Diplomarbeit, 1997
74 Seiten, Note: 2,3 (gut)
1. Problemstellung
2. Rechtliche Rahmenbedingungen für die Einführung des Euro
2.1. Vertrag vom Maastricht
2.2. Vorbereitungsverordnung der EU nach Art. 235 EG-Vertrag
2.3. Entwurf einer Einführungsverordnung der EU nach Art. 109 l EGV
3. Die Auswirkungen der Stichtage auf die Bilanzierung
3.1. Drei-Stufen-Regelung
3.2. Drei-Phasen-Regelung
4. Die Auswirkungen auf den Jahresabschluß
4.1. Die Umrechnung der DM auf den Euro
4.1.1. Technik der Umstellung
4.1.2. Zeitpunkt der Umstellung
4.2. Die Umrechnung der anderen Teilnehmerwährungen auf den Euro
4.3. Die Umrechnung der Nicht-Teilnehmerwährungen auf den Euro
5. Bilanzielle Konsequenzen der Umrechnung
5.1. Die Behandlung von Umrechnungsgewinnen und -verlusten
5.1.1. Realisation von Erfolgsbeiträgen
5.1.1.1. Theoretische Grundlagen
5.1.1.2. Anwendbarkeit auf die Euro-Umstellung
5.1.2. Zeitpunkt der Realisation
5.1.2.1. Realisation zum 31. Dezember 1998
5.1.2.2. Realisation zum 1. Januar 1999
5.1.2.3. Zusammenfassung
5.2. Die Behandlung von Devisenkontrakten
5.2.1. Absicherung von Bilanzposten
5.2.2. Spekulationskontrakte
5.2.3. Antizipatorische Sicherungsgeschäfte
6. Die bilanzielle Behandlung von Euro-Umstellungskosten
6.1. Erfassung als Aufwand bei der Entstehung
6.1.1. Theoretische Grundlagen
6.1.2. Anwendbarkeit auf die Euro-Umstellung
6.2. Aktivierung als Bilanzierungshilfe
6.2.1. Theoretische Grundlagen
6.2.2. Anwendbarkeit auf die Euro-Umstellung
6.3. Rückstellungsbildung
6.3.1. Theoretische Grundlagen
6.3.1.1. Rückstellungskriterien
6.3.1.2. Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten
6.3.1.3. Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften
6.3.1.4. Rückstellungen für Gewährleistungen ohne rechtliche Verpflichtung
6.3.1.5. Aufwandsrückstellungen
6.3.1.6. Andere Rückstellungen
6.3.2. Anwendbarkeit auf die Euro-Umstellung
6.3.2.1. Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten
6.3.2.2. Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften
6.3.2.3. Rückstellungen für Gewährleistungen ohne rechtliche Verpflichtung
6.3.2.4. Aufwandsrückstellungen
7. Thesenförmige Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die handelsrechtlichen Auswirkungen der Einführung des Euro auf die Bilanzierung von Unternehmen in Deutschland, insbesondere im Hinblick auf Umrechnungsfragen, die Behandlung von Umrechnungsgewinnen und -verlusten sowie den Umgang mit Euro-Umstellungskosten.
4.1.1. Technik der Umstellung
Die Einführung des Euro als Buchgeld in Deutschland, ab dem 1. Januar 1999, wird nicht nur aufgrund der Möglichkeit zur Änderung der Berichtswährung Auswirkungen auf den Jahresabschluß haben. Doch schon diese Umstellung auf den Euro wird verschiedene Anforderungen an die Bilanzierung der Unternehmen und deren Abschlußprüfer stellen.
Um den Unternehmen in Deutschland diese Möglichkeit der Umstellung zu geben, bedarf es unter anderem einer Gesetzesänderung des § 244 HGB, da nach diesem der „… Jahresabschluß … in … Deutscher Mark aufzustellen …“ ist. Diese Rechtsnormänderung zur Möglichkeit der ausschließlichen Erstellung der Jahresabschlüsse in Euro ist bereits im Gesetzentwurf der Bundesregierung mit dem Stand vom 26. September 1997 vorgesehen. Es ergibt sich ein echtes Wahlrecht, „… welches sich von § 328 Abs. 4 HGB unterscheidet, der bereits heute neben der DM eine zusätzliche Angabe der Jahresabschlußzahlen in ECU erlaubt.“
Die Umstellung der Deutschen Mark auf den Euro ist nicht vergleichbar mit der Währungsreform in Deutschland im Jahre 1948 oder der Einführung der Deutschen Mark in den neuen deutschen Bundesländern in 1990. Hier waren jeweils Neubewertungen der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden mit einer neuen Währung nötig. Anderenfalls hätten die Aktiva und Passiva der vorhergehenden Jahresabschlüsse nicht übernommen werden können.
Eine Änderung der Berichtswährung auf den Euro verlangt keine Neubewertung der Aktiva und Passiva, sondern eine reine Umrechnung auf eine neue Währung. Diese „… lineare Transformation …“ erfolgt durch Division der bisherigen Werte durch eine Konstante, den unwiderruflich festgelegten Umrechnungskurs zur Deutschen Mark. Ebenso sind die historischen Vergleichszahlen und Angaben im Anhang und Lagebericht zu behandeln.
1. Problemstellung: Einleitung in die wirtschaftspolitische Relevanz der Euro-Einführung und Abgrenzung der behandelten handelsrechtlichen Fragestellungen.
2. Rechtliche Rahmenbedingungen für die Einführung des Euro: Darstellung der vertraglichen Basis durch den EU-Vertrag sowie der relevanten Verordnungen auf europäischer Ebene.
3. Die Auswirkungen der Stichtage auf die Bilanzierung: Analyse der zeitlichen Phasen der Wirtschafts- und Währungsunion und deren Bedeutung für die Bilanzpraxis.
4. Die Auswirkungen auf den Jahresabschluß: Erläuterung der technischen Umrechnung von Währungsbeträgen und der Wahlmöglichkeiten beim Zeitpunkt der Umstellung.
5. Bilanzielle Konsequenzen der Umrechnung: Untersuchung der Behandlung von Kursdifferenzen sowie der bilanzrechtlichen Einordnung von Devisenkontrakten.
6. Die bilanzielle Behandlung von Euro-Umstellungskosten: Diskussion der Erfassung von Kosten als Aufwand, deren Aktivierung als Bilanzierungshilfe und der Bildung von Rückstellungen.
7. Thesenförmige Zusammenfassung: Kompakte Darstellung der zentralen Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für Unternehmen.
Euro, Bilanzierung, Währungsumstellung, Jahresabschluß, Umrechnungsgewinn, Umrechnungsverlust, Rückstellung, Umstellungskosten, Devisenkontrakte, Handelsbilanz, EG-Vertrag, Währungsunion, Berichtswährung, Realisationsprinzip, Umrechnungskurs.
Die Arbeit behandelt die handelsrechtlichen Implikationen und Probleme, die durch die Einführung des Euro für die Bilanzierung von Unternehmen in Deutschland entstehen.
Im Fokus stehen die rechtlichen Grundlagen der Währungsumstellung, die Technik der Währungsumrechnung, die bilanziellen Konsequenzen bei Fremdwährungsgeschäften sowie die bilanzielle Behandlung von Umstellungskosten.
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Unternehmen die Kosten der Umstellung den jeweiligen Perioden zurechnen können und welche bilanzrechtlichen Lösungen für die Probleme der Euro-Umstellung bestehen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse handelsrechtlicher Vorschriften, Gesetzentwürfe und der relevanten Fachliteratur unter Einbeziehung europäischer Verordnungen.
Der Hauptteil befasst sich mit der technischen Umrechnung von Bilanzposten, der Behandlung von Umrechnungsgewinnen und -verlusten, der Rolle von Devisenkontrakten zur Absicherung und den Möglichkeiten der Rückstellungsbildung für Umstellungskosten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Euro-Einführung, Bilanzierung, Währungsumrechnung, Rückstellungsbildung und handelsrechtliche Bilanzierungshilfen charakterisieren.
Nein, laut Arbeit erfordert eine Änderung der Berichtswährung auf den Euro keine Neubewertung, sondern lediglich eine reine Umrechnung der bestehenden Werte durch Division mit dem festgelegten Umrechnungskurs.
Problematisch ist vor allem das Erfordernis einer hinreichenden Konkretisierung und der Nachweis einer Innenverpflichtung, da die Umstellungskosten oft als Aufwand der laufenden Geschäftstätigkeit eingestuft werden.
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