Examensarbeit, 2004
120 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Essstörungen am Beispiel der Magersucht und Bulimie – Stand der Forschung
2.1 Definition und Symptomatik der Magersucht
2.2 Krankheitsverlauf und Prognose der Magersucht
2.3 Definition und Symptomatik der Bulimie
2.4 Krankheitsverlauf und Prognose der Bulimie
2.5 Entstehungsbedingungen, Ursachen und Hintergründe der Magersucht und Bulimie
2.6 Subklinische Formen der Magersucht und Bulimie
2.7 Häufigkeit und Verbreitung der Magersucht und Bulimie und ihrer subklinischen Formen
3. Die Prävention
3.1 Der Begriff der Prävention im Rahmen gesundheitsfördernder Maßnahmen
3.2 Die Prävention von Essstörungen am Beispiel der Magersucht und Bulimie
4. Der Beitrag der Schule
4.1 Der Beitrag der Schule, in Sonderheit des haushaltsbezogenen Unterrichts, zur Prävention von Magersucht und Bulimie
4.2 Schulpräventionsprojekte im Überblick
4.3 Das Schweizer Schulprojekt zur Prävention von Essstörungen nach Buddeberg-Fischer
4.4 Das Projekt zur Prävention von Essstörungen „Jugend mit Biss“ des Frankfurter Zentrums für Ess-Störungen
4.5 Vergleich des Projektes nach Barbara Buddeberg-Fischer und des Projektes „Jugend mit Biss“ des Frankfurter Zentrums für Ess-Störungen zur Prävention von Essstörungen an Schulen
4.6 Vorstellungen zur schulinternen Präventionsarbeit
5. Die Unterrichtsreihe
5.1 Thema und inhaltliche Abfolge der Unterrichtsreihe
5.2 Schulischer Rahmen der Unterrichtsreihe
5.3 Koedukativer Rahmen der Unterrichtsreihe
5.4 Kriterien der allgemeinen Prävention innerhalb der Unterrichtsreihe
5.5 Kriterien der primären Prävention innerhalb der Unterrichtsreihe
5.6 Die Theorien Antonovskys und Orbachs - Begründung der Auswahl
5.7 Das Modell der Salutogenese nach Aaron Antonovsky
5.8 Präventive Maßnahmen, abgeleitet von dem Modell der Salutogenese
5.9 Der Anti-Diät-Ansatz nach Susie Orbach
5.10 Ziele der Unterrichtsreihe
5.11 Inhalte der Unterrichtsreihe in detaillierter Darstellung
5.11.1 Unterrichtseinheiten 1 und 2: „Schönheit“ und „Schönheit im Wandel der Zeit“
5.11.2 Unterrichtseinheiten 3, 4 und 5: Merkmale positiver Esssituationen - ihre Planung und Realisierung
5.11.3 Unterrichtseinheiten 6 und 7: „Gefühlswahrnehmung und Selbstbewusstsein“
5.11.4 Unterrichtseinheit 8: „Körperwahrnehmung und Körperbilder“
5.11.5 Unterrichtseinheiten 9 und 10: „Lebensziele“
5.11.6 Unterrichtseinheiten 11 und 12: „Selbstbehauptung und Durchsetzungsfähigkeit“
5.12 Anforderungen an das Sozialverhalten des Klassenverbandes
6. Die Unterrichtseinheit
6.1 Thema der Unterrichtseinheit
6.2 Eine Skizzierung der Unterrichtseinheit
6.2.1 Kurzbeschreibung
6.2.2 Durchführungszeit
6.2.3 Benötigte Materialien
6.2.4 Inhalt der Unterrichtseinheit
6.2.5 Ziel der Unterrichtseinheit
6.3 Ausführlicher Unterrichtsverlauf
6.4 Gedanken zur Etablierung der schulinternen Präventionsarbeit
7. Möglichkeiten und Grenzen bei der Prävention von Essstörungen im haushaltsbezogenen Unterricht am Beispiel der Magersucht und Bulimie
Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen, wie präventive Maßnahmen gegen Essstörungen wie Anorexia nervosa und Bulimia nervosa in den haushaltsbezogenen Unterricht integriert werden können, um die Lebenskompetenz der Jugendlichen zu stärken.
2.1 Definition und Symptomatik der Magersucht
In der medizinischen und wissenschaftlichen Literatur hat sich als Synonym für das Krankheitsbild, auf das im Folgenden eingegangen werden soll, der Begriff der Anorexie behauptet. Sir William Gull, Leibarzt der Königin Viktoria von England, führte diesen Begriff im Jahre 1874 ein. Anorexie kommt aus dem Griechischen und bildet sich aus der verneinenden Vorsilbe an und dem Wort orexis, welches „Verlangen“ oder auch „Begierde“ bedeutet. Die Durchsetzung dieses Begriffes geschah, obwohl von Anfang an immer wieder darauf hingewiesen wurde, dass diese Namensgebung unzutreffend ist, denn übersetzt wird Anorexie in den Begriff der Appetitlosigkeit (vgl. Raabe, 2001). Jedoch verspüren die Betroffenen meist durchaus Appetit und / oder Hungergefühle, die sie aber unterdrücken oder verleugnen (vgl. Gerlinghoff & Backmund, 1995b; Preiß & Wilser, 2000; Raabe, 2001). Der deutsche Begriff der Magersucht erscheint daher als auf die Symptome des Krankheitsbildes zutreffender, und in den weiteren Ausführungen wird dieser Begriff Verwendung finden.
Personen, die an der Magersucht leiden, zeigen eine abnorme gedankliche Zentrierung auf die Nahrung, das Essen und das Gewicht (vgl. Aschenbrenner, 2001; Raabe, 2001). Die Betroffenen verspüren große Angst, dick zu werden. Sie halten ihr Körpergewicht deutlich unter der altersentsprechenden Norm bzw. magern extrem ab (vgl. Aschenbrenner, 2001; Steinhausen, 2000). Dies geschieht durch signifikante Restriktion der Nahrungsaufnahme, Erbrechen, der Einnahme von Abführmitteln und / oder Appetitzüglern sowie intensive körperliche Betätigung (vgl. Aschenbrenner, 2001; Raabe, 2001). Der Gewichtsverlust wird dabei nicht realistisch wahrgenommen; die Erkrankten halten sich immer noch für zu dick.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Krankheitsbild der Essstörungen und legt den Fokus auf die Prävention im haushaltsbezogenen Unterricht bei Heranwachsenden.
2. Essstörungen am Beispiel der Magersucht und Bulimie – Stand der Forschung: Dieses Kapitel erläutert Symptome, Krankheitsverläufe, Entstehungsursachen und Häufigkeitsstatistiken für Magersucht und Bulimie.
3. Die Prävention: Hier wird der Präventionsbegriff im Kontext gesundheitsfördernder Maßnahmen und der drei Stufen (primär, sekundär, tertiär) theoretisch hergeleitet.
4. Der Beitrag der Schule: Das Kapitel analysiert den schulischen Bildungsauftrag und präsentiert zwei spezifische Präventionsprojekte, um deren Wirksamkeit zu vergleichen.
5. Die Unterrichtsreihe: Es wird ein konkretes Konzept für den Unterricht entwickelt, das auf dem Modell der Salutogenese und dem Anti-Diät-Ansatz basiert.
6. Die Unterrichtseinheit: Eine exemplarische Unterrichtseinheit zur „Körperwahrnehmung“ wird detailliert ausgearbeitet und didaktisch begründet.
7. Möglichkeiten und Grenzen bei der Prävention von Essstörungen im haushaltsbezogenen Unterricht am Beispiel der Magersucht und Bulimie: Eine abschließende Diskussion reflektiert die Chancen und Hemmnisse der Präventionsarbeit im institutionalisierten Schulalltag.
Essstörungen, Magersucht, Bulimie, Prävention, haushaltsbezogener Unterricht, Salutogenese, Körperwahrnehmung, Jugend mit Biss, Gesundheitsförderung, Adoleszenz, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Körperbild, Ernährungsbildung, Schule.
Die Arbeit untersucht, wie Lehrer im haushaltsbezogenen Unterricht präventive Maßnahmen gegen Magersucht und Bulimie bei Schülern der Sekundarstufe I umsetzen können.
Zentrale Felder sind die medizinische Forschung zu Essstörungen, der Präventionsbegriff, die Rolle der Schule bei der Gesundheitserziehung und die Entwicklung eines praxisorientierten Unterrichtskonzepts.
Ziel ist die Erarbeitung und Begründung einer Unterrichtsreihe, die durch Stärkung der Lebenskompetenz als präventiver Schutzfaktor gegen die Entstehung von Essstörungen dient.
Es handelt sich um eine schriftliche Hausarbeit, die den aktuellen Forschungsstand aufarbeitet, bestehende Präventionsprojekte analysiert und ein didaktisches Unterrichtskonzept basierend auf dem Modell der Salutogenese konzipiert.
Der Hauptteil befasst sich mit den Symptomen von Magersucht und Bulimie, der theoretischen Herleitung von Prävention, dem Vergleich zweier Schulprojekte und der detaillierten Planung einer 17-stündigen Unterrichtsreihe.
Essstörungen, Prävention, haushaltsbezogener Unterricht, Körperwahrnehmung, Salutogenese, Gesundheitsförderung und adoleszente Entwicklung.
Das Modell wird genutzt, weil es den Fokus weg von der reinen Risikoforschung hin zur Stärkung der persönlichen Ressourcen und Widerstandskräfte lenkt, was ideal für eine präventive Arbeit an Schulen ist.
Er eignet sich besonders gut, da er Theorie und Praxis verbindet und die Gesundheitserziehung bereits fest in seinem Erziehungs- und Bildungsauftrag verankert hat.
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