Diplomarbeit, 2005
86 Seiten, Note: Gut
1. EINFÜHRUNG IN DIE PROBLEMDARSTELLUNG
2. ERZIEHUNG
2.1. Bilder der Erziehung
2.2. Merkmale der Erziehung
2.3. Autorität in der Erziehung
2.4. Erziehung und Bildung
3. SITUATION IM ITALIEN DES 19. JAHRHUNDERTS
3.1. Wirtschaftliche Situation
3.2. Politische Situation
3.3. Soziale Situation
4. ZUR PERSON GIOVANNI MELCHIOR BOSCO
4.1. Kindheit
4.2. Der Berufungstraum
4.3. Jugend und Studium
4.4. Das Tätigkeitsfeld Don Boscos nach der Priesterweihe
4.5. Selig-und Heiligsprechung Don Boscos
5. DAS WIRKEN DON BOSCOS
5.1. Die Gründung des Jugendwerkes
5.2. Das Wanderoratorium (1845/46)
5.2.1. Beispiel für einen Lehrvertrag
5.3. Gründung der Salesianischen Kongregation
5.3.1. Die Laienmitarbeiter (Vereinigung der Salesianischen Mitarbeiter)
5.3.2. Die Gründung der Don Bosco Schwestern
5.4. Der Missionsgedanke
6. DIE PÄDAGOGIK DON BOSCOS
6.1. Geschichtliches zum Präventivgedanken
6.2. Prävention bei Don Bosco
6.3. Das „Präventivsystem“ als Pädagogik der Vorsorge
6.4. Der Rombrief
6.5. Die Persönlichkeit des Erziehers
6.6. Familiarität
6.6.1. Strafen
6.7. Bewertung der Arbeit Don Boscos zu seiner Zeit
6.8. Adolph Kolping
6.8.1. Solidarität im Leben Adolph Kolpings
6.8.2. Sein Programm
6.9. Vergleich der Arbeit Don Boscos und Kolpings
7. KONZEPTENTWICKLUNG ZUR BETREUUNG EINER JUGENDGRUPPE NACH DEM VORBILD DON BOSCOS
7.1. Ausgangssituation/Rahmenbedingungen
7.2. Vorgehensweise
7.3. Pädagogische Prinzipien und Ziele
7.3.1. Hilfe zur Selbsthilfe (Subsidiaritätsprinzip)
7.3.2. Ganzheitliche Förderung
7.3.3. Salesianischer Stil der Jugendhilfe
7.3.4. Gemeinschaft
7.4. Zielgruppe
7.5. Arbeitsstruktur
7.5.1. Arbeit mit Kindern
7.5.2. Freizeitarbeit und Kinderbegegnung
7.5.3. Kulturarbeit
7.5.4. Arbeit mit Migranten
7.5.5. Suchtprophylaxe
7.5.6. Jugendarbeit
7.5.7. Freizeitarbeit und Jugendbegegnung
8. AKTUALITÄT DON BOSCOS
Die Arbeit untersucht, ob das von Don Bosco begründete Präventivsystem angesichts des historischen Wandels und veränderter Lebensbedingungen heutiger Jugendlicher noch zeitgemäß und wirksam ist. Dabei wird die theoretische Herleitung des Präventivgedankens mit praktischen Ansätzen zur modernen Jugendarbeit verknüpft, um ein an Don Bosco orientiertes Konzept für die Betreuung benachteiligter Jugendgruppen zu entwickeln.
4.2. Der Berufungstraum
„In diesem Alter hatte ich einen Traum, der mir das ganze Leben tief eingeprägt bleiben sollte. Es schien mir im Schlaf, als sei ich nahe bei meinem Elternhaus auf einem sehr weiten Spielhof. Es war eine große Menge an Buben beisammen und vergnügte sich. Einige lachten, andere spielten, nicht wenige aber fluchten. Als ich sie fluchen hörte, stürzte ich mich unter sie und wollte sie durch Schreie und Hiebe zum Schweigen bringen.
Da erschien ein vornehm gekleideter Mann im besten Alter, der etwas Erhabenes an sich hatte. Er war in einen weißen Mantel gehüllt und sein Gesicht leuchtete so strahlend, dass ich es nicht anschauen konnte. Er rief mich beim Namen und befahl mir, mich an die Spitze der Kinder zu stellen. Er fügte hinzu: „Nicht mit Schlägen, sondern mit Freundlichkeit und Liebe wirst du diese zu Freunden gewinnen. Gehe also sofort daran und sage ihnen, wie hässlich die Sünde und wie schön die Tugend ist.“
1. EINFÜHRUNG IN DIE PROBLEMDARSTELLUNG: Die Autorin hinterfragt die Aktualität des von Don Bosco begründeten Präventivsystems nach 150 Jahren gesellschaftlichen Wandels.
2. ERZIEHUNG: Es werden verschiedene pädagogische Grundbegriffe und Bilder der Erziehung sowie deren Merkmale und der Stellenwert von Autorität und Bildung erläutert.
3. SITUATION IM ITALIEN DES 19. JAHRHUNDERTS: Eine Analyse der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Rahmenbedingungen, die das Umfeld und die Herausforderungen von Don Boscos Wirken maßgeblich prägten.
4. ZUR PERSON GIOVANNI MELCHIOR BOSCO: Biografische Darstellung von Don Boscos Kindheit, Jugend, Ausbildung sowie seiner Priesterwerdung und seines frühen Wirkens.
5. DAS WIRKEN DON BOSCOS: Beschreibung der Gründung seines Jugendwerkes, des Oratoriums, der Salesianischen Kongregation sowie der Entwicklung des Missionsgedankens.
6. DIE PÄDAGOGIK DON BOSCOS: Detaillierte Untersuchung des Präventivsystems, inklusive dessen Prinzipien wie Familiarität, sowie ein Vergleich mit Adolph Kolpings Arbeit.
7. KONZEPTENTWICKLUNG ZUR BETREUUNG EINER JUGENDGRUPPE NACH DEM VORBILD DON BOSCOS: Übertragung der pädagogischen Ansätze auf ein konkretes, modernes Modellprojekt für benachteiligte Jugendliche in einem urbanen Umfeld.
8. AKTUALITÄT DON BOSCOS: Zusammenfassende Betrachtung der Relevanz von Don Boscos pädagogischen Grundregeln für die heutige Erziehungsarbeit.
Don Bosco, Präventivsystem, Salesianer, Jugendhilfe, Erziehung, Pädagogik, Familiarität, Solidarität, Adolph Kolping, Soziale Frage, Jugendbetreuung, 19. Jahrhundert, Turin, Werte, Vorsorge.
Die Arbeit analysiert Don Boscos pädagogisches Konzept, das sogenannte Präventivsystem, setzt es in den historischen Kontext des 19. Jahrhunderts und prüft dessen Anwendbarkeit auf die moderne Jugendarbeit.
Die Themenfelder umfassen die Biografie Don Boscos, die historische Situation Italiens, die theoretische Fundierung des Präventivsystems sowie die praktische Übertragung dieser Prinzipien auf heutige Jugendgruppen.
Das Ziel ist es, Don Boscos erzieherische Anliegen zu verstehen und zu zeigen, wie seine Prinzipien – wie Herzlichkeit und Prävention – in ein zeitgemäßes Konzept für die Betreuung benachteiligter Jugendlicher umgesetzt werden können.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse historischer und pädagogischer Quellen sowie einer konzeptionellen Transferleistung, bei der pädagogische Prinzipien auf ein theoretisch entworfenes Modellprojekt angewendet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Zeit, eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der Person und Pädagogik Don Boscos sowie einen Vergleich mit dem sozialen Engagement von Adolph Kolping.
Präventivsystem, Familiarität, Jugendarbeit, Salesianer, Erziehung, christliche Werte, Vorbeugung und pädagogische Vorsorge sind die zentralen Begriffe.
Don Bosco setzte im Gegensatz zum repressiven System auf das "prevenire" (Zuvorkommen), basierend auf Freundlichkeit, Liebe und persönlicher Präsenz, statt auf Zwang und körperliche Strafe.
Der Vergleich verdeutlicht, dass trotz ähnlicher christlicher Motivation und einer Zeit des Umbruchs unterschiedliche Zielgruppen (Handwerksgesellen bei Kolping vs. ärmste, gefährdete Jugendliche bei Don Bosco) zu unterschiedlichen pädagogischen Ansätzen führten.
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