Diplomarbeit, 2005
156 Seiten, Note: 1,5
1. EINLEITUNG
1.1 HINTERGRUND UND ZIELSETZUNG
1.2 AUFBAU UND THEMENABGRENZUNG
2. DETERMINANTEN DER ARBEITSLOSIGKEIT
2.1 DER SÄCHSISCHE ARBEITSMARKT: EINE EMPIRISCHE ANALYSE
2.1.1 Bestimmung und Entwicklung des sächsischen Arbeitsangebots
2.1.2 Bestimmung und Entwicklung der sächsischen Arbeitsnachfrage
2.1.3 Ungleichgewicht auf dem sächsischen Arbeitsmarkt: Arbeitslosigkeit
2.2 ERGEBNIS DER ANALYSE: STRUKTURELLE ARBEITSLOSIGKEIT
2.3 THEORETISCHER ANSATZ ZUR ERKLÄRUNG STRUKTURELLER ARBEITSLOSIGKEIT
2.3.1 Arbeitsmarkt und Tarifautonomie
2.3.2 Bestimmungsfaktoren der Arbeitskräftenachfrage
2.3.3 Reallohnstarrheiten als Ursache struktureller Arbeitslosigkeit
2.4 ZWISCHENFAZIT: DIE GESAMTWIRTSCHAFTLICHE VERANTWORTUNG DER TARIFVERTRAGSPARTEIEN
3. ELEMENTE EINER BESCHÄFTIGUNGSFÖRDERNDEN LOHN- UND TARIFPOLITIK
3.1 MODERATE LOHNPOLITIK
3.2 DIFFERENZIERUNG DER LOHN- BZW. TARIFSTRUKTUR
3.3 FLEXIBILISIERUNG DER LOHN- BZW. TARIFSTRUKTUR
3.4 ARBEITSZEITFLEXIBILISIERUNG
3.5 VERSTETIGUNG DER LOHN- UND TARIFPOLITIK
4. EMPIRISCHE ANALYSE DER LOHN- UND TARIFPOLITIK IN DER METALL- UND ELEKTROINDUSTRIE UND CHEMISCHEN INDUSTRIE IN SACHSEN
4.1 ANALYSE DES LOHN- UND TARIFPOLITISCHEN KURSES
4.1.1 Moderate Lohnpolitik
4.1.2 Differenzierung der Lohn- bzw. Tarifstruktur
4.1.3 Flexibilisierung der Lohn- bzw. Tarifstruktur
4.1.4 Arbeitszeitflexibilisierung
4.1.5 Verstetigung der Lohn- und Tarifpolitik
4.2 ANALYSE DER FOLGEN DES EINGESCHLAGENEN LOHN- UND TARIFPOLITISCHEN KURSES
4.2.1 Positive und negative Lohndrift
4.2.2 Tarifbindung und Organisationsgrad
5. AUS DER ANALYSE ABGELEITETE HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN AN DIE TARIFVERTRAGSPARTEIEN
5.1 … DER CHEMISCHEN INDUSTRIE IN SACHSEN
5.2 … DER METALL- UND ELEKTROINDUSTRIE IN SACHSEN
6. FAZIT UND AUSBLICK
Ziel der Arbeit ist es, den gesamtwirtschaftlichen Verantwortungsbereich der Tarifvertragsparteien für einen hohen Beschäftigungsstand zu definieren und auf Basis einer empirischen Analyse der Lohn- und Tarifpolitik in der sächsischen Metall- und Elektroindustrie sowie der chemischen Industrie zwischen 1998 und 2003 Handlungsempfehlungen für die Tarifparteien abzuleiten.
1.1 Hintergrund und Zielsetzung
Die Vereinigung Deutschlands - ohne Zweifel ein historischer Glücksfall - liegt mittlerweile mehr als vierzehn Jahre zurück. Im ehemaligen Gebiet der DDR ist an die Stelle der zentralen Verwaltungs- und Planwirtschaft die soziale Marktwirtschaft getreten. Seitdem haben sich Wohlstand und Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger in Ostdeutschland objektiv erhöht, die Aufbauleistungen sind unübersehbar.
Trotz der Erfolge ist die wirtschaftliche Entwicklung in den neuen Bundesländern weiterhin als völlig unbefriedigend zu beurteilen. Gemessen an den ökonomischen Zielen, die im § 1 des Gesetzes zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft vom 08. Juni 1967 festgeschrieben sind, ist besonders eines dieser Stabilitätsziele auf gravierende Weise verfehlt worden: Die Erreichung eines hohen Beschäftigungsstandes. In der dramatischen Entwicklung der Arbeitslosigkeit, insbesondere in den neuen Bundesländern, lässt sich der wirtschaftspolitische Handlungsbedarf am deutlichsten erkennen: Die Arbeitslosenquote, die die relative Unterauslastung des Angebots an Arbeitskräften zeigt, erreichte im Januar 2005 in Ostdeutschland saisonbereinigt 22,4 Prozent (im Vergleich zum Vorjahresmonat +1,6 Prozent). Damit ist sie nach wie vor mehr als doppelt so hoch wie in Westdeutschland, die um 1,2 Prozent auf 11,1 Prozent angestiegen ist. Für das gesamte Bundesgebiet resultierte daraus eine Arbeitslosenquote von 13,5 Prozent, ein Zuwachs um 1,3 Prozentpunkte gegenüber dem Januar 2004. Damit waren zum ersten Mal seit Gründung der Bundesrepublik über fünf Millionen Menschen ohne Arbeit (5.037.142 Personen).
1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland ein und formuliert das Ziel der Arbeit, den Handlungsspielraum der Tarifvertragsparteien zur Beschäftigungsförderung zu untersuchen.
2. DETERMINANTEN DER ARBEITSLOSIGKEIT: Hier wird der sächsische Arbeitsmarkt empirisch analysiert und das Phänomen der strukturellen Arbeitslosigkeit theoretisch hergeleitet und erklärt.
3. ELEMENTE EINER BESCHÄFTIGUNGSFÖRDERNDEN LOHN- UND TARIFPOLITIK: Dieses Kapitel definiert theoretische Strategien wie moderate Lohnpolitik und Flexibilisierung, die als Maßstab für die anschließende Analyse dienen.
4. EMPIRISCHE ANALYSE DER LOHN- UND TARIFPOLITIK IN DER METALL- UND ELEKTROINDUSTRIE UND CHEMISCHEN INDUSTRIE IN SACHSEN: Die praktische Untersuchung der Tarifpolitik beider Branchen zwischen 1998 und 2003 wird hier detailliert durchgeführt und deren Folgen (Lohndrift, Tarifbindung) analysiert.
5. AUS DER ANALYSE ABGELEITETE HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN AN DIE TARIFVERTRAGSPARTEIEN: Auf Basis der Ergebnisse werden spezifische Empfehlungen für die chemische sowie die Metall- und Elektroindustrie zur Beschäftigungsförderung formuliert.
6. FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Reformen im Rahmen der Tarifautonomie sowie institutioneller Anpassungen durch den Staat.
Arbeitslosigkeit, Sachsen, Lohnpolitik, Tarifpolitik, Flächentarifvertrag, Beschäftigung, Strukturelle Arbeitslosigkeit, Lohnstarrheiten, Produktivität, Arbeitskosten, Tarifbindung, Arbeitsmarkt, Öffnungsklauseln, Arbeitszeitflexibilisierung, Wettbewerbsfähigkeit.
Die Diplomarbeit analysiert die Determinanten der Arbeitslosigkeit in Sachsen und untersucht, inwieweit die Lohn- und Tarifpolitik in der Metall- und Elektroindustrie sowie der chemischen Industrie zwischen 1998 und 2003 zur Beschäftigungssicherung beigetragen hat.
Zentral sind der Zusammenhang zwischen Lohnfindung, Arbeitskosten, Produktivitätsentwicklung und der daraus resultierenden Arbeitsnachfrage in den betrachteten Wirtschaftszweigen.
Ziel ist es, den Handlungsspielraum der Tarifvertragsparteien abzustecken und konkrete Handlungsempfehlungen zu geben, wie diese durch eine beschäftigungsfördernde Lohn- und Tarifpolitik zum Abbau der strukturellen Arbeitslosigkeit beitragen können.
Die Arbeit basiert auf einer empirischen Analyse, bei der lohnpolitische Daten wie Lohnquoten, Tariflöhne und Arbeitskosten mit der Produktivitätsentwicklung (bereinigte Arbeitsproduktivität) verglichen werden, um den Verteilungsspielraum zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu den Ursachen struktureller Arbeitslosigkeit, eine detaillierte empirische Analyse des sächsischen Arbeitsmarktes und der spezifischen Tarifentwicklungen in der chemischen sowie der Metall- und Elektroindustrie.
Wichtige Begriffe sind Arbeitslosigkeit, Lohn- und Tarifpolitik, Flächentarifvertrag, strukturelle Arbeitslosigkeit, Lohnstarrheiten und Wettbewerbsfähigkeit.
Der Zeitraum wurde gewählt, da es in diesen Jahren keinen Regierungswechsel gab und die Datenlage für die mathematischen Berechnungen ab 1998 eine hinreichend genaue Beurteilung zulässt.
Die chemische Industrie in Sachsen zeigt eine höhere Produktivitätsorientierung und flexiblere Nutzung von Öffnungsklauseln als die Metall- und Elektroindustrie, deren Tarifpolitik als expansiver und weniger beschäftigungsfördernd eingestuft wird.
Sie werden als Instrument beurteilt, um insbesondere Langzeitarbeitslosen und Jugendlichen den Berufseinstieg durch vorübergehende Tarifabsenkungen zu erleichtern, wobei der Autor eine stärkere Nutzung empfiehlt.
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