Diplomarbeit, 2005
60 Seiten, Note: 1,7
1. Thema der Arbeit
2. Finanzielle Vermögensgegenstände und finanzielle Risiken
2.1. Anwendungsbereiche des IAS 39
2.2. Definition Finanzinstrument
2.2.1. Kategorien finanzieller Vermögensgegenstände
2.2.1.1. Held for trading
2.2.1.2. Held to maturity
2.2.1.3. Loans and receivables
2.2.1.4. Available for sale
2.2.2. Finanzielle Risiken i.S.d. IAS 32
2.2.2.1. Marktrisiken
2.2.2.2. Adressenrisiko
2.2.2.3. Zinsänderungsrisiko
2.2.2.4. Liquiditätsrisiko
3. Hedge accounting
3.1. Definition und Zielsetzung
3.2. Methoden des hedging
3.2.1. Optionen
3.2.2. Forwards
3.2.3. Swaps
3.2.3.1. Zinsswaps
3.2.3.2. Währungsswaps
3.2.3.3. Credit default Swaps
3.3. Sicherungsbeziehungen i.S.d. IAS/ IFRS
3.3.1. Qualifizierende Instrumente
3.3.2. Designationen von Sicherungsinstrumenten
3.3.3. Qualifizierende Grundgeschäfte
3.4. Portfolio hedging
3.5. Arten des hedge accounting
3.5.1. Fair value hedge
3.5.2. Cashflow hedge
3.5.3. Hedge of net investment
4. Embedded derivatives
4.1. Definition und Bilanzansatz
4.2. Reverse convertible Bond
4.3. Callable Bond
4.4. Credit linked note
4.5. weitere Beispiele
5. Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die komplexen Bilanzierungsvorschriften für Finanzinstrumente gemäß IAS 39 mit Fokus auf die Themen Hedge Accounting und Embedded Derivatives. Ziel ist es, die methodischen Anforderungen für Unternehmen – insbesondere Kreditinstitute – darzustellen und anhand von Praxisbeispielen die Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung sowie Strategien zum Risikomanagement zu erläutern.
3.1. Definition und Zielsetzung
Wörtlich übersetzt bedeutet hedging „Absicherung“. Damit ist gemeint, dass sich Unternehmen gegen aus Marktpreisrisiken resultierende Veränderungen durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften absichern. Unter hedge accounting ist die bilanzielle Behandlung von Sicherungsgeschäften, welche in Unternehmen (insb. Banken) auch zum strategischen Risikomanagement eingesetzt werden (vgl.: Pirchegger 2004: 2), zu verstehen.
Die Intention des hedge accounting liegt darin, die Volatilität der GuV über mehrere Perioden hinweg zu glätten, indem die gegenläufigen Bewegungen des Ergebnisbeitrages von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument in derselben Periode berücksichtigt werden. Bei einer Bilanzierung nach HGB würden sich Ungleichgewichte ergeben, z.B. wenn put- Optionen auf Aktien zur Sicherung gegen das Aktienkurrisiko gekauft werden, die Aktien im Umlaufvermögen befindlich und damit abzuschreiben wären (vgl. Baetge 1991: 183), wenn es dann tatsächlich zu fallenden Kursen kommen würde. Die Aktien müssten aufgrund des strengen Niederstwertprinzips (vgl. § 253 Abs. 2 Satz 3 2. Halbsatz HGB), welches für das Umlaufvermögen gilt, abgeschrieben werden, die put- Optionen, deren fair value gestiegen ist, dürfen aber maximal zu Anschaffungskosten bewertet werden (vgl. Baetge 1991: 37). Dies führt in der aktuellen Periode zu einem abschreibungsbedingten Verlust und in der Folgeperiode bei Fälligkeit oder Verkauf der Optionen zu einem Ertrag durch realisierte Kursgewinne.
Die Intention des hedge accounting ist es, die Erfolge von Absicherungsgeschäft und abgesichertem Geschäft periodengerecht (beide in derselben Periode) darzustellen.
1. Thema der Arbeit: Einführung in die Verpflichtung zur Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS) für EU-Unternehmen und die Komplexität des Standards IAS 39.
2. Finanzielle Vermögensgegenstände und finanzielle Risiken: Systematische Einordnung der Kategorien von Finanzinstrumenten sowie Definition der relevanten finanziellen Marktrisiken.
3. Hedge accounting: Erläuterung der Methoden zur Glättung der GuV-Volatilität sowie der Anforderungen an Sicherungsbeziehungen und Portfolio-Absicherung.
4. Embedded derivatives: Analyse der Bilanzierung eingebetteter Derivate in strukturierten Produkten, illustriert an Beispielen wie Reverse Convertible Bonds oder Credit Linked Notes.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Kritische Würdigung der praktischen Umsetzung des IAS 39 und Ausblick auf zukünftige Modifikationen im Bereich der Portfolio-Absicherung.
IAS 39, Hedge Accounting, Finanzinstrumente, Embedded Derivatives, Fair Value, Cashflow Hedge, Zinsänderungsrisiko, Marktpreisrisiko, Bilanzierung, Kreditinstitute, Derivate, Portfolio Hedging, Risikoübertragung, Finanzberichterstattung, Unternehmenssteuerung
Die Diplomarbeit befasst sich mit der bilanziellen Behandlung von Finanzinstrumenten nach dem Standard IAS 39, mit einem spezifischen Fokus auf Sicherungsgeschäfte (Hedge Accounting) und eingebettete Derivate (Embedded Derivatives).
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Finanzinstrumenten, den Kategorien ihrer Bewertung, den verschiedenen Methoden des Hedgings zur Volatilitätsglättung sowie der komplexen Abbildung strukturierter Finanzprodukte in der Bilanz.
Das Ziel ist es, die theoretischen Anforderungen des IAS 39 aufzuzeigen und insbesondere die Auswirkungen auf das Aktiv-Passivmanagement von Kreditinstituten sowie die Praxis der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen zu beleuchten.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Standard IAS 39, unterstützt durch praxisnahe Beispiele, Marktanalysen und Finanzdaten, um die bilanziellen Auswirkungen zu verdeutlichen.
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen der Finanzinstrumente und Risiken erläutert, gefolgt von einer detaillierten Untersuchung des Hedge Accounting und einer anschließenden Analyse von Embedded Derivatives in strukturierten Finanzprodukten.
Die zentralen Begriffe sind IAS 39, Hedge Accounting, Embedded Derivatives, Fair Value, Finanzrisiken, Zinsänderungsrisiko und Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen.
Die Bilanzierung hängt davon ab, ob das Produkt zum Fair Value bewertet wird. Bei wirtschaftlicher Verbundenheit ist ein gemeinsamer Bilanzansatz möglich; andernfalls ist eine getrennte Bilanzierung von Basisvertrag (Host Contract) und Derivat erforderlich.
Die Arbeit identifiziert, dass die strengen Anforderungen an die Wirksamkeit von Sicherungsbeziehungen gemäß IAS 39 oft im Widerspruch zum traditionellen Aktiv-Passivmanagement der Kreditinstitute stehen, was zu kostenträchtigen Anpassungen führen kann.
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