Examensarbeit, 2005
81 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Klientelismus aus theoretischer Perspektive
2.1. Ursachen und Folgen des Klientelismus
2.2. Klientelismus bei Wahlen: Der Stimmenkauf
2.3. Der Klientelismus: Eine informelle Institution
2.3. Die „defekte Demokratie“
2.5. Fazit
3. Die Transformation von Klientelismus zur Bürgergesellschaft
3.1. Die Public Choice Theorie
3.2. Klientelismus versus das Konzept der Bürgergesellschaft
3.3. Der Wandel von Klientelismus zur Bürgergesellschaft
3.3.1. Der Moment der Krise
3.3.2. Wandel durch die Zivilgesellschaft
3.4. Fazit
4. Der mexikanische Staat unter 71 Jahren PRI- Herrschaft (1929-2000)
4.1. Das politische System Mexikos
4.2.Geschichtlicher Überblick des 20. Jahrhunderts
4.3. Klientelismus auf staatlicher Ebene
4.3.1. Der PRI als „Catch- all“ Partei
4.3.2. Zentrale Partei- und Staatsführung
4.3.3. Nichteinmischungspakt mit dem Militär
4.4. Klientelismus zwischen Staat und Gesellschaft
4.4.1. Korporativismus
4.4.2. Direkter Stimmenkauf
4.4.3. PRONASOL- ein Beispiel für indirekten Stimmenkauf
4.5. Die Wahlen 2000
4.6. Fazit
5. Warum wandte sich die mexikanische Bevölkerung bei den Wahlen 2000 vom Klientelismus ab?
5.1. Der Moment der Krise
5.1.1. Die Wirtschaftskrisen
5.1.2. Der weltweite Prozess der Demokratisierung
5.2. Transformationen auf der politischen Ebene
5.2.1. Ursachen der Transformation
5.2.2. Stärkung des Instituto Federal Electoral
5.2.3. Steigende Achtung der bürgerlichen Freiheitsrechte
5.2.4. Gerechtere Parteienfinanzierung
5.2.5. Ausgeglichenere Präsenz in den Medien
5.2.6. Umfassende Privatisierungsmaßnahmen
5.3. Transformationen auf der gesellschaftlichen Ebene
5.3.1. Gründe für den Stimmenkauf
5.3.2. Legitimitätsverlust des PRI
5.3.3. Die transformative Rolle der Zivilgesellschaft
5.3.3.1. Entwicklung der mexikanischen Zivilgesellschaft
5.3.3.2. Transformation durch die Zivilgesellschaft
5.4. Transformation auf der parteiinternen Ebene
5.4.1. Parteiinterne Krise
5.4.2. Gründung des PRD
6. Fazit: Gründe der Abkehr der Bevölkerung vom Klientelismus bei den Wahlen 2000
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die Abkehr der mexikanischen Bevölkerung vom Klientelismus bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000, nach über 71 Jahren der Herrschaft des Partido Revolucionario Institucional (PRI). Im Zentrum steht die Forschungsfrage, warum klientelistische Mechanismen zur Wählermobilisierung in diesem Fall ihre Wirksamkeit verloren haben.
2.3. Der Klientelismus: Eine informelle Institution
„Institutionen sind alle normativ gesetzten und empirisch beobachtbaren Regeln, mit deren Hilfe nutzenorientierte Akteure ihren Entscheidungsspielraum strukturieren, und somit die Komplexität ihrer Umwelt verringern.“ Sie machen Prozesse planbar und voraussehbar.
Informelle Institutionen sind Institutionen, die außerhalb der im politischen System festgelegten offiziellen Codes (Verfassung und Gesetze) agieren. Sie entstehen durch informelle, in der Regel nicht schriftlich festgelegte Vereinbarungen und sind das Ergebnis gesellschaftlicher Selbstorganisation. Ihre Regeln sind trotz fehlender schriftlicher Satzung allen Mitspielern bekannt. Damit von einer informellen Institution gesprochen werden kann, muss sie strukturell verankert sein, und darf keine kurzweilige Erscheinung sein. Hans-Joachim Lauth zählt zu den informellen Institutionen den Klientelismus, die Korruption und die gewaltförmige Beteiligung.
Formale und informelle Institutionen können sich gegenseitig verdrängen oder in ihrer Wirkungsweise miteinander verflochten sein, so dass die Funktionslogik formaler Institutionen davon beeinträchtigt wird. Im Verdrängungsfall konkurrieren sie mit dem Staat, indem sie als informeller Staat – oder als Staat im Staate- agieren.
Im Verflechtungsfall leben informelle Institutionen quasi auf Kosten der Formellen: Sie instrumentalisieren sie für ihre Zwecke. So ist es auch bei dem Stimmenkauf, da die informelle Institution, der Klientelismus, sich der formellen Institution, den Wahlen, bedient. Er wird somit auch als parasitäre Institution bezeichnet.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Zäsur der Wahlen 2000 in Mexiko ein und stellt die Forschungsfrage nach den Gründen für den Rückgang des Klientelismus.
2. Klientelismus aus theoretischer Perspektive: Dieses Kapitel definiert Klientelismus und Stimmenkauf und ordnet sie als informelle, entwicklungshemmende Institutionen in eine defekte Demokratie ein.
3. Die Transformation von Klientelismus zur Bürgergesellschaft: Es werden Thesen zur Transformation von Klientelismus erläutert, wobei Konzepte wie der Moment der Krise und die Public Choice Theorie genutzt werden.
4. Der mexikanische Staat unter 71 Jahren PRI- Herrschaft (1929-2000): Hier wird das klientelistische System der PRI-Herrschaft, inklusive Korporativismus und Stimmenkauf, detailliert historisch analysiert.
5. Warum wandte sich die mexikanische Bevölkerung bei den Wahlen 2000 vom Klientelismus ab?: Dieses Kernkapitel untersucht die Transformationen auf politischer, gesellschaftlicher und parteiinterner Ebene, die den Wandel ermöglichten.
6. Fazit: Gründe der Abkehr der Bevölkerung vom Klientelismus bei den Wahlen 2000: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Abkehr ein rationaler Akt aufgrund veränderter politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen war.
Klientelismus, Mexiko, PRI, Bürgergesellschaft, Stimmenkauf, Demokratisierung, defekte Demokratie, Transformation, Korporativismus, Zivilgesellschaft, Wahlen 2000, politische Reform, Legitimitätskrise, informelle Institutionen, Public Choice Theorie.
Die Arbeit untersucht den Übergang Mexikos von einem über Jahrzehnte durch Klientelismus geprägten Einparteiensystem hin zu einer Bürgergesellschaft, kulminierend in der Abwahl des PRI im Jahr 2000.
Die Themenfelder umfassen die theoretische Definition von Klientelismus, die Analyse des mexikanischen politischen Systems unter dem PRI sowie die Untersuchung transformativer Prozesse auf politischer und gesellschaftlicher Ebene.
Die Arbeit geht der Frage nach, warum die mexikanische Bevölkerung bei den Präsidentschaftswahlen 2000 trotz des Versuchs von Stimmenkauf massenhaft vom klientelistischen Muster abwich.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Ansätze wie die Public Choice Theorie und die Konzepte von Jonathan Fox und Robert Gay zur Transformation von Klientelismus auf den mexikanischen Fall anwendet.
Der Hauptteil analysiert die historischen Strukturen der PRI-Herrschaft sowie die Transformationen seit den 1980er Jahren, insbesondere die Auswirkungen von Wirtschaftskrisen, Wahlrechtsreformen und das Erstarken der Zivilgesellschaft.
Zentrale Begriffe sind Klientelismus, PRI, Bürgergesellschaft, Stimmenkauf, Demokratisierung und Transformation.
PRONASOL diente der Regierung als Instrument des indirekten Stimmenkaufs, um durch gezielte Sozialausgaben in strategischen Regionen die Loyalität der Wähler zum PRI-Regime zu sichern.
Studien zeigen, dass der Stimmenkauf durch die PRI in der aufgeklärteren politischen Kultur von 2000 nicht mehr den gewünschten Erfolg brachte, sondern teilweise eine abschreckende Wirkung hatte.
Nein, die Arbeit zeigt anhand von Daten, dass keine substantielle Steigerung des Bildungsniveaus vorlag; die Abkehr wird stattdessen durch eine Kosten-Nutzen-Rechnung der Bürger in einem Moment der Krise erklärt.
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