Magisterarbeit, 2005
127 Seiten, Note: 1,3
I EINLEITUNG
II. STILL SEPARATE, STILL UNEQUAL: AFRO-AMERIKANISCHE SCHÜLER IN DEN INNENSTÄDTEN DER USA
1. Lokale Schulverwaltung und – finanzierung: Strukturelle Ungleichheit im amerikanischen Schulwesen
2. Schulische und residenzielle (Re-)Segregation
3. Die schwarz-weiße Wissenskluft: Testergebnisse und Dropouts
4. Soziopolitische Reformhindernisse im innenstädtischen Milieu
III. SCHOOL CHOICE UND SCHOOL VOUCHERS: GENEALOGIE UND PRAXIS EINER REFORMBEWEGUNG
1. School Choice: Begrifflichkeit, Einordnung und Abgrenzung
2. Kernelemente des Diskurses um Bildungsgutscheine: Marktdiskurs, Wertediskurs, Gerechtigkeitsdiskurs
3. Bildungsgutscheinprogramme in den USA
IV. “THE CONTINUING STRUGGLE AGAINST UNEQUAL OPPORTUNITY”: DIE AFRO-AMERIKANISCHE DEBATTE UM BILDUNGSGUTSCHEINE
1. Schwarze Gegner und Befürworter der Schulwahlfreiheit: Überblick und Vorstellung der verwendeten Quellen
2. Schwarze Kritik an den staatlichen Schulen: Ungleichheit, Vernachlässigung, Inkompetenz, Rassismus
3. Qualität vor Integration: Schwarze Kritik am Brown-Urteil und der Desegregationspolitik
4. School Choice als Befreiungskampf: Selbstbestimmung, Afrozentrismus und Black Power
5. Zusammenfassung: Chancengleichheit aus afro-amerikanischer Sicht
V. CHANCENGLEICHHEIT DURCH SCHULWAHLFREIHEIT? DISKUSSION UND KRITIK
1. Das Problem der Nichtbewerber
2. Das Problem von Angebot und Nachfrage
3. Das Problem der Messbarkeit der Auswirkungen
VI. FAZIT UND AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Argumente und politischen Zielvorstellungen, mit denen Afro-Amerikaner für die Einführung von staatlichen Bildungsgutscheinen plädieren, und analysiert, inwiefern sich dieser Diskurs von dem weißer Befürworter unterscheidet.
I. EINLEITUNG
Am 27. Mai 2004 konnte die National Association for the Advancement of Colored People (NAACP), die älteste und bedeutendste Bürgerrechtsorganisation der USA, das fünfzigste Jubiläum ihres größten historischen Erfolges feiern: Mit dem Epoche machenden Urteil im Fall Brown vs. Board of Education hatte der U.S. Supreme Court 1954 einstimmig die seit Jahrzehnten praktizierte Rassentrennung an Amerikas Schulen mit der Begründung „that separate facilities are inherently unequal“ für verfassungswidrig erklärt, nachdem die Anwälte der NAACP unter Federführung des späteren ersten schwarzen Verfassungsrichters Thurgood Marshall in jahrelangem Einsatz mehrere Fälle bis vor das Oberste Bundesgericht gebracht hatten.
Die Tatsache, dass in den Südstaaten der USA schwarze und weiße Kinder zwangsweise getrennt voneinander lernen müssten, führe bei den Schülern der ethnischen Minderheit selbst bei identischer Ausstattung der Schulen schon in frühem Entwicklungsstadium unweigerlich zu Stigmatisierung und Minderwertigkeitsgefühlen, was eine systematische Verletzung der konstitutionellen Gleichheitsgarantie im Sinne des 14. Verfassungszusatzes darstelle, lautete die Argumentation der NAACP-Anwälte, der die Richter in ihrer Urteilsbegründung folgten. Zwar dauerte es noch mehrere Jahre, bevor mit der Desegregation der Schulen ernsthaft begonnen wurde, doch gilt die richterliche Entscheidung im Fall Brown und der damit verbundene Paradigmenwechsel auf dem Gebiet der Rassenbeziehungen in den USA zu Recht als Auftakt zu den Kämpfen der Bürgerrechtsbewegung um rechtliche Gleichstellung, gesellschaftliche Emanzipation und kulturelle Affirmation der schwarzen Amerikaner.
I EINLEITUNG: Einführung in die historische Bedeutung des Brown-Urteils und Skizzierung des Forschungsinteresses an Bildungsgutscheinen aus afro-amerikanischer Perspektive.
II. STILL SEPARATE, STILL UNEQUAL: AFRO-AMERIKANISCHE SCHÜLER IN DEN INNENSTÄDTEN DER USA: Bestandsaufnahme der defizitären Lernbedingungen und strukturellen Ungleichheiten an innerstädtischen Schulen.
III. SCHOOL CHOICE UND SCHOOL VOUCHERS: GENEALOGIE UND PRAXIS EINER REFORMBEWEGUNG: Darstellung der historischen Entwicklung und der theoretischen Grundlagen der Schulwahl- und Bildungsgutscheinbewegung in den USA.
IV. “THE CONTINUING STRUGGLE AGAINST UNEQUAL OPPORTUNITY”: DIE AFRO-AMERIKANISCHE DEBATTE UM BILDUNGSGUTSCHEINE: Analyse der schwarzen Argumentation, die Bildungsgutscheine als Instrument für Selbstbestimmung und Empowerment interpretiert.
V. CHANCENGLEICHHEIT DURCH SCHULWAHLFREIHEIT? DISKUSSION UND KRITIK: Kritische Diskussion der Herausforderungen und empirischen Ambivalenzen bei der Umsetzung von Bildungsgutscheinprogrammen.
VI. FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige bildungspolitische Bedeutung von Schulwahlstrategien.
School Choice, Bildungsgutscheine, Chancengleichheit, Afro-Amerikaner, Schulverwaltung, Desegregation, Rassentrennung, Empowerment, Bildungsgerechtigkeit, Black Nationalism, Public Education, Privatschulen, Schulfinanzierung, soziale Gerechtigkeit, Innenstadtbezirke.
Die Arbeit untersucht die Debatte um staatliche Bildungsgutscheine aus der spezifischen Perspektive afro-amerikanischer Eltern und Aktivisten.
Dazu gehören die Analyse der strukturellen Ungleichheit im US-Schulsystem, die Geschichte der Desegregation, die Marktdiskurse zu Bildungsgutscheinen sowie die afro-amerikanische Kritik am Status quo.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und warum Afro-Amerikaner Bildungsgutscheine als emanzipatorisches Instrument für soziale Gerechtigkeit und kulturelle Identität wahrnehmen.
Es wurde eine systematische Quellenanalyse durchgeführt, die Zeitungsanzeigen, Reden, Monographien und aktuelle Studien aus dem Zeitraum 1990 bis 2004 auswertet.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Gutscheinbewegung, die afro-amerikanische Argumentationsweise (vom Gerechtigkeitsdiskurs bis zum Black Nationalism) und die praktische Umsetzung der Programme.
Schlüsselbegriffe sind vor allem Chancengleichheit, School Choice, Empowerment, strukturelle Segregation und die Transformation der Bürgerrechtsdebatte.
Kritiker führen an, dass die zwangsweise Integration oft zu psychischer Belastung der Kinder führte und die gewachsenen sozialen Strukturen der schwarzen Gemeinschaft zerstörte, ohne die Qualität der Bildung signifikant zu verbessern.
Während bei weißen Marktorientierten Effizienz und Wettbewerb im Vordergrund stehen, fungieren diese bei schwarzen Befürwortern primär als Instrumente zur Erreichung von Verteilungsgerechtigkeit und kultureller Selbstbestimmung.
Sie werden oft als positive Beispiele für ein diszipliniertes, förderndes Umfeld genannt, das afro-amerikanischen Kindern bessere Lernerfolge ermöglicht, unabhängig von deren religiösem Hintergrund.
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