Magisterarbeit, 2002
75 Seiten, Note: 2.0
1 Einleitung
2 Viktorija Tokareva: Leben und Werk
3 «Ženskaja proza» und «andere Prosa»: Versuch einer Einordnung
3.1 Die «Ženskaja proza» als Frauenliteratur
3.2 Ist die «Ženskaja proza» Teil der «anderen Prosa» ?
4 Textanalyse und Interpretation
4.1 Die Idee
4.2 Die Geschichte
4.3 Die Titel
4.4 Die Struktur
4.5 Die Zeit
4.6 Sprache und Stil
4.6.1 Bildliche Vergleiche und Metaphern
4.7 Leitmotive
4.8 Perspektivierung
4.9 Konzeption der weiblichen Hauptfiguren
4.9.1 Körperliche und sexuelle Gestaltung
4.9.2 Namensgebung
4.9.3 Bezug zu Raum und Zeit
4.9.4 Verbale Kommunikation und Körpersprache
4.9.5 Soziale Beziehungen
4.9.6 Existenzielle Verfassung der Frauen contra Sinngebung der Welt
5 Schlusswort : Haben Tokarevas Frauen eine Perspektive?
Die vorliegende Arbeit untersucht das Frauenbild im Werk der russischen Autorin Viktorija Tokareva anhand dreier ausgewählter Erzählungen. Das primäre Ziel ist es, die spezifische Konzeption der weiblichen Hauptfiguren, ihr Verhältnis zur umgebenden Welt sowie die zugrunde liegenden strukturellen und sprachlichen Besonderheiten ihrer Prosa im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen weiblicher Identität und gesellschaftlichen Erwartungen zu analysieren.
4.6.1 Bildliche Vergleiche und Metaphern
Tokarevas Sprache ist sehr bildhaft. Es gibt zahlreiche unbewusste Vergleiche und Metaphern, die in der Alltagssprache bereits als Redewendungen gebraucht werden. Sie fallen kaum auf und kommen den Figuren in ihren Alltagsgesprächen natürlich über die Lippen. Dazu kommen auch viele Vergleiche, die ihrer stilistischen, poetischen Wirkung wegen von der Autorin bewusst gesetzt wurden. Ihre Vielfalt trägt zu einem großen Teil dazu bei, dass sich die Alltagsgeschichten über die Alltagssprache erheben oder dem Alltag eine poetisch - feinfühlige Note verleihen können.
Die bewussten Vergleiche und Metaphern in den ausgewählten Erzählungen lassen sich nach ihren unterschiedlichen Bildquellen in Gruppen zusammenfassen.
Zunächst einmal spielen einige Vergleiche auf die unromantischen Seiten des sowjetischen Alltags an und sprechen den russischen Leser deshalb in besonderer Weise an:
In der ‘Schminkszene’ in «Skaži mne...» heißt es: «Мое лицо похоже на квартиру во время ремонта, когда все разворочено и кажется, что теперь всегда будет так.» (S.153) Ein wenig später im Restaurant entdeckt Slavik, dass er den Hausschlüssel vergessen hat, was seiner Frau Lilja sofort die Laune verdirbt: «Но квартирная хозяйка для меня священная корова, которой все дозволено, Ей можно все, а мне ничего. Я ему сразу сказала: возьми ключ!» (S.168)
1 Einleitung: Darstellung der Analyseziele und der Auswahl der drei Erzählungen im Fokus auf junge Frauen.
2 Viktorija Tokareva: Leben und Werk: Biografie der Autorin und Einordnung ihres schriftstellerischen Werdegangs.
3 «Ženskaja proza» und «andere Prosa»: Versuch einer Einordnung: Theoretische Abgrenzung der Frauenliteratur und ihre Stellung innerhalb der russischen Literaturgeschichte.
4 Textanalyse und Interpretation: Detaillierte Untersuchung von Idee, Struktur, Zeitgestaltung, Sprache und Figurenkonzeption der ausgewählten Texte.
5 Schlusswort : Haben Tokarevas Frauen eine Perspektive?: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der gesellschaftlichen Möglichkeiten und Perspektiven für Tokarevas Frauenfiguren.
Viktorija Tokareva, Ženskaja proza, Frauenbild, russische Gegenwartsliteratur, Kurzgeschichte, Identitätssuche, Alltagsprosa, Geschlechterrollen, Kommunikation, Narrativik, Sprachstil, Metaphorik, soziale Beziehungen, Selbstfindung, Sowjetliteratur.
Die Magisterarbeit untersucht das Frauenbild in drei ausgewählten Erzählungen der russischen Schriftstellerin Viktorija Tokareva.
Im Zentrum stehen die Konzeption weiblicher Hauptfiguren, deren Suche nach Selbstidentifikation sowie ihr Verhältnis zur umgebenden gesellschaftlichen Welt.
Es soll analysiert werden, wie Tokareva durch strukturelle und sprachliche Mittel das Leben junger Frauen gestaltet und welche Perspektiven sie ihren Protagonistinnen innerhalb ihrer Lebenswelt einräumt.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die sowohl formale Aspekte (Struktur, Zeit, Sprache) als auch inhaltliche Motive und kulturhistorische Kontexte betrachtet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung der "Ženskaja proza" und eine tiefgehende Interpretation der Erzählungen, inklusive der Analyse von Symbolen, Metaphern, Ironie und der sozialen Figurenkonstellation.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Tokarevas Frauenbild, Identitätssuche, weibliche Kommunikation, "Ženskaja proza" und die erzählerische Gestaltung von Alltagssituationen geprägt.
Das Alter der Protagonistinnen beeinflusst die Ausbildung ihres Charakters, die Figurenkonstellation sowie ihre gesamten Lebensumstände, weshalb die Autorin den Fokus auf "junge" Frauen legt.
Die Ironie dient Tokareva als Mittel zur Distanzierung, um die emotionalen Schwierigkeiten und die Unsicherheit ihrer Figuren darzustellen, ohne sich dabei mit deren Handlungen vollends zu identifizieren.
Dies liegt laut Arbeit an der Gewöhnlichkeit und Routine des Alltags, die einen Kreislauf bilden, aus dem die Figuren aus eigener Kraft nur schwer ausbrechen können.
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