Examensarbeit, 2004
92 Seiten, Note: 2,3
1. EINLEITUNG
2. EIGENVERANTWORTLICHES UND FÄCHERÜBERGREIFENDES ARBEITEN
2.1 HISTORISCHE UND KULTURELLE WURZELN
2.2 ZUR NOTWENDIGKEIT DES EIGENVERANTWORTLICHEN UND FÄCHERÜBERGREIFENDEN ARBEITENS
2.2.1 Veränderungen in der kindlichen Lebenswelt
2.2.2 Wirtschaftliche Veränderungen
2.2.3 Funktionswandel der Schulen
2.2.4 Ergebnisse aus internationalen Vergleichsstudien
2.2.5 Lernpsychologische Begründungen
2.2.6 Das neue Schulgesetz Berlin
2.3 ZUR KONZEPTION DES EIGENVERANTWORTLICHEN ARBEITENS (EVA)
2.3.1 Ziele des eigenverantwortlichen Arbeitens
2.3.2 Veränderung der Rahmenbedingungen und Reglungen
2.4 ZUR KONZEPTION DES FÄCHERÜBERGREIFENDEN ARBEITENS
2.4.1 Formen des fächerübergreifenden Arbeitens
2.4.2 Ziele des fächerübergreifenden Arbeitens
2.5 LERNEN AN STATIONEN ALS EINE MÖGLICHKEIT EIGENVERANTWORTLICH UND FÄCHERÜBERGREIFEND ZU ARBEITEN
2.5.1 Organisation
2.5.2 Mögliche Probleme beim „Lernen an Stationen“
3. DAS THEMA „WASSER ALS LEBENSRAUM“ IM NATURWISSENSCHAFTLICHEN UNTERRICHT
3.1 ÜBERLEGUNGEN ZUR VORGEHENSWEISE
3.2 KRITERIEN DER THEMENAUSWAHL
3.3 SACHLICHE GRUNDLAGEN
3.3.1 Allgemeines zum Wasser
3.3.2 Leben im Süßwasser – einige ausgewählte Aspekte
3.3.3 Der Höckerschwan
3.4 RAHMENPLANVORGABEN
3.5 DIDAKTISCHE ÜBERLEGUNGEN
3.6 METHODISCHE ÜBERLEGUNGEN
3.7 VORSTELLUNG EINER MÖGLICHEN UNTERRICHTSEINHEIT
3.7.1 Vorbemerkungen
3.7.2 Lernziele
3.7.3 Einführungsstunden
3.7.4 Die Stationenarbeit „Der Höckerschwan“
3.7.5 Abschlussstunde
4. SCHLUSSBETRACHTUNG
Ziel der Arbeit ist es, die didaktischen Konzepte des eigenverantwortlichen und fächerübergreifenden Arbeitens (EVA) theoretisch zu begründen und deren praktische Umsetzung durch eine Unterrichtseinheit zum Thema „Wasser als Lebensraum“ für die Klassenstufen 5/6 zu demonstrieren, um den Anforderungen an moderne, selbstständige Lernprozesse im naturwissenschaftlichen Unterricht gerecht zu werden.
2.1 Historische und kulturelle Wurzeln
In der gegenwärtigen Bildungsdiskussion tauchen immer wieder Schlagwörter wie Schlüsselqualifikationen, Handlungsorientierung, fächerübergreifendes Lernen, Selbstständigkeit, Eigenverantwortlichkeit etc. auf, um zu verdeutlichen, dass neben dem Fachwissen auch zusätzliche Kompetenzen im Unterricht vermittelt werden müssen. Sind dies aber tatsächlich Ideen und Konzepte aus den letzten Jahren dieses Jahrhunderts, oder sind die als neuartig und zentral ausgegebenen Lernprinzipien doch älterer Natur? Absolut neu sind diese Konzepte natürlich nicht, was deutlich wird, wenn man sich in der konstruktivistischen Didaktik und in postmodernen didaktischen Theorien umsieht. Die Suche nach wissenschaftlich begründeten Antworten auf die Frage, wie Menschen lernen und wie Lernprozesse gefördert werden können, gehört zu den klassischen Anliegen der Pädagogik. So haben sich bereits Plato, Aristoteles und andere Philosophen der Antike damit beschäftigt, „dass sich Menschen handelnd und lernend unter Nutzung ihrer Vernunft ganzheitlich und selbstreflektiert mit sich und der Wirklichkeit auseinandersetzen sollen.“ Auch in den nachfolgenden Jahrhunderten wurden diese Idealvorstellungen immer wieder propagiert und Ideen zur freien Selbstbestimmung und Persönlichkeitsentwicklung durch Bildung wurden laut, bei denen darauf hingewiesen wurde, dass sich der Mensch nur durch „Tätigkeit, Tun und Arbeit entwickelt.“ Für die Klassiker der Pädagogik war es selbstverständlich, dass erfolgreiches Lernen den gleichzeitigen Einsatz von Kopf, Herz und Hand erfordert. Besonders hervorzuheben ist hierbei Johann Amos Comenius (1592 - 1670), der an den Lehrer die Forderung stellte, durch die Berücksichtigung aller Sinne die Stoffvermittlung zu erleichtern. Auch Jean Jacques Rousseau (1712-1778) ist zu nennen, der in seinem Erziehungsroman „Èmile, oder über die Erziehung“ von 1762 zahlreiche Beispiele für handlungsorientierten Unterricht anführte.
Bei weiterer Betrachtung der historischen Vorläufer der oben genannten Schlagwörter fällt auf, dass dabei der Reformpädagogik eine besondere Bedeutung zukommt. In diesem Zusammenhang wird heute häufig von einer „Renaissance der reformpädagogischen Bewegung“ gesprochen.
1. EINLEITUNG: Die Autorin begründet die Notwendigkeit, Unterrichtsmethoden in Richtung eigenverantwortlichen und fächerübergreifenden Lernens zu öffnen, um auf gesellschaftliche Veränderungen und internationale Leistungsstudien zu reagieren.
2. EIGENVERANTWORTLICHES UND FÄCHERÜBERGREIFENDES ARBEITEN: Dieses Kapitel erläutert die historischen Wurzeln und theoretischen Notwendigkeiten für neue Unterrichtsformen, spezifiziert die EVA-Konzeption sowie Konzepte des fächerübergreifenden Arbeitens und führt die Methode „Lernen an Stationen“ ein.
3. DAS THEMA „WASSER ALS LEBENSRAUM“ IM NATURWISSENSCHAFTLICHEN UNTERRICHT: Hier werden die fachlichen Grundlagen zum Thema Wasser und zum Höckerschwan dargelegt sowie didaktische und methodische Analysen präsentiert, die in einer konkreten Unterrichtseinheit am Beispiel des Höckerschwans münden.
4. SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Ergebnisse der Arbeit werden zusammengefasst und die Bedeutung der Förderung von Selbstständigkeit sowie der Lehrerrolle als Lernberatung im modernen Schulalltag bekräftigt.
Eigenverantwortliches Arbeiten, Fächerübergreifendes Lernen, Naturwissenschaftlicher Unterricht, Lernen an Stationen, Höckerschwan, Handlungskompetenz, Reformpädagogik, Methodenkompetenz, Soziale Kompetenz, Personale Kompetenz, Didaktik, Bildungsstandards, Selbstgesteuertes Lernen, Lebensraum Wasser, Unterrichtsgestaltung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Umgestaltung des naturwissenschaftlichen Unterrichts in den Klassenstufen 5/6, wobei das Ziel darin besteht, Lernende durch eigenverantwortliches und fächerübergreifendes Arbeiten besser auf komplexe Anforderungen vorzubereiten.
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Fundierung offener Unterrichtskonzepte (EVA), der Analyse des fächerübergreifenden Lernens sowie der praktischen Umsetzung anhand einer konkreten Unterrichtseinheit zum Thema „Wasser als Lebensraum“.
Das primäre Ziel ist es, den Nutzen und die Notwendigkeit von eigenverantwortlichem und fächerübergreifendem Arbeiten (EVA) darzulegen und praktische Möglichkeiten aufzuzeigen, wie diese Konzepte durch die Methode „Lernen an Stationen“ erfolgreich in den schulischen Unterricht integriert werden können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und didaktischen Reflexion, wobei der Fokus auf der Übertragung reformpädagogischer und erziehungswissenschaftlicher Theorien in konkrete, handlungsorientierte Unterrichtsplanungen liegt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Konzepte von EVA und fächerübergreifendem Arbeiten, gefolgt von einer detaillierten Auseinandersetzung mit dem Thema „Wasser als Lebensraum“, inklusive einer spezifischen Unterrichtseinheit zum Höckerschwan als Anpassungsbeispiel.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Eigenverantwortliches Arbeiten, Fächerübergreifendes Lernen, Handlungskompetenz, Lernstationen und Anpassungen im Lebensraum Wasser geprägt.
Der Höckerschwan dient als zentrales Beispiel, da er in seinem natürlichen Lebensraum gut beobachtbar ist, vielfältige biologische Anpassungen an das Wasser (z.B. Schwimmfüße, Bürzeldrüse) anschaulich aufweist und in der Lebenswelt der Schüler (durch Märchen, Naturerfahrungen) bereits verankert ist.
Durch die Möglichkeit, eigenes Lerntempo und Reihenfolge selbst zu bestimmen sowie Ergebnisse an Kontrollstationen eigenständig zu prüfen, übernehmen die Schüler Verantwortung für ihren Lernfortschritt, was ihre Selbsteinschätzung und ihr Selbstbewusstsein stärkt.
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