Magisterarbeit, 2005
205 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Fragestellung
1.2. Vorgehensweise
2. Terminologie
2.1. Definition des Begriffs „Kriegsberichterstattung“
2.2. Relevanzkriterien der Kriegsberichterstattung
2.3. Qualität in der Kriegsberichterstattung
2.4. Definition des Begriffs „Objektivität“
2.5. Definition des Begriffs „Zensur“
3. Historiographie der Kriegsberichterstattung
3.1. Anfänge der Kriegsberichterstattung
3.2. Der Krim-Krieg – der „erste Pressekrieg“
3.3. Der amerikanische Sezessionskrieg
3.4. Das „Goldene Zeitalter“ der Kriegsberichterstattung
3.5. Kriegsberichterstattung im Ersten Weltkrieg
3.6. Kriegsberichterstattung im Zweiten Weltkrieg
3.7. Vietnam – der „erste Fernsehkrieg“
3.8. Falkland-Krieg, Grenada-Invasion und Panama-Konflikt
3.9. Golfkrieg 1991 – der „erste Live-Krieg“
3.10. Kriegsberichterstattung im Irak-Krieg 2003
3.11. Krieg und Medien – eine Symbiose
3.12. Friedensjournalismus als Alternative zum Kriegsjournalismus
4. Das Konzept des „Embedded journalism“ im Irak-Krieg 2003
4.1. Definition des Begriffs embedded journalism
4.2. Merkmale des embedded journalism
4.2.1. Prozess der Einbettung
4.2.2. Rechte und Pflichten von embedded journalists
4.2.3. Informationsbeschaffung von embedded journalists
4.3. Ursprung und Hintergründe des Konzepts embedded journalism
4.3.1. Vorläufer von embedded journalists
4.3.2. Prozess und Gründe der Entstehung von embedding
4.4. Ziele von embedding
4.5. Bedeutung von embedded journalists in der Irak-Berichterstattung
4.6. Rezeption der Berichterstattung von embedded journalists
4.7. Probleme des embedded journalism
4.7.1. Sicherheit der Journalisten
4.7.2. Unterschiedliche Behandlung von Journalisten
4.7.3. Distanzverlust
4.7.4. Restriktionen
4.7.5. Fehlender Überblick
4.8. Nutzen des embedded journalism
4.9. Reality-War-TV
4.10. Schlussfolgerungen für die empirischen Analysen
5. Methodik der empirischen Analysen
5.1. Befragung von embedded journalists
5.1.1. Auswahl der Stichprobe
5.1.2. Auswahl der Befragungsmethode
5.1.3. Konzeption des Fragebogens
5.1.4. Durchführung der Befragung
5.1.5. Auswertung der Befragung
5.2. Befragung von Rezipienten
5.2.1. Auswahl der Stichprobe
5.2.2. Auswahl der Befragungsmethode
5.2.3. Konzeption des Fragebogens
5.2.4. Durchführung der Befragung
5.2.5. Auswertung der Befragung
6. Präsentation der Ergebnisse
6.1. Ergebnisse der Befragung von embedded journalists
6.1.1. Informationsbeschaffung der embedded journalists
6.1.2. Freiheit der Berichterstattung der embedded journalists
6.1.3. Einhaltung journalistischer Standards
6.1.4. Vor- und Nachteile von embedding
6.1.5. Friedensjournalistischer Beitrag der eingebetteten Journalisten
6.1.6. Zukunftspotential von embedded journalism
6.2. Ergebnisse der Befragung von Rezipienten
6.2.1. Mediennutzung während des Irak-Krieges 2003
6.2.2. Kenntnis des Konzepts embedded journalism
6.2.3. Freiheit und Unabhängigkeit der Berichterstattung von embeds
6.2.4. Informationsgewinn und Glaubwürdigkeit der Berichterstattung
6.2.5. Vermittlung der Kriegsrealität durch eingebettete Journalisten
6.2.6. Friedensjournalistischer Beitrag der eingebetteten Journalisten
6.2.7. Zukunftspotential von embedded journalism
7. Diskussion der Ergebnisse
7.1. Erfolg von embedding aus Sicht von eingebetteten Journalisten
7.1.1. Informationsbeschaffung der embedded journalists
7.1.2. Freiheit der Berichterstattung der embedded journalists
7.1.3. Einhaltung journalistischer Standards
7.1.4. Friedensjournalistischer Beitrag der eingebetteten Journalisten
7.1.5. Zukunftspotential von embedded journalism
7.1.6. Erfolgsbewertung aus Sicht von embedded journalists
7.2. Erfolg von embedding aus Sicht von Rezipienten
7.2.1. Freiheit und Unabhängigkeit der Berichterstattung von embeds
7.2.2. Informationsgewinn und Glaubwürdigkeit der Berichterstattung
7.2.3. Vermittlung der Kriegsrealität durch eingebettete Journalisten
7.2.4. Friedensjournalistischer Beitrag der eingebetteten Journalisten
7.2.5. Zukunftspotential von embedded journalism
7.2.6. Erfolgsbewertung aus Sicht von Rezipienten
8. Fazit
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, das Konzept des "embedded journalism" im Rahmen des Irak-Krieges 2003 zu analysieren. Dabei wird untersucht, ob sich diese Medienstrategie als Erfolg für das US-Militär, die Journalisten und die Rezipienten werten lässt. Hierzu werden sowohl die Arbeitsbedingungen der eingebetteten Journalisten als auch die Wahrnehmung der Berichterstattung durch Rezipienten erforscht.
3.1. Anfänge der Kriegsberichterstattung
Berichte aus Kriegen existieren seit die Menschen Kriege führen. In der Antike berichteten meist Feldherrn, heimkehrende Soldaten und Chronisten über ihre Erlebnisse aus den Kriegen. So gilt Alexander der Große als Schöpfer der ersten Kriegsberichterstattereinheit. Er führte bei seinen Feldzügen Schreiber mit, die über seine Kriegserfolge berichteten und die Berichte nach Makedonien an den Hof überbrachten, um sie dort zu vervielfältigen und in der Bevölkerung zu verbreiten.
Sein Ruf als erfolgreicher Feldherr eilte ihm daher voraus und brachte ihm großen Zulauf von kampfbereiten Männern zu seiner Armee (vgl. Kunczik 1995: 87-103; Dominikowski 1993: 33-37). Weitere Beispiele für Berichte über Kriege in der Antike liefern die Historiker Herodot, Thukydides und Xenophon. Herodot berichtete in seinem Geschichtswerk Historien über die Perserkriege zu Beginn des 5. Jahrhunderts v. Chr. und Thukydides, der als der bedeutendste Geschichtsschreiber der Antike gilt, gelangte durch sein Werk Der Peloponnesische Krieg zu großer Berühmtheit (vgl. Wikipedia 2004a).
Der Athener Xenophon begleitete als Offizier den Zug der Zehntausend im Kampf gegen den persischen König Artaxerxes II. und schrieb in seinem Werk Anabasis seine Kriegserlebnisse nieder (vgl. Foggensteiner 1993: 29-45). Im Gegensatz zu den meist künstlerischen und rhetorischen Epen der Geschichtsschreiber verfasste Julius Cäsar sein Werk Commentarii belli Galici über seinen Feldzug gegen Gallien sehr tatsachenorientiert, so dass man der Schrift nicht nur historische, sondern auch genaue geografische Fakten entnehmen kann. Cäsar verfasste das Werk jedoch mit dem Ziel, seinen Feldzug zu rechtfertigen und sich als ruhmreicher Feldherr für den weiteren Aufstieg in der römischen Politik zu qualifizieren (vgl. Wikipedia 2004b).
1. Einleitung: Vorstellung der Problematik des "embedded journalism" und der zentralen Forschungsfragen sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2. Terminologie: Definition grundlegender Begriffe wie Kriegsberichterstattung, Qualität, Objektivität und Zensur für den Kontext dieser Untersuchung.
3. Historiographie der Kriegsberichterstattung: Historischer Abriss der Entwicklung der Berichterstattung von der Antike bis zum Irak-Krieg 2003, fokussiert auf das Verhältnis von Militär und Medien.
4. Das Konzept des „Embedded journalism“ im Irak-Krieg 2003: Detaillierte Analyse der Strategie, Ziele, Merkmale und Probleme des "embedding" im speziellen Kontext des Irak-Krieges.
5. Methodik der empirischen Analysen: Erläuterung der Auswahl der Stichproben, Befragungsmethoden und der Konzeption der Fragebögen für die zwei empirischen Teilanalysen.
6. Präsentation der Ergebnisse: Darstellung der gesammelten Daten aus der Befragung der eingebetteten Journalisten und der Rezipientenbefragung.
7. Diskussion der Ergebnisse: Synthese und Interpretation der empirischen Befunde unter Berücksichtigung der in der Einleitung aufgestellten Kriterien für einen Erfolg.
8. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Berichterstattung in Konfliktgebieten.
Embedded Journalism, Kriegsberichterstattung, Irak-Krieg 2003, Militärzensur, Medienstrategie, Pentagon, Objektivität, Friedensjournalismus, Unilaterals, Medienkontrolle, Konfliktberichterstattung, Propaganda, Echtzeitberichterstattung, Rezipientenbefragung, Journalistische Standards.
Die Arbeit analysiert das Konzept des "Embedded Journalism", bei dem Journalisten direkt in militärische Einheiten integriert werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung, ob dieses Konzept im Irak-Krieg 2003 als Erfolg für Militär, Journalismus und die Öffentlichkeit gewertet werden kann.
Die Arbeit beleuchtet die historische Entwicklung der Kriegsberichterstattung, die Definition von Qualitätsstandards im Journalismus, das Verhältnis von Militär und Medien sowie die spezifische Rolle und Rezeption des "embedded journalism" im Irak-Konflikt.
Das Ziel ist zu klären, ob der "embedded journalism" aus Sicht der beteiligten Journalisten sowie der Rezipienten als erfolgreiche Strategie für die Berichterstattung über Konflikte betrachtet werden kann.
Die Arbeit gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Begriffsdefinition und Historiographie sowie einen empirischen Teil, der durch qualitative Befragungen von Journalisten und eine quantitative Studie unter Studierenden der Medienwissenschaften und Journalistik durchgeführt wurde.
Der Hauptteil analysiert die Entstehungsgründe, Merkmale und Ziele des Konzepts "embedding", erörtert Probleme wie Distanzverlust und Zensur und evaluiert die empirischen Ergebnisse hinsichtlich des Erfolgs der Strategie.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie "Embedded Journalism", "Kriegsberichterstattung", "Medienkontrolle", "Objektivität" und "Propaganda" geprägt.
Die befragten Journalisten schätzten den Zugang zum Kampfgeschehen als enormen Fortschritt ein. Sie berichteten zwar von Problemen wie dem Distanzverlust, empfanden ihre Arbeit jedoch überwiegend als frei von Zensur durch das Militär.
Die Studierenden beurteilten das Konzept des "embedded journalism" als wenig erfolgreich und skeptisch. Sie befürchteten eine Verzerrung der Kriegsrealität und einseitige Berichterstattung und präferierten unabhängige Reporter gegenüber "embeds".
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