Diplomarbeit, 2004
100 Seiten, Note: 1,3
Geowissenschaften / Geographie - Geologie, Mineralogie, Bodenkunde
1 Einleitung und Zielsetzung
1.1 Einführung
1.2 Chemische, physikalische und toxische Eigenschaften von Acetonitril, Haloacetonitrilen und Trichlornitromethan
1.3 Vorkommen und Verbreitung von Acetonitril, Haloacetonitrilen und Trichlornitromethan
1.3.1 Atmosphäre
1.3.2 Hydrosphäre
1.3.3 Pedosphäre
1.4 Konzeption und Fragestellung
2 Analytik
2.1.1 Chemikalien
2.1.2 Materialien
2.2 Ansetzen der Standards und Modellsubstanzen
2.2.1 Ansetzen der Standards
2.2.2 Ansetzen der Modellsubstanzen
2.3 Statische Headspace-Technik
2.4 Gaschromatographie
2.4.1 HS-GC-ECD-System
2.4.2 GC-MS-System
3 Ergebnisse und Interpretation
3.1 HS-GC-ECD Messungen
3.1.1 Versuche zur Bildung von Acetonitril mit Guajacol, KCN und Fe(III)-Sulfat
3.1.2 Versuche zur Bildung von Acetonitril, chlorierten Acetonitrilen und Trichlornitromethan mit Guajacol, NaCl, KCN und FeCl3 bzw. CuCl2
3.1.3 Versuche zur Bildung von bromierten Acetonitrilen mit Guajacol, KBr, KCN und FeCl3 bzw. CuCl2
3.1.4 Versuche zur Bildung von Bromchloracetonitril mit Guajacol, KBr, KCN, NaCl und FeCl3 bzw. CuCl2
3.2 HS-GC-MS Messungen
4 Zusammenfassung und abschließende Diskussion
Das primäre Ziel der Arbeit ist die Untersuchung der Frage, ob Acetonitril sowie halogenierte (chlorierte und/oder bromierte) Acetonitrile und Trichlornitromethan unter abiotischen Bedingungen im Boden gebildet werden können. Hierzu wird der Einfluss verschiedener Modellsubstanzen und Bodenreaktionsparameter analysiert.
1.3.1 Atmosphäre
Informationen über die Verbreitung von halogenierten Acetonitrilen in der Atmosphäre sind in der wissenschaftlichen Literatur kaum zu finden. Anders verhält es sich dabei mit Acetonitril. Diese Verbindung stellt ein weltweit vorkommendes Spurengas in der Atmosphäre dar. Es verhält sich chemisch relativ stabil und kommt aufgrund dessen auch in der Stratosphäre vor, in der es, neben anderen Substanzen, als Ligand für positive stratosphärische Cluster-Ionen fungiert (Arnold, 1978). Lobert et al. (1990) sowie Holzinger et al. (1999) gehen davon aus, dass die weitaus größte natürliche Quelle für die Entstehung von Acetonitril (CH3CN) in der Verbrennung von Biomasse („biomass burning“) zu sehen ist. Die hierdurch verursachten Emissionsmengen werden von Lobert et al. (1991) mit 0,2 bis 1,1 TgNyr-1 für Acetonitril und 0,1 bis 3,2 TgNyr-1 für Cyanwasserstoff (HCN) angegeben. Aus diesem Grund ist Acetonitril, zusammen mit Cyanwasserstoff, ein wichtiges Tracergas für die Verbrennung von Biomasse (Sanhueza et al., 2004) und spielt darüber hinaus auch eine nicht unbedeutende Rolle im Stickstoffkreislauf selbst (Li et al., 2000). Dennoch ist das Budget von Acetonitril in der Atmosphäre noch weitgehend unbekannt. Seine geschätzte mittlere Lebensdauer beträgt 0,45 (Hamm u. Warneck, 1990) bis hin zu 1,5 Jahre (Hamm et al., 1984); nasse Depositionen und Reaktionen mit OH-Radikalen führen zudem zu einer Verlängerung der Lebensdauer (Holzinger, 2004). Die Annahme, dass Ozeane als große Senken auftreten, reduziert ihre mittlere Lebensdauer auf 5,4 (Hamm u. Warneck, 1990) bis 6,8 Monate (Singh et al., 2003). Letztere These wird auch von anderen Autoren aufgestellt (Karl et al., 2003; Warneke u. de Gouw, 2001; Singh et al., 2003; de Gouw et al., 2003), die in ihren Publikationen von einer Aufnahme von Acetonitril durch die Ozeane berichten, weshalb sie die bis dato veröffentlichten Daten zur mittleren Lebensdauer von atmosphärischem Acetonitril noch geringer einschätzen.
1 Einleitung und Zielsetzung: Einführung in die toxikologische Relevanz von Acetonitril und Haloacetonitrilen sowie Darstellung der Forschungsfrage bezüglich ihrer abiotischen Bildung im Boden.
2 Analytik: Detaillierte Beschreibung der verwendeten Chemikalien, Materialien und der angewandten Headspace-Gaschromatographie sowie der GC-MS zur qualitativen Analyse.
3 Ergebnisse und Interpretation: Präsentation der Messergebnisse aus den verschiedenen Modellansätzen und Diskussion der Reaktionsabläufe und Abbauprozesse unter variierenden Bedingungen.
4 Zusammenfassung und abschließende Diskussion: Synthese der Ergebnisse, wobei die abiotische Bildung von Acetonitril bestätigt, jedoch die Bildung halogenierter Acetonitrile unter den gewählten Bedingungen verneint wird.
Acetonitril, Haloacetonitrile, Trichlornitromethan, Pedosphäre, Bodenreaktionen, Statische Headspace-Technik, Gaschromatographie, GC-ECD, GC-MS, Biomasseverbrennung, Dehalogenierung, Redoxreaktionen, Guajacol, Cyanide, Umweltgeochemie
Die Arbeit untersucht die abiotische Bildung von Acetonitril und halogenierten Acetonitrilen in Böden, um Wissenslücken über deren Entstehung und Verbreitung zu schließen.
Die zentralen Themen umfassen die Umweltgeochemie von organischen Stickstoffverbindungen, deren analytische Erfassung mittels Gaschromatographie und die Simulation bodenchemischer Prozesse im Labor.
Die zentrale Frage ist, ob Acetonitril, chlorierte oder bromierte Acetonitrile sowie Trichlornitromethan unter abiotischen Bedingungen im Boden entstehen können.
Es werden Modellsubstanzgemische (u.a. KCN, Guajacol, Metallsalze) in Laboransätzen hergestellt und gaschromatographisch mit einem HS-GC-ECD-System sowie zur Verifizierung mit einem GC-MS-System analysiert.
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Analytik, den verschiedenen Versuchsreihen mit unterschiedlichen Metallkatalysatoren (Eisen- und Kupferverbindungen) und der Interpretation der erhaltenen Chromatogramme.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Acetonitril, Haloacetonitrile, Umweltgeochemie, Bodenreaktionen, Headspace-Gaschromatographie und Dehalogenierung charakterisieren.
Es zeigte sich, dass insbesondere Kupfer(II)-Chlorid aufgrund seines höheren Redoxpotenzials im Vergleich zu Eisen(III)-Chlorid deutlich stärkere Abbau- und Umwandlungsprozesse der untersuchten Analyten bewirkt.
Die Messungen mittels GC-MS ergaben einen positiven Befund für die Bildung von Acetonitril in den untersuchten Modellsubstanzgemischen, was die theoretische Möglichkeit einer abiotischen Entstehung stützt.
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