Diplomarbeit, 2004
149 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Heavy Metal – Ein Definitionsversuch
3. Die Geschichte des Heavy Metal: Eine musikalische Revolution nimmt ihren Lauf
3.1 Die metallischen Wurzeln
3.2 Eine neue Musikkultur entsteht
3.3 Die Gründerväter
3.3.1 Led Zeppelin
3.3.2 Deep Purple
3.3.3 Black Sabbath
3.3.4 Judas Priest
3.4 Die „New Wave of British Heavy Metal“ (NWoBHM)
3.5 Die US-Metal-Bewegung
3.6 Die Vorgänge in Europa
3.7 Metal auf dem Weg ins neue Jahrtausend: Die 90er Jahre
3.7.1 Ist der Metal tot?
3.7.2 Grunge-Bewegung und Metal-Renaissance
3.7.3 Neue Deutsche Härte und Nu-Metal
4. Vielfalt wird großgeschrieben: Die Subgenres im Überblick
4.1 Allgemeines
4.2 Heavy- und True Metal
4.3 Power Metal
4.4 Speed Metal
4.5 Thrash Metal
4.6 Black Metal
4.7 Death Metal
4.8 Doom-/ Gothic Metal
4.9 Glam-/ Sleaze Metal
4.10 Progressive Metal
4.11 Die Crossover-Stile
4.11.1 Hardcore/ Grindcore/ Metalcore
4.11.2 Industrial Metal
5. Szenengänge: Einblicke in eine blühende Musikkultur
5.1 Die Printmedien der harten Welt: Fachmagazine, Fanzines und Mailordermagazine
5.1.1 Allgemeines
5.1.2 Die Marktführer der etablierten Metal-Presse
5.1.2.1 Das Rock Hard
5.1.2.2 Der Metal Hammer
5.1.2.3 Kritische Anmerkungen
5.1.3 Fanzines am Beispiel des „Ablaze“ – The Metallic Voice of the Underground”
5.1.4 Die Mailordermagazine
5.1.4.1 Der Marktführer EMP
5.1.4.2 Der Metal Merchant
5.2 Die Heavy Metal-Industrie: Plattenfirmen und Vertriebe
5.2.1 Independent-Labels am Beispiel von Century Media Records
5.2.2 Deutschlands größter Metal-Vertrieb: SPV
5.3 Szenetreffpunkte: Einschlägige Clubs und Festivals
5.3.1 Die Rockfabrik in Ludwigsburg
5.3.2 Das „Bang Your Head-Festival“ in Balingen
5.4 Faszination Heavy Metal: Die Fans der harten Klänge
5.4.1 Zur Problematik der Herkunft der Fans
5.4.2 Zur Bedeutung der Musik für die Fans
5.4.3 Auftreten, Kleidung und Schmuck
6. Die okkulte Seite des Heavy Metal – bloße Provokation oder ernstzunehmende Gefahr?
6.1 Zum allgemein schlechten Image der Szene
6.2 Die Vorwürfe religiös motivierter Heavy Metal-Gegner
6.2.1 Einseitige Meinungsmache in der Literatur
6.2.2 Der Teufel steckt im Unterbewussten: Backward Masking
6.2.3 Die Auswirkungen dieser Hetzkampagnen
6.3 Die geistigen Wurzeln des modernen Satanismus
6.3.1 Zum Satanismusbegriff
6.3.2 „Liber Al vel Legis“: Aleister Crowley
6.3.3 Anton Szandor LaVey
6.4 Okkultes im Heavy Metal
6.4.1 Zum vermeintlich „Teuflischen“
6.4.2 Verteufelte Texte anhand von „The Number of the Beast“ und „Highway to Hell“
6.4.3 Die Radikalisierung der Thematik in den extremeren Spielarten
6.4.3.1 Die Show-Satanisten
6.4.3.2 Die überzeugten Satanisten
6.5 Die extremen Auswüchse des Untergrundes
6.6 Abschließende Einschätzung
7. Schlussgedanken
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme der Heavy-Metal-Bewegung durchzuführen, um mit gängigen, oft oberflächlichen Vorurteilen aufzuräumen und ein realitätsnahes Verständnis dieser vielfältigen Subkultur zu vermitteln. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Ursprünge, die strukturelle Infrastruktur sowie die soziologische Bedeutung der Musik für ihre Anhängerschaft.
3.3.3 Black Sabbath
Die erste Band der Musikgeschichte, deren Musik überhaupt als Heavy Metal bezeichnet wurde (siehe auch Kapitel 2 dieser Arbeit) und die somit als ältester offizieller Vertreter dieses Genres gelten kann, ist die 1967 zuerst unter dem Namen Earth ins Leben gerufene und 1970 umbenannte Formation Black Sabbath (benannt nach einem italienischen Horrorfilm), gegründet von Sänger John „Ozzy“ Osbourne, Gitarrist Tony Iommi, Bassist Geezer Butler und Schlagzeuger Bill Ward. Die Band stammte aus der Industriemetropole Birmingham, einer Gegend, die gekennzeichnet war von „Industriequalm, Fabrikschloten und Arbeitersiedlungen“ (Roccor 1998, S.19); aus entsprechend ärmlichen Verhältnissen kamen die einzelnen Musiker. Dies ist ein Umstand, der nicht unwesentlich dazu beiträgt, das von Anfang an Revolutionäre an Musik, Texten und Aussehen von Black Sabbath zu erklären: Während nahezu alle Bands dieser Zeit noch Elemente der „Love & Peace“- Bewegung in ihrer Musik aufwiesen, suchte man diese in der Musik von Black Sabbath vergeblich. Die Musik war düster, brachial, äußerst langsam und schwerfällig und klang schlichtweg böse. Die Texte handelten von mystischen Themen, von Hass und Verzweiflung, von einer Welt voller Gewalt, Unrecht und Unterdrückung.
Die Realität wurde in den Songs nicht mehr, wie in vergangenen Hippie-Tagen, romantisch verklärt sondern schonungslos so beschrieben, wie vier junge Musiker, „aufgewachsen auf der Schattenseite der englischen Gesellschaft“ (Christe 2004, S.13), sie erlebten, nämlich hart und grausam. Songs wie „War Pigs“, eine knallharte Antikriegshymne, in der Ozzy Osbourne Politikern vorwirft, sie würden arbeitslose, junge Männer in den Krieg schicken, um für sie die blutige Arbeit zu verrichten, sprechen eine deutliche, unmissverständliche Sprache. Ebenso Stücke wie „Hand of Doom“, das das Elend der Drogenabhängigkeit zum Thema hat oder „Iron Man“, das sich mit den Kriegsneurosen eines Veteranen auseinandersetzt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das weit verbreitete, oft negative Image des Heavy Metal in Medien und Fachliteratur und legt das Ziel der Arbeit dar, ein wissenschaftlich fundiertes, differenzierteres Bild der Szene zu zeichnen.
2. Heavy Metal – Ein Definitionsversuch: Dieses Kapitel erörtert die Schwierigkeit einer exakten begrifflichen Definition und plädiert dafür, Heavy Metal als Oberbegriff für alle Spielarten der harten Rockmusik zu verwenden.
3. Die Geschichte des Heavy Metal: Eine musikalische Revolution nimmt ihren Lauf: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von den Wurzeln Ende der 60er Jahre über die „New Wave of British Heavy Metal“ bis hin zu neueren Trends wie Neue Deutsche Härte und Nu-Metal nach.
4. Vielfalt wird großgeschrieben: Die Subgenres im Überblick: Hier werden die wichtigsten Subgenres des Heavy Metal – von True Metal über Thrash bis hin zu Progressive Metal – in ihren musikalischen Charakteristika und mit ihren einflussreichsten Vertretern vorgestellt.
5. Szenengänge: Einblicke in eine blühende Musikkultur: Dieses Kapitel bietet einen Einblick in die „metallische Infrastruktur“, bestehend aus Printmedien, unabhängigen Plattenfirmen und Vertrieben sowie wichtigen Treffpunkten wie Clubs und Festivals.
6. Die okkulte Seite des Heavy Metal – bloße Provokation oder ernstzunehmende Gefahr?: Die okkulte Thematik wird kritisch hinterfragt, wobei zwischen harmloser Provokation und den in Einzelfällen tatsächlich problematischen, radikalen Auswüchsen des Untergrunds differenziert wird.
7. Schlussgedanken: Das Fazit fasst zusammen, dass Heavy Metal eine lebendige, vielfältige Kultur ist, die wissenschaftlich als spannendes Forschungsfeld betrachtet werden sollte, anstatt sie aufgrund von Vorurteilen vorschnell zu verurteilen.
Heavy Metal, Musikgeschichte, Subkultur, Hard Rock, NWoBHM, Szenekultur, Subgenres, Musikindustrie, Satanismus, Okkultismus, Fanforschung, Jugendkultur, Musikzeitschriften, Musiksoziologie, Independent-Labels
Die Arbeit liefert eine fundierte Bestandsaufnahme der Heavy-Metal-Bewegung, hinterfragt Klischees und untersucht die soziologische sowie kulturelle Bedeutung dieses Musikstils.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese, der musikwissenschaftlichen Einordnung, der ökonomischen Infrastruktur der Szene sowie der Analyse von okkulten Symboliken.
Das Ziel ist es, mit den in der Öffentlichkeit und traditionellen Fachliteratur fest verwurzelten negativen Vorurteilen aufzuräumen und einen realitätsnahen Einblick in die Szene zu bieten.
Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche sowie der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Szenestruktur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, eine Typologie der Subgenres, eine Analyse der Medien- und Vertriebslandschaft sowie eine kritische Betrachtung der Satanismus-Debatte.
Heavy Metal, Subkultur, Musikgeschichte, Szenekultur, Musiksoziologie, Independent-Labels, Satanismus, Jugendkultur.
Der Autor argumentiert, dass die überwiegende Mehrheit der Bands okkulte Symbole lediglich als metaphorisches Mittel zur Rebellion gegen gesellschaftliche Normen nutzt, während nur ein minimaler Teil radikaler Untergrund-Bands Ideologien propagiert.
Die Musikpresse wird als essenzieller Teil der Szene-Infrastruktur identifiziert, deren Funktion jedoch aufgrund der kommerziellen Abhängigkeit von Anzeigen kritisch reflektiert wird.
Der Autor stuft diese Theorie als wissenschaftlich unhaltbar ein und zeigt auf, dass solche Vorwürfe oft aus Unkenntnis oder polemischen Absichten gegenüber der Szene erhoben wurden.
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