Examensarbeit, 2003
124 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Einblicke in die Theorie
1.1 Der Systembegriff
1.2 Was bedeutet das Zauberwort „systemisch“?
1.3 Entwicklungsgeschichte der systemtheoretischen Grundlagen
1.4 Luhmanns Theorie sozialer Systeme
1.5 Das Mitglied-Konzept
2. Einblicke in die Praxis
2.1 Gegenüberstellung traditioneller Beratungsansätze und des systemischen Ansatzes
2.2 Der Gegenstand systemischer Beratung- ein systemischer Prozess
2.3 Grundhaltungen des systemischen Beraters
2.4 Leitlinien der systemischen Beratung
2.4.1 Hypothetisieren
2.4.2 Zirkularität
2.4.3 Neutralität und Neugier
2.4.4 Ressourcen- und Lösungsorientierung
2.4.5 Kundenorientierung
2.5 Elemente eines Beratungsgespräches
2.5.1 Ankoppeln
2.5.2 Klärung des Beratungskontextes
2.5.3 Vom Problem zum Anliegen und Auftrag
2.5.4 Systemische Interventionsmöglichkeiten
2.5.4.1 Fragen
2.5.4.2 Reflektieren und Empfehlen
3. Darstellung der Praxisimplikationen am ausgewählten Fallbeispiel
3.1 Dokumentation des Verlaufs der durchgeführten Beratung
3.1.1 Das Erstgespräch
3.1.2 Die zweite Beratungssitzung
3.1.3 Die dritte Beratungssitzung
3.2 Abschlussreflexion der gesamten Beratungssequenzen
Das Ziel dieser Arbeit ist es, die theoretische Lücke zwischen der Systemtheorie und der praktischen Anwendung in der systemischen Beratung zu schließen. Die Autorin untersucht, wie systemisches Gedankengut als Grundlage für den Umgang mit sozialen Systemen dienen kann, ohne dabei eine absolute oder lineare Methodik zu beanspruchen. Im Fokus steht dabei die Konzeption einer einheitlichen, aber flexiblen Beratungspraxis.
1.1 Der Systembegriff
Ein kurzer Exkurs in die Vergangenheit soll einen ersten Eindruck vom Gebrauch des Systembegriffs vermitteln, der durch die gesamte Geschichte hindurch immer wieder zum Tragen kam und somit keinesfalls eine „Modeerscheinung“ der neueren Wissenschaften darstellt.
Eine Analyse der Begriffsgeschichte zeigt, dass sich die Verwendung des Wortes „System“ bis in die Antike Griechenlands zurückverfolgen lässt. Ludwig von Bertalanffy besagt, „daß die Idee des Systems in gewissem Sinne so alt ist wie die abendländische Philosophie“ (vgl. Reiter u.a. 1988, S.289). Schon Aristoteles hat den Systembegriff auf den Menschen übertragen, indem er konstituierte, was ein System ist. Nach seinen Auffassungen ist es „nicht mehr nur irgendein zusammengesetztes Gebilde, bei dem die Art und Weise des Zusammengesetztseins keine Rolle spielt, sondern System bedeutet ein Gebilde, dessen einzelne Teile durch eine bestimmte Ordnung des Zusammengesetztseins ein Ganzes bilden“ (vgl. ebd., S.289).
Aristoteles Betrachtungsweise von den „Problemen der Ganzheit“ und der „Ordnung des Zusammengesetztseins“ sind zwar in den Entwicklungen der Wissenschaften in den Hintergrund gerückt und größtenteils in Vergessenheit geraten, jedoch in neuen Formulierungen wieder durchaus aktuell geworden.
Mit dem, was in der heutigen Diskussion unter System „verstanden“ wird, hat dieses Beispiel gemein, dass der Begriff eine Ganzheit meint, deren Elemente in einer bestimmten Relation zueinander stehen.
1. Einblicke in die Theorie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente systemischen Denkens, angefangen beim Systembegriff bis hin zu Maturanas Autopoiese und Luhmanns Theorie sozialer Systeme.
2. Einblicke in die Praxis: Hier wird der Transfer der Systemtheorie in den Beratungskontext vollzogen, inklusive der Vorstellung von Grundhaltungen und spezifischen Interventionsmethoden.
3. Darstellung der Praxisimplikationen am ausgewählten Fallbeispiel: In diesem Kapitel wird das theoretische Wissen anhand der Dokumentation und Reflexion eines konkreten Beratungsprozesses illustriert.
Systemtheorie, Systemische Beratung, Autopoiese, Zirkularität, Konstruktivismus, Soziale Systeme, Beratungspraxis, Kommunikation, Mitglied-Konzept, Reflexion, Intervention, Hypothesenbildung, Selbstorganisation, Komplexität, Prozessbegleitung
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen systemischen Denkens und wie diese als Basis für die praktische systemische Beratung genutzt werden können.
Die zentralen Themen sind Systemtheorie, die Konzepte von Maturana und Luhmann, sowie der methodische Rahmen systemischer Beratung und deren praktische Anwendung.
Das Ziel ist es, eine Brücke zwischen Theorie und Praxis zu schlagen und zu zeigen, wie systemisches Gedankengut den Umgang mit sozialen Systemen in der Beratung bereichern kann.
Die Arbeit nutzt die theoretische Herleitung aus systemtheoretischen Paradigmen und illustriert die praktische Anwendung mittels Fallbeispielen und Reflexion.
Der Hauptteil behandelt die Definition von Systemen, Haltungen des Beraters (z.B. Neutralität), Leitlinien der Beratung (z.B. Hypothetisieren) und die praktische Umsetzung in Beratungssitzungen.
Systemtheorie, Autopoiese, Konstruktivismus, soziale Systeme, systemische Beratung und Mitglied-Konzept sind die Kernbegriffe der Arbeit.
Das Mitglied-Konzept ist ein Ansatz, der Mensch, Person, Rolle und Kommunikation in einem sozialen System vereint, um die Beteiligten nicht zu pathologisieren, sondern als soziale Akteure zu begreifen.
Die Autorin bevorzugt den Begriff "Beratung", da "Therapie" aus der Medizin stammt und mit hierarchischen Strukturen assoziiert wird, die dem systemischen, gleichwertigen Ansatz widersprechen.
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