4.1.3. Darstellung der Methode
4.1.4. Darstellung des methodischen Vorgehens
4.1.5. Ziel der Befragung
4.2. Befragung von Fachkräften
4.2.1. Schilderung der Vorgehensweise
4.2.2. Begründung des Vorgehens
4.2.3. Darstellung der Methode
4.2.4. Darstellung des methodischen Vorgehens
4.2.5. Ziel der Befragung
5. Kinder psychisch Kranker im Coburger Raum
5.1. Epidemiologie psychisch kranker Eltern und deren Kinder im Coburger Raum
5.1.1. Schätzung für die Stadt und dem Landkreis Coburg aufgrund bundesweiter Daten
5.1.1.1.Darstellung von statistischen Daten
5.1.1.2.Bedeutung der Daten für die Stadt und den Landkreis Coburg
5.1.2. Ergebnisse der Krankenkassenbefragung
5.1.2.1.Definition der Begriffe
5.1.2.2.Epidemiologie psychisch kranker Eltern
5.1.2.2.1. Darstellung der Ergebnisse
5.1.2.2.2. Interpretation
5.1.2.3.Diagnosenverteilung
5.1.2.3.1. Darstellung der Ergebnisse
5.1.2.3.2. Interpretation
5.1.3. Ergebnisse der Befragung von Fachkräften
5.1.3.1.Definition von psychischen Erkrankungen durch Fachkräfte
5.1.3.1.1. Darstellung der Ergebnisse
5.1.3.1.2. Interpretation
5.1.3.2.Epidemiologie von psychisch kranken Eltern und deren Diagnosen
5.1.3.2.1. Darstellung der Ergebnisse
5.1.3.2.2. Interpretation
5.1.4. Abgleichende Diskussion der Ergebnisse
5.2. Wahrnehmung der Situation von psychisch kranken Eltern durch Fachkräfte
5.2.1. Darstellung der Ergebnisse
5.2.1.1.Erziehungssituationen in Familien mit psychisch kranken Elternteilen
5.2.1.2.Problemlagen
5.2.2. Interpretation
5.3. Wahrnehmung der Situation von Kindern mit psychisch kranken Eltern durch Fachkräfte
5.3.1. Darstellung der Ergebnisse
5.3.1.1.Probleme in der Lebenswelt von Kindern mit psychisch kranken Eltern
5.3.1.2.Informationsstand der Kinder über die psychische Erkrankung der Eltern
5.3.2. Interpretation
5.3.2.1.Lebenssituation der Kinder
5.3.2.2.Informationsstand der Kinder
5.4. Wahrnehmung der Bewältigungsstrategien von Kindern mit psychisch kranken Eltern durch die Fachkräfte
5.4.1. Darstellung der Ergebnisse
5.4.1.1.Bewältigungsverhalten von Kindern mit psychisch kranken Eltern
5.4.1.2.Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern mit psychisch kranken Eltern
5.4.1.2.1. Bei kleinen Kindern bis zum Vorschulalter
5.4.1.2.2. Bei Schulkindern und Jugendlichen
5.4.2. Interpretation
5.4.3. Diskussion der Entwicklungschance des Kindes
5.5. Zusammenhang zwischen der Behandlungsbereitschaft der psychisch kranken Eltern und der Verhaltensauffälligkeit der Kinder
5.5.1. Darstellung der Ergebnisse
5.5.2. Interpretation
5.6. Bedarfswahrnehmungen bezüglich ambulanter Hilfen für Kinder mit psychisch kranken Elternteilen durch Fachkräfte
5.6.1. Diskussion des Hilfebedarfs von Kindern psychisch Kranker in der Literatur
5.6.2. Bedarfswahrnehmungen der befragten Fachkräfte
5.6.2.1.Darstellung der Ergebnisse
5.6.2.2.Interpretation
6. Resümee und Ausblick
7. Anhang
7.5 Materialien zur Krankkassenbefragung
7.5.1 Fragebogen
7.5.2 Ergebnisse und Berechnungen
7.5.2.1 Darstellung der erhobenen Fälle
7.5.2.2 Berechnung des Zusammenhangs zwischen Krankengeldbezug und Elternschaft
7.5.2.3 Berechnung des Zusammenhangs zwischen Krankengeldbezug und psychischen Erkrankungen
7.5.2.4 Übersicht über die Diagnosenverteilung
7.5.3 Psychose nach Dilling
7.6 Materialien zur Befragung von Fachkräften
7.6.1 Leitfaden
7.6.2 Kurze Vorstellung der befragten Dienste
7.6.3 Transkripte
7.6.3.1 Sozialdienst
7.6.3.2 Jugendamt
7.6.3.3 Gesundheitsamt
7.6.3.4 Sozialpsychiatrischer Dienst mit Auszug aus dem Jahresbericht 2003
7.6.3.5 Familienpflege
7.6.3.6 Institut für Psychosoziale Gesundheit
7.6.4 Eingestelltes Modellprojekt
7.6.4.1 Vorstellung
7.6.4.2 Unterschiede zur Familienpflege
7.6.4.3 Gemeinsamkeiten zur Familienpflege
7.6.4.4 Diskussion
7.6.4.5 Flyer der Familienpflege
7.6.4.6 Original des Modellprojekts
Die Diplomarbeit untersucht die Lebenssituation von Kindern, deren Eltern psychisch erkrankt sind, mit einem regionalen Fokus auf den Coburger Raum. Das primäre Ziel besteht darin, das Ausmaß und die spezifischen Problemlagen dieser Kinder zu erfassen, um Ansätze für präventive Hilfen und Verbesserungen in der ambulanten Versorgung zu identifizieren.
3.1 Probleme von Kindern mit psychisch kranken Eltern
Schone (2002, S. 16) bezieht sich auf Mattejat (1996, S. 22) und unterscheidet Probleme, die für die Kinder unmittelbar durch die psychische Erkrankung des Elternteils entstanden sind und Folgeprobleme, die für die Kinder durch die veränderte soziale Situation entstanden sind:
3.1.1 Probleme mit unmittelbaren Zusammenhang zur Erkrankung
• Erstens:Desorientierung
Ein kindliches Problem, das unmittelbar durch die psychische Erkrankung eines Elternteils bedingt ist, ist eine starke Desorientierung, weil das krankhafte Verhalten des Elternteils vom Kind nicht zugeordnet und nicht erklärt werden kann. Kinder nehmen die Krankheits- symptome nicht als solche wahr, sondern erleben Verhaltensweisen der Eltern, die sie unmittelbar betreffen. Verschärft tritt das Problem der Desorientierung auf, wenn sich das Verhalten bzw. die Stimmung des psychisch kranken Elternteils von einem auf den anderen Moment völlig verändert (Pretis 2004, S. 42). Es ist damit zu rechnen, dass Kinder, die keine äußere Ursache für das Verhalten der Eltern finden können, die Ursache in ihrem eigenen Verhalten suchen.
• Zweitens: Schuldgefühle
Damit geben sich Kinder mit psychisch kranken Eltern häufig die Schuld für die psychotische Erkrankung der Eltern. Vermutlich haben Kinder dann auch die Erwartungshaltung die gesundheitliche Lage des kranken Elternteils mit ihrem eigenen Verhalten positiv verändern zu können, was die Kinder unter einen enormen psychischen Druck setzt.
• Drittens: Kommunikationsverbot
Das Verantwortlichkeits- bzw. Schuldgefühl der Kinder kann dazu führen, dass sich Kinder psychisch Kranker für ihr eigenes Verhalten, das nach Meinung der Kinder bei dem Elternteil zu psychotischen Symptomen führt, schämen. Wenn sich Kinder für etwas schämen, sprechen sie in der Regel nicht darüber. In Schone (2002, S. 16) ist von einem „selbst ausgesprochenem Kommunikationsverbot“ zu lesen.
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Situation von Kindern psychisch kranker Eltern im Raum Coburg, motiviert durch eigene Erfahrungen der Autorin in der sozialpsychiatrischen Arbeit.
2. Theorie der psychotischen Krankheitsbilder: Es wird das Vulnerabilitäts-Stress-Modell eingeführt, um die Entstehung von Psychosen und deren Auswirkungen auf die familiäre Lebenswelt zu erklären.
3. Situation der Kinder von psychisch kranken Eltern: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Belastungen, wie Desorientierung und Rollentausch, denen Kinder durch die elterliche Erkrankung ausgesetzt sind.
4. Vorgehensweisen bei den Befragungen zur Situation der Kinder mit psychisch kranken Elternteilen im Coburger Raum: Die methodische Vorgehensweise umfasst eine quantitative Krankenkassenbefragung sowie qualitative Experteninterviews mit verschiedenen sozialen Fachdiensten.
5. Kinder psychisch Kranker im Coburger Raum: Die empirischen Daten werden präsentiert, wobei insbesondere die Prävalenz von depressiven Störungen und der Bedarf an Unterstützungsangeboten für betroffene Familien im Fokus stehen.
6. Resümee und Ausblick: Die Autorin fasst die Ergebnisse zusammen und plädiert für eine engere Kooperation zwischen Kostenträgern sowie eine stärkere Implementierung psychoedukativer Ansätze.
Kinder psychisch kranker Eltern, Psychose, Vulnerabilität, Resilienz, Coburg, Sozialpsychiatrie, Jugendhilfe, ambulante Hilfen, Elternschaft, Arbeitsunfähigkeit, Depression, Psychoedukation, Familienpflege, Kindeswohl, Belastungsfaktoren.
Die Arbeit untersucht die Lebensbedingungen und Belastungen von Kindern, deren Eltern psychisch erkrankt sind, mit einer spezifischen Untersuchung des Einzugsgebiets Coburg.
Neben der epidemiologischen Bestandsaufnahme stehen psychische Störungen der Eltern, die familiäre Dynamik, Bewältigungsstrategien der Kinder und die Schnittstellen des ambulanten Hilfesystems im Fokus.
Ziel ist es, die Situation der betroffenen Kinder wissenschaftlich zu beleuchten und daraus konkrete Bedarfe für die regionale Hilfeinfrastruktur abzuleiten.
Die Arbeit nutzt einen Methodenmix bestehend aus einer quantitativen Datenanalyse bei Krankenkassen und einer qualitativen Analyse durch problemzentrierte Experteninterviews mit Fachkräften aus der sozialen Praxis.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Darstellung der empirischen Ergebnisse zur Epidemiologie im Coburger Raum sowie die qualitative Analyse der Wahrnehmungen durch Fachkräfte.
Wichtige Begriffe sind Vulnerabilitätskonzept, High-Risk-Faktoren, Resilienz, Eltern-Kind-Beziehung sowie die institutionsübergreifende Zusammenarbeit.
Diese Perspektiven helfen dabei zu verstehen, warum manche Kinder trotz familiärer Belastung gesund bleiben, während andere selbst Symptome entwickeln, und bieten Ansatzpunkte für gezielte Prävention.
Sie dient dazu, eine statistische Grundlage für die Häufigkeit von psychisch kranken Eltern innerhalb einer versicherten Population zu schaffen, was für die Bedarfsplanung der Sozialdienste essenziell ist.
Die Autorin empfiehlt vor allem den Ausbau psychoedukativer Angebote ("Multiplikatorenarbeit") und eine verbesserte Vernetzung der Kostenträger, um Familien effizienter zu unterstützen.
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